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Roundup 2: Borgwarner will Autozulieferer Beru übernehmen - Aktie steigt stark

Der US-Autozulieferer Borgwarner will den deutschen Konkurrenten Beru übernehmen. Den Beru-Aktionären werde 67,50 Euro je Titel in bar geboten, teilte die Tochter der US-Gesellschaft, Borgwarner Germany Gmbh, am Montag mit. Analysten bezeichneten das Angebot als "attraktiv".

dpa-afx LUDWIGSBURG. Der US-Autozulieferer Borgwarner will den deutschen Konkurrenten Beru übernehmen. Den Beru-Aktionären werde 67,50 Euro je Titel in bar geboten, teilte die Tochter der US-Gesellschaft, Borgwarner Germany Gmbh, am Montag mit. Analysten bezeichneten das Angebot als "attraktiv".

Das US-Unternehmen will Beru nach eigener Aussage als eigenständigen Bereich in der Gruppe weiterführen. Der Beru-Vorstand wertete die geplante Übernahme als "strategisch positiv". Die im MDax notierte Beru-Aktie schoss zeitweise um mehr als 15 Prozent hoch.

Vor Bekanntgabe des Angebots hatte sich Borgwarner nach eigener Aussage bereits über verbindliche Vereinbarungen mit Großaktionären - dem US-Finanzinvestor Carlyle und Aktionären der Familie Birkel - etwa 63 Prozent der Beru-Anteile gesichert. Der Kaufpreis sei dabei niedriger und liege bei 59 Euro je Aktie oder insgesamt 372 Mill. Euro. Carlyle bestätigte den vereinbarten Verkauf seines 37,1-Prozent-Anteils. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Borgwarner will sich die 63 Prozent an Beru im Januar 2005 einverleiben.

Analysten: Angebot IST 'Attraktiv'

Beru-Aktien schnellten bis zum Nachmittag um rund 13 Prozent auf 67,90 Euro in die Höhe. Damit liegen sie derzeit über dem offerierten Kaufpreis von Borgwarner. Am Morgen waren die Titel zeitweise vom Handel ausgesetzt. Analysten bezeichneten das Angebot von 67,50 Euro je Aktie positiv. Das Researchhaus SES Research schrieb in einer Studie: "Vor dem Hintergrund des von uns ermittelten fairen Wertes der Aktie von gut 56 Euro erscheint das in Aussicht gestellte Angebot attraktiv." Die Experten schließen eine Nachbesserung nicht aus.

Borgwarner rechnete vor, der Preis von 67,50 Euro entspreche einer Prämie von 12,4 Prozent auf den letzten Beru-Schlusskurs vom Freitag. Zum Wochenende war der Titel mit 60,07 Euro aus dem Handel gegangen.

Experte: Indus Möglicher Beru-Nachfolger IM MDax

Ein möglicher Nachfolger von Beru im MDax ist könnte die Indus Holding sein. "Das Angebot von 67,50 Euro je Aktie ist sehr gut, weshalb ich davon ausgehe, dass mindestens die Hälfte der sich im Streubesitz befindlichen Aktien an den US-Autozulieferer Borgwarner verkauft werden", sagte Aktienstratege Klaus Stabel von der Wertpapierhandelsbank ICF Kursmakler.

Damit würde die sich am Streubesitz orientierende Marktkapitalisierung von Beru unter Rang 60 sinken, was einen Abschied aus dem MDax sehr wahrscheinlich machen würde. Sollte durch die Übernahmeofferte der im Streubesitz befindliche Aktienanteil unter fünf Prozent fallen, würde Beru sofort ersetzt werden müssen. Derzeitiger Kandidat mit den größten Chancen ist laut Stabel die im Sdax notierte Beteiligungsgesellschaft Indus.

Beru-Chef: Geplante Übernahme Macht 'Strategisch Sinn'

Aus Sicht von Beru-Chef Marco von Maltzan macht die geplante Übernahme "strategisch Sinn": "Die Produktpaletten von Beru und Borgwarner ergänzen sich, es gibt keine Überschneidungen." Durch die Verbindung sollen einerseits die Position von Beru in den strategisch wichtigen Märkten Nordamerika und Asien ausgebaut und andererseits die Aktivitäten von Borgwarner in Europa gestärkt werden.

Eine Zerschlagung oder Auswirkungen auf die Beru-Mitarbeiter sind laut Borgwarner-Chef Timothy M. Manganello nicht zu erwarten. "Wir planen, Beru als eigenständigen Bereich innerhalb von Borgwarner zu führen, und erwarten keine Veränderung der Beschäftigungssituation bei Beru aufgrund dieser Akquisition", hob er hervor. "Diese strategische Akquisition wird unsere Technologieführerschaft bei Dieselmotoren deutlich ausbauen und unsere Kompetenz bei elektronischen Motorsteuerungen und Sensoren stärken."

Beru Führend BEI Dieselkaltstarttechnik

Die Beru AG (Ludwigsburg) ist nach eigenen Angaben ein führender Anbieter in der Dieselkaltstarttechnologie, Zündungstechnik, Elektronik sowie Sensorik und beliefert nahezu alle Automobilhersteller. Die seit 1997 börsennotierte Beru ist mit einem geschätzten Weltmarktanteil von über 40 Prozent bei Glühkerzen für Dieselmotoren weltweit führender Anbieter in der Dieselkaltstarttechnologie, wie es hieß. Im Geschäftsjahr 2003/04 (Ende März) setzte die Gesellschaft mit weltweit 2 700 Mitarbeitern 354 Mill. Euro um.

Borgwarner ist nach eigener Aussage ein weltweit führender Hersteller von High-Tech-Komponenten und Systemen für den Antrieb in Fahrzeugen. Das Unternehmen unterhält Fertigungsstätten und technische Einrichtungen an 43 Standorten in 14 Ländern. Die Borgwarner Gruppe erwirtschaftete Beru zufolge im Jahr 2003 mit 14 300 Mitarbeitern in 14 Ländern einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro. In Deutschland sei Borgwarner seit 50 Jahren aktiv und beschäftige derzeit rund 3 000 Mitarbeiter.

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