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Roundup 2: Chinesen kaufen PC-Geschäft von IBM für 1,75 Mrd Dollar

Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird das PC-Geschäft von IBM für insgesamt rund 1,75 Mrd. Dollar übernehmen. Wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten, will Lenovo dafür mindestens 650 Mill. Dollar in bar zahlen.

dpa-afx ARMONK/PEKING. Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird das PC-Geschäft von IBM für insgesamt rund 1,75 Mrd. Dollar übernehmen. Wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten, will Lenovo dafür mindestens 650 Mill. Dollar in bar zahlen. Rund 600 Mill. Dollar soll IBM in Form von Lenovo-Aktien erhalten. Das entspreche einem Anteil von 18,9 Prozent an dem IT-Unternehmen. Zudem werde der chinesische Staatsbetrieb Verbindlichkeiten in Höhe von rund 500 Mill. Dollar mit übernehmen.

Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2005 abgeschlossen sein. Durch die Übernahme wird Lenovo zum drittgrößten PC-Hersteller der Welt. Auf Grundlage der Geschäftszahlen von 2003 beläuft sich der jährliche Umsatz des fusionierten Unternehmens auf zwölf Mrd. Dollar, der Absatz auf 11,9 Mill. Einheiten. Der Weltmarktanteil belaufe sich dem Marktforschungsinstitut IDC zufolge auf acht Prozent des PC-Markts. Die veräußerte IBM-Sparte steuerte im letzten Quartal knapp 15 Prozent zum IBM-Umsatz bei und galt bei Experten als margenschwach. "Für IBM war es ein Kampf, die PC-Sparte in den letzten Jahren rentabel zu halten", heißt es in der IDC-Analyse.

Rund 10 000 IBM-Mitarbeiter Wechseln ZU Lenovo

Rund 10 000 IBM-Mitarbeiter werden zu Lenovo wechseln. Nur ein Viertel von ihnen lebe in den USA, mehr als 40 Prozent in der Volksrepublik. Die Mitarbeiterzahl des seit 1994 an der Hongkonger Börse notierten Unternehmens steige dadurch auf 19 000. Im Rahmen der Übereinkunft übernehme Lenovo auch die PC-Produktion des Joint Ventures Iipc von IBM mit Great Wall Technology in Shenzhen. Die Iipc-Serversparte bleibe davon unberührt

Im Rahmen einer breit angelegten strategischen Allianz soll Lenovo IBM mit Personal-Computern beliefern. Nach der Fusion der IBM-PC-Sparte mit Lenovo soll der derzeitige Chef der IBM Personal Systems Group, Stephen Ward, das chinesische Unternehmen von New York aus führen. Der bisherige Lenovo-Chef Yuanqing Yang wird Verwaltungsrats-Vorsitzender. Für zunächst fünf Jahre können die Chinesen für ihre Produkte den Markennamen IBM verwenden. IBM werde sie über die bestehenden Vertriebskanäle vermarkten und als bevorzugter Partner für Finanzierungs-, Leasing- und IT-Dienstleistungen auftreten.

Analysten Sehen Dell ALS Gewinner DER Fusion

Analystin Leslie Fiering vom Marktforschungsinstitut Gartner geht davon aus, dass es Lenovo schwer fallen wird, seine neue Position als drittgrößter PC-Hersteller zu behaupten. "Die größten Schwierigkeiten für Lenovo dürften darin liegen, dass die Chinesen außerhalb ihren Heimatmarktes keinerlei Erfahrung mitbringen", sagte Fiering am Mittwoch. Marktführer Dell , der seinen Konkurrenten dank seiner starken Position bei Firmenkunden und einer sehr niedrigen Kostenstruktur einen Schritt voraus ist, dürfte am stärksten von dieser Situation profitieren.

Dell und Hewlett-Packard werden nach Ansicht der Marktforscher von IDC jede mögliche Verunsicherung der IBM-Kundschaft für sich zu nutzen wissen. Die ansonsten sehr loyale IBM-Kundenbasis könnte die Übernahme zum Anlass nehmen, ihre Optionen im PC-Bereich zu prüfen. Man müsse sich fragen, für wie viele von ihnen die Ausstattung mit PCs der Marke IBM ein unverzichtbarer Bestandteil ihres IT-Beschaffungsgeschäfts mit IBM seien.

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