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Roundup 2: Daimler-Konflikt spitzt sich zu - Knackpunkte Zuschläge und PausenDPA-Datum: 2004-07-20 14:34:18

(dpa-AFX) Stuttgart - Der Konflikt um Kosteneinsparungen von jährlich 500 Millionen Euro beim Autobauer Daimlerchrysler < DCX.ETR > hat sich am Dienstag zugespitzt. Bei den Knackpunkten Schichtzuschläge und der Steinkühler-Pause von fünf Minuten pro Arbeitsstunde hätten sich die Fronten zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat verhärtet, erfuhr die dpa aus Gewerkschaftskreisen. "Die Verhandlungen sind am Scheideweg", sagte ein beteiligter Arbeitnehmervertreter. Der Vorstand verlange "kategorisch" Änderungen der Tarifverträge und beharre auf der 500-Millionen-Euro-Forderung. Dies lehnen Gesamtbetriebsrat und IG Metall ab.

(dpa-AFX) Stuttgart - Der Konflikt um Kosteneinsparungen von jährlich 500 Millionen Euro beim Autobauer Daimlerchrysler < DCX.ETR > hat sich am Dienstag zugespitzt. Bei den Knackpunkten Schichtzuschläge und der Steinkühler-Pause von fünf Minuten pro Arbeitsstunde hätten sich die Fronten zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat verhärtet, erfuhr die dpa aus Gewerkschaftskreisen. "Die Verhandlungen sind am Scheideweg", sagte ein beteiligter Arbeitnehmervertreter. Der Vorstand verlange "kategorisch" Änderungen der Tarifverträge und beharre auf der 500-Millionen-Euro-Forderung. Dies lehnen Gesamtbetriebsrat und IG Metall ab.

Eine Einigung am Dienstag oder Mittwoch sei eher unwahrscheinlich, war aus dem Unternehmen zu hören. Die Verhandlungen könnten die ganze Woche über fortgesetzt werden. Konsens soll es bei der Einführung der 40-Stunden-Woche für rund 20.000 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung gegen Mehrbezahlung geben. Zudem soll ein Tarifvertrag für Dienstleister unterzeichnet werden, wonach Arbeitnehmer in Kantinen, Druckereien und Werksschutz weniger verdienen würden als Metaller in der Autoproduktion.

Die Arbeitnehmer erwarteten zudem einen sichtbaren Solidaritätsbeweis des gesamten Daimlerchrysler-Managements. Nicht nur der Konzernvorstand, sondern die gesamte leitende Führungsebene mit etwa 6.000 Managern solle auf Gehalt verzichten, betonten Betriebsratsmitglieder. Kommt es bis Freitag zu keiner Einigung, will der Betriebsrat erneut zehntausende Beschäftigte in allen deutschen Werken mobilisieren.

Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte mehrfach betont, Einschnitte für die Beschäftigten seien nur hinnehmbar, wenn der Vorstand Standortgarantien unter anderem für die Werke Sindelfingen und Stuttgart-Untertürkheim bis zum Jahr 2012 gebe. IG Metall-Vize Berthold Huber brachte eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren ins Spiel. "Wir wollen eine Verabredung, die nicht nur zwei Jahre hält, sondern sämtliche mittelfristigen Produkteinführungen abdeckt", sagte er der "Berliner Zeitung".

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte zuletzt erklärt, man sei sich näher gekommen, es gebe aber noch einige grundsätzliche Punkte zu klären. Mit einem Kompromiss rechnet indes Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Die Tarifautonomie in Deutschland funktioniere.

Der Konzern will beim Bau der neuen C-Klasse ab 2007 in Sindelfingen jährlich 500 Millionen Euro Kosten einsparen. Andernfalls werde die C-Klasse-Produktion nach Bremen und Südafrika verlagert. Dies würde 6.000 der über 30.000 Arbeitsplätze in Sindelfingen kosten.

Der Vorstand verlangt vom Betriebsrat die Abschaffung von baden- württembergischen Sonderregelungen wie fünf Minuten Pause pro Arbeitsstunde ("Steinkühler-Pause"), Spätschichtzuschläge schon von 12.00 Uhr an sowie Kürzungen bei Urlaubs- und Feiertagen.

Am frühen Dienstagmorgen hatte die komplette Nachtschicht in Sindelfingen erneut die Arbeit niedergelegt. Für etwa eine Stunde standen die Produktionsbänder still. Das Unternehmen geht aber davon aus, dass die Ausfälle in den kommenden Wochen wieder aufgeholt werden können.

Der Vorstand des nach Umsatz größten deutschen Unternehmens hatte zuletzt einen Gehaltsverzicht angeboten, wenn es eine Gesamtlösung mit dem Betriebsrat gebe. Eine konkrete Summe oder Prozentzahl wurde jedoch nicht genannt. Der Daimlerchrysler-Vorstand hatte 2003 laut Geschäftsbericht insgesamt 40,8 Millionen Euro verdient.

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