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Roundup 2: Deutlicher Dämpfer für Konjunkturaussichten - Schröder optimistisch

Die Hoffnung auf eine andauernde Konjunkturerholung in Deutschland hat im September erneut einen kräftigen Dämpfer bekommen. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 45,3 Punkten im Vormonat auf 38,4 Punkte zurückgegangen. Zum zweiten Mal in Folge gab es damit eine deutliche Eintrübung. Als Grund nannten die ZEW-Experten die Erwartung einer nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik. Da die deutsche Konjunkturerholung weiterhin durch den Export bestimmt werde, könnten sich die Auftriebskräfte in den nächsten Monaten abschwächen.

dpa-afx MANNHEIM/BERLIN. Die Hoffnung auf eine andauernde Konjunkturerholung in Deutschland hat im September erneut einen kräftigen Dämpfer bekommen. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 45,3 Punkten im Vormonat auf 38,4 Punkte zurückgegangen. Zum zweiten Mal in Folge gab es damit eine deutliche Eintrübung. Als Grund nannten die ZEW-Experten die Erwartung einer nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik. Da die deutsche Konjunkturerholung weiterhin durch den Export bestimmt werde, könnten sich die Auftriebskräfte in den nächsten Monaten abschwächen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht trotz der gedämpften Konjunkturerwartungen Anzeichen für eine Erholung. Wer in Deutschland wirtschaftliche Entscheidungen treffen wolle, solle sich an der vorzüglichen Entwicklung der Weltwirtschaft und daran orientieren, dass die Binnenkonjunktur langsam in Bewegung komme, sagte Schröder in Berlin. Konsum und Investitionen könnten anziehen. Dies würde 2004 zu einem Wachstum führen, das eher am oberen Rand der Erwartungen der Bundesregierung von 1,5 bis 2 % läge als am unteren.

"Impulse von der deutschen Binnennachfrage sind bislang nicht absehbar", erklärten die Wirtschaftsforscher. Eine mögliche Belebung der Inlandsnachfrage könne der weiterhin sehr hohe Ölpreis begrenzen. "Sorgen für die Konjunktur bereitet schließlich die sich verschlechternde Situation am Arbeitsmarkt." Im August waren die Konjunkturerwartungen überraschend von 48,4 Punkten im Vormonat auf 45,3 Punkte gesunken, davor zwei Mal in Folge gestiegen.

Die aktuelle Situation in Deutschland beurteilen die Experten weniger pessimistisch. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage sei im September von minus 65,2 Punkten auf minus 61,5 Punkte gestiegen.

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler sagte, es gebe keinen Grund für Pessimismus. Zwischenzeitliche Durchhänger bei den längerfristigen Konjunkturerwartungen müssten konstruktiv als Warnung genutzt werden, Wachstumsbremsen entschieden entgegen zu wirken. Die überwiegende Mehrheit der Wirtschaftsinstitutionen sehe die Konjunktur zudem im Aufschwung. Nach Ansicht der FDP ist die Konjunktur in Deutschland noch lange nicht über den Berg. Das Ergebnis der ZEW-Umfrage sei der "zigste Schuss vor den Bug der rot-grünen Bundesregierung", sagte FDP-Fraktionsvize Rainer Brüderle. "Das Gesundbeten der Bundesregierung hilft der Wirtschaft nicht auf die Sprünge."

Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wider.gl/sam/hr/DP/ne

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