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Roundup 2: Credit Suisse will Reingewinn durch Umbau kräftig steigern

Der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group will durch einen tief greifenden Umbau seine Gewinne bis 2007 kräftig steigern.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group will durch einen tief greifenden Umbau seine Gewinne bis 2007 kräftig steigern. Zu den Plänen gehören die Zusammenführung der Credit Suisse mit ihrer Investmenttochter Credit Suisse First Boston (CSFB) und eine anschließende Neugliederung in drei Sparten. Im gleichen Zeitraum soll die Versicherungstochter Winterthur für einen Börsengang fit gemacht werden, hieß es am Dienstag anläßlich einer Investorenkonferenz in Zürich. Die Aktien der Credit Suisse zogen bis zum frühen Nachmittag um vier Prozent auf 46,80 Schweizer Franken an und waren damit Spitzenreiter im Standardwerte-Index SMI .

Mit den geplanten Veränderungen will die Credit Suisse ihren Überschuss bis zum Jahr 2007 auf 8,0 Mrd. Franken erhöhen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte der Finanzkonzern einen Reingewinn von 4,7 Mrd. Franken erzielt. Von der geplanten Ergebnisverbesserung sollen die Aktionäre in Form einer kontinuierlichen Dividendenzahlung profitieren. Denkbar sei auch der Rückkauf von eigenen Aktien, hieß es. Für 2004 wurde am Dienstag eine Verdreifachung der Dividende auf 1,50 Franken je Aktie angekündigt.

Zusammenlegung IN Fünf Monaten

Wie Konzernchef Oswald Grübel erklärte, soll die Zusammenlegung von Credit Suisse und CSFB in den nächsten fünf Monaten erfolgen. Die beiden Konzernbereiche würden künftig unter einem Markennamen geführt. Mit der Integration könnte nach Darstellung des Verwaltungsrates eine Reduzierung der Arbeitsplätze verbunden sein. CSFB-Vorstandschef Brady Dougan sagte, etwa 200 bis 300 Stellen könnten gestrichen werden.

Im Rahmen der Umstrukturierung werden die bisher als eigenständige Einheiten operierende CSFB (mit dem Investment Banking) und Financial Services (Vermögensverwaltung und Schweizer Retailbereich) zusammengeführt. Unter einem Bankendach werden künftig drei Sparten gebildet, ausgerichtet auf Privatkunden (Private Client Services), auf Unternehmens- und Investmentbanking-Kunden (Corporate & Investment Banking) sowie auf das Asset Management. "Auf dem Weg zu einer integrierten Bank werden wir klar definierte, auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtete Geschäftsbereiche schaffen", sagte Grübel.

Analysten zufolge enthielten die Maßnahmen aber wenig Neues. Peter Thorne vom Schweizer Bankhaus Pictet erklärte, die Zusammenführung der beiden Sparten sei bereits am Vortag bekannt geworden und auch zur Winterthur habe man nichts Weiteres erfahren. In weiteren Kommentaren werden die von der CSG genannten Gewinnziele als "hoch" bezeichnet. Auch die UBS sprach von ambitionierten Zielen.

Winterthur FÜR IPO Fitmachen

An ihrer Versicherungstochter Winterthur will die Credit Suisse vorerst festhalten. Winterthur soll bis 2007 einen Überschuss von 1,2 Mrd. Franken erwirtschaften. Damit solle die Grundlage für einen Börsengang (IPO) geschaffen werden, hieß es weiter. Ursprünglich hatte Credit Suisse einen Verkauf seiner Tochter geprüft. Der Markt sei aber nicht bereit, für Winterthur einen Preis zu bezahlen, der dem vollen Wert entspreche, hieß es.

Die Winterthur strebt mittelfristig eine Verbesserung der Kapitalbasis an und will ihr Kreditrating im "A"-Bereich halten, wie Winterthur-Chef Leonhard Fischer sagte. Die Schaden-Kosten-Quote soll bis 2007 im Nichtlebenbereich unter die Marke von 98 Prozent gesenkt werden. Bei weniger als 100 Prozent gilt eine Versicherung als profitabel. Die Versicherungstochter der CSG strebt außerdem eine Eigenkapitalrendite (ROE) von über zwölf Prozent an.

Umstrukturierung Selbst Finanzieren

Nach der bisherigen Struktur erwartet Credit Suisse, dass die Sparten Private Banking und Corporate & Retail Banking zu dem Überschuss von bis zu 8,0 Mrd. im Jahr 2007 rund vier Mrd. beitragen. Das Ziel für die CSFB wurde mit rund drei Mrd. angegeben (2003: 1,1 Mrd.). Dies sei "aggressiv", aber "erreichbar", sagte Dougan. Die Gewinnmarge vor Steuern werde bei mindestens 20 Prozent (ohne die Konsolidierung FIN 46R) gesehen. Bei der Eigenkapitalrendite (ROE) rechnet Dougan ebenfalls mit einem Wert von mindestens 20 Prozent. Die Versicherungssparte soll bis 2007 einen Überschuss von rund 1,2 Mrd. Franken erzielen.

Für die Umstrukturierungen bei der CSFB werde zwar zusätzliches Kapital für den Bereich nötig, räumte Dougan ein. Allerdings soll dieses intern generiert werden und falle in einer moderaten Größenordnung aus.

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