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Roundup 2: China kauft Shinkansen - Siemens unterliegt bei Milliardengeschäft

Siemens hat im Wettbewerb um die Modernisierung der chinesischen Eisenbahn einen Rückschlag erlitten. Die Volksrepublik hat sich für den Kauf des japanischen Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen entschieden. Der Zuschlag für das Zehn-Mrd.-Euro-Projekt sei an drei Konsortien mit Unternehmen aus Japan, China, Frankreich und Kanada gegangen, bestätigte das Eisenbahnministerium in Peking am Montag ohne Details zu nennen.

dpa-afx PEKING. Siemens hat im Wettbewerb um die Modernisierung der chinesischen Eisenbahn einen Rückschlag erlitten. Die Volksrepublik hat sich für den Kauf des japanischen Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen entschieden. Der Zuschlag für das Zehn-Mrd.-Euro-Projekt sei an drei Konsortien mit Unternehmen aus Japan, China, Frankreich und Kanada gegangen, bestätigte das Eisenbahnministerium in Peking am Montag ohne Details zu nennen.

Der deutsche Konzern hatte sich ebenfalls um dieses zweitgrößte Investitionsprojekt Chinas beworben. Chinesische Presseberichte hatten sogar von einer möglichen Vorentscheidung für die geplante, lukrative 1 300 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Schanghai gesprochen, die aber nicht Teil der Ausschreibung war.

Siemens-Sprecher: 'Keine Offizielle Mitteilung'

Ein Siemens-Sprecher erklärte in München, dem Konzern liege noch keine offizielle Mitteilung über eine Auftragsvergabe vor. Daher könne er das nicht weiter kommentieren. "Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit dem Eisenbahnministerium." Siemens sei auch weiterhin an entsprechenden Aufträgen interessiert.

China will auf fünf Strecken mit insgesamt 2 000 Kilometern die Geschwindigkeit der Züge auf 200 Stundenkilometer verdoppeln, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Den Erwartungen nach werde eine veränderte Version des Shinkansen angeboten, der maximal 275 Stundenkilometer erreiche, schrieb Xinhua.

Das Geschwindigkeitsprojekt betrifft unter anderem die Strecke von Peking nach Shenyang in Nordostchina sowie zwischen der Hafenstadt Qingdao und Jinan in der Provinz Shandong, wie Xinhua berichtete. Die chinesisch-sprachigen Medien und das Eisenbahnministerium erwähnten das japanische Wort "Shinkansen" auffälligerweise nicht, sondern sprachen von "Lokomotive- und Zugsystemen". In der Bevölkerung gibt es wegen der Besetzung Chinas durch die japanischen Truppen während des Zweiten Weltkrieges tiefe Antipathien gegen Japan.

Nanche Sifang Kann Zuschlag Nicht Bestätigen

Ein Konsortium besteht aus dem chinesischen Lokomotivenhersteller Nanche Sifang und den japanischen Unternehmen Kawasaki Heavy Industries, Hitachi, Mitsubishi Electric Corp, Itochu Corp, Mitsubishi Corp und Marubeni Corp. Ihr Anteil an der Ausschreibung betrage 420 Mrd. Yen (3,17 Mrd. ?). Die geplante Zugversion basiere auf dem Hayate Shinkansen der East Japan Railway Corp. Ein Sprecher des chinesischen Herstellers Nanche Sifang konnte den Zuschlag noch nicht bestätigen.

Im zweiten Konsortium sind das französische Industrieunternehmen Alstom und die Changchun Passagierzugfabrik in der Provinz Jilin zusammengeschlossen. Ihr Anteil beträgt etwa 540 Mrd. Yen (4,07 Mrd. ?). Die dritte Kooperation läuft mit dem kanadischen Unternehmen Bombardier über das Joint Venture Bombardier Sifang Power Transportation, an dem auch der chinesische Hersteller Nanche Sifang beteiligt ist. Den Umfang dieses Ausschreibungsteils gab Kyodo mit 380 Mrd. Yen (2,8 Mrd. ?) an.

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