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Roundup 2: Commerzbank nach Gewinnplus mit vorsichtigem Ausblick für 2004

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Commerzbank AG < CBK.ETR > bleibt nach einem wie zuvor von Analysten erwarteten Gewinnplus im zweiten Quartal für das Gesamtjahr weiter vorsichtig. "Auch im zweiten Halbjahr werden wir mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert sein", sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller am Mittwoch in Frankfurt. Er geht dennoch davon aus, dass die viertgrößte deutsche Bank ihre eigenen Planungen teilweise deutlich übertreffen kann.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Commerzbank AG < CBK.ETR > bleibt nach einem wie zuvor von Analysten erwarteten Gewinnplus im zweiten Quartal für das Gesamtjahr weiter vorsichtig. "Auch im zweiten Halbjahr werden wir mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert sein", sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller am Mittwoch in Frankfurt. Er geht dennoch davon aus, dass die viertgrößte deutsche Bank ihre eigenen Planungen teilweise deutlich übertreffen kann.

Die mittelfristigen Ertragsziele sollen 2006 erreicht werden. Bis dahin soll beispielsweise die Eigenkapitalrendite auf 10,3 Prozent steigen. Auf Basis der Eigenkapitalausstattung Ende Juni wäre dies ein Gewinn von knapp einer Milliarde Euro

Die Aktionäre sollen nach der Nullrunde für 2003 infolge des Milliardenverlusts wieder am Gewinn beteiligt werden. "Es ist allerdings noch zu früh, eine Prognose zur Höhe der Dividende abzugeben." Da der Kapitalmarkt Großfusionen derzeit negativ sieht, rechnet Müller mit keinem großen Schritt bei der Konsolidierung in der deutschen Bankenlandschaft. Im Fokus stehen derzeit kleinere Zukäufe wie die in der ersten Jahreshälfte übernommene Schmidtbank. Zu den Verhandlungen mit dem niederländischen Finanzkonzern ING über den Kauf der BHF-Bank konnte Müller am Mittwoch nichts Neues sagen. Die Aktie gab am Mittwoch bis zum Mittwoch bis zu knapp vier Prozent ab und gehörte zu den größten DAX-Verlierern < DAX.ETR > .

Handelsergebnis Bricht Stärker EIN ALS Erwartet

Im zweiten Quartal steigerte die Bank ihren Überschuss wie zuvor von Analysten erwartet von 70 Millionen Euro im Vorjahr auf 248 Millionen Euro. Im Vergleich zum einem vom sehr guten Kapitalmarktumfeld geprägten gutem ersten Quartal ging der Gewinn um sechs Millionen Euro zurück. Ohne den Sondererlös aus dem Verkauf des 1,9-prozentigen Anteils an der spanischen Großbank SCH in Höhe von gut 120 Millionen Euro im zweiten Quartal wäre der Rückgang allerdings höher ausgefallen. Vor Steuern verdient die Bank 382 Millionen Euro nach 164 im Vorjahr sowie 415 Millionen Euro im ersten Quartal. Analysten hatten mit einem Gewinn in dieser Größenordnung gerechnet.

Besser als erwartet fiel dagegen der Zinsüberschuss in Höhe von 805 (Vorjahr: 746) Millionen Euro aus. Die Risikovorsorge konnte ebenso wie die Verwaltungsaufwendungen im Jahresvergleich weiter zurückgefahren werden. Für das laufende Jahr rechnet die Commerzbank weiter mit einem niedrigen Niveau bei der Risikovorsorge. Deutlich schlechter als von den Experten prognostiziert entwickelte sich das Handelsergebnis, das auf 131 Millionen Euro nach 278 Millionen Euro im Vorjahr zurückging. Das Plus beim Provisionsüberschuss von 516 auf 557 Millionen Euro fiel ebenfalls etwas schlechter aus als prognostiziert.

Investmentbanking Einzige Verlustsparte

Bei den einzelnen Geschäftsfeldern schrieb nur die Investmentbanksparte Securities mit 47 Millionen Euro einen operativen Verlust, nachdem sie im Vorquartal noch einen operativen Gewinn von 120 Millionen Euro beigesteuert hatte. Commerzbank-Chef Müller will trotzdem an der Sparte festhalten: "Wir brauchen das Investmentbanking." Die Kosten in diesem Segment müssten jedoch gesenkt werden. Wichtigste Ertragsstütze im zweiten Quartal war das Firmenkundengeschäft, das einen operativen Gewinn von 165 (Vorquartal: 118) Millionen Euro erzielt. Der operative Ertrag im Privatkundengeschäft ging von 122 auf 101 Millionen Euro zurück.

Experten reagierten in einer ersten Einschätzung verhalten auf die Zahlen. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bestätigte den Titel mit "Marketperformer" und das Kursziel bei 17 Euro. "Die Ergebnisqualität hat sich gegenüber dem ersten Quartal verschlechtert, weshalb wir in den Ergebnissen unsere pessimistischere Erwartung bestätigt sehen", schreibt LRP-Analyst Olaf Kayer. Er kündigte jedoch an, auf Grund der höheren Einmalerträge die Gewinnschätzungen anzuheben. HVB-Experte Andreas Reese sieht vor allem im verhaltenen Ausblick eine Belastung für die Aktie. Die Gewinndynamik werde sich deutlich abschwächen. Weese bestätigte den Titel mit der Einstufung "Neutral" und das Kursziel mit 16 Euro.

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