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Roundup 2 Daimlerchrysler-Konflikt: Am Donnerstag ruht Mercedes-ProduktionDPA-Datum: 2004-07-14 15:19:49

(dpa-AFX) Stuttgart - Bis zu 80.000 Beschäftigte des Autokonzerns Daimlerchrysler < DCX.ETR > wollen am Donnerstag gegen die massiven Kostensenkungspläne des Vorstands protestieren. In allen deutschen Mercedes-Werken werden etwa ein bis zwei Stunden die Produktionsbänder für Pkw und Nutzfahrzeuge stillstehen, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats in Stuttgart. Wie viele Fahrzeuge in dieser Zeit nicht produziert werden, wollten Konzern und Betriebsrat nicht beziffern. Die Mercedes Car Group hat in Deutschland rund 160 000 Beschäftigte. Am Mittwoch hatten Vorstand und Gesamtbetriebsrat die Verhandlungen über das geplante Sparpaket fortgesetzt.

(dpa-AFX) Stuttgart - Bis zu 80.000 Beschäftigte des Autokonzerns Daimlerchrysler < DCX.ETR > wollen am Donnerstag gegen die massiven Kostensenkungspläne des Vorstands protestieren. In allen deutschen Mercedes-Werken werden etwa ein bis zwei Stunden die Produktionsbänder für Pkw und Nutzfahrzeuge stillstehen, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats in Stuttgart. Wie viele Fahrzeuge in dieser Zeit nicht produziert werden, wollten Konzern und Betriebsrat nicht beziffern. Die Mercedes Car Group hat in Deutschland rund 160 000 Beschäftigte. Am Mittwoch hatten Vorstand und Gesamtbetriebsrat die Verhandlungen über das geplante Sparpaket fortgesetzt.

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hat mit dem Abbau von 6000 Arbeitsplätzen in Sindelfingen gedroht, wenn bei der künftigen Produktion der neuen C-Klasse nicht 500 Millionen Euro eingespart würden. Dann könnte die Produktion von Sindelfingen hauptsächlich nach Bremen und teilweise nach Südafrika verlagert werden, wo die Arbeitskosten deutlich niedriger seien. Der Betriebsrat ist bereit, im Rahmen der Umsetzung des Entgeltrahmentarifvertrages (ERA) auf rund 180 Millionen Euro zu verzichten. Umgekehrt müsse das Unternehmen alle Mercedes-Stellen bis 2012 garantieren.

Mercedes CAR Group: Ertragsbringer DES Autokonzerns

Die Sparte Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) ist mit Abstand der wichtigste Ertragsbringer des Autokonzerns. 2003 trug der Geschäftsbereich mit rund 3,1 Milliarden Euro zum gesamten operativen Konzerngewinn (Operating Profit) von 5,7 Milliarden Euro bei.

Die zentrale Protestkundgebung findet am Donnerstag im größten deutschen Mercedes-Werk in Sindelfingen statt. Dort gibt es 30 000 Beschäftigte. Aktionen gibt es auch an den Standorten Stuttgart- Untertürkheim, Gaggenau, Rastatt, Mannheim (alle Baden- Württemberg), Wörth (Rheinland-Pfalz), Hamburg, Düsseldorf, Berlin und Bremen.

Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm zeigt sich zunehmend enttäuscht über den harten Kurs von Mercedes-Chef Hubbert. "Der harsche Ton und die völlige Unbeweglichkeit in der Sache haben mich schon überrascht und, wenn ich ehrlich bin, auch schockiert", sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch). Ein IG Metall-Sprecher ergänzte in Stuttgart, die Beschäftigten seien nicht bereit, den "Amoklauf des Vorstandes" länger hinzunehmen.

Arbeitskampf Kein Thema

Ein Arbeitskampf sei derzeit aber kein Thema. Sollte der Vorstand allerdings nicht einlenken, könnten die Proteste weitergehen. Näher gekommen sei man sich mit dem Vorstand bei den Punkten Ergänzungstarifvertrag für Dienstleistungen und der bezahlten 40- Stunden-Woche in Forschung und Entwicklung, sagte Klemm.

Verhandlungen Keineswegs SO Verfahren

Auch nach dpa-Informationen sind die Verhandlungen keineswegs so verfahren, wie es derzeit den Anschein hat. Aus Unternehmenskreisen wurde bekannt, dass Klemm sich vor einigen Tagen zu einem Gespräch mit Daimlerchrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp getroffen hat. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Konzernchef eine Eskalation des Konflikts vermeiden will. Hubbert hatte erklärt, bis Monatsende müsse eine Entscheidung fallen.

Der Personalvorstand des nach Umsatz größten deutschen Unternehmens, Günther Fleig, bekräftigte in der "Welt" erneut die Notwendigkeit des Sparkurses. "Die zu schließende Deckungslücke in den Arbeitskosten hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert." Dem Konzern sind vor allem Sonderregelungen in Baden-Württemberg ein Dorn im Auge. Dazu zählen insbesondere die "Steinkühler-Pause" von fünf Minuten pro Stunde sowie Spätschicht-Zuschläge von 15 Prozent schon von mittags 12.00 Uhr an. Mercedes-Chef Hubbert hatte in diesem Zusammenhang von einer "baden-württembergischen Krankheit" gesprochen.

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