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Roundup 2: Deutsche Bank bestätigt Renditeziel - Vorsteuerprognose wackelt

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Deutsche Bank < DBK.ETR > hat nach einem schlechter als erwarteten Gewinnanstieg im zweiten Quartal ihr Renditeziel bestätigt, rückte aber etwas von ihrer Prognose beim Vorsteuergewinn ab. "Es gibt momentan keinen Grund von unserem Ziel bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern in Höhe von 25 Prozent in 2005 abzurücken", sagte Finanzvorstand Clemens Börsig am Freitag in Frankfurt. Falls die ebenfalls angepeilten 6,5 Milliarden Euro Vorsteuergewinn im kommenden Jahr nicht erreicht werden, müsste die größte deutsche Bank an der Kapitalseite arbeiten.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Deutsche Bank < DBK.ETR > hat nach einem schlechter als erwarteten Gewinnanstieg im zweiten Quartal ihr Renditeziel bestätigt, rückte aber etwas von ihrer Prognose beim Vorsteuergewinn ab. "Es gibt momentan keinen Grund von unserem Ziel bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern in Höhe von 25 Prozent in 2005 abzurücken", sagte Finanzvorstand Clemens Börsig am Freitag in Frankfurt. Falls die ebenfalls angepeilten 6,5 Milliarden Euro Vorsteuergewinn im kommenden Jahr nicht erreicht werden, müsste die größte deutsche Bank an der Kapitalseite arbeiten.

Konzernchef Josef Ackermann hatte Anfang Februar angekündigt, dass der Vorsteuergewinn bis spätestens 2005 auf 6,5 Milliarden Euro steigt. Am Freitag schrieb Ackermann in einem Brief an die Aktionäre: "Wir haben uns klare und ehrgeizige Ziele gesetzt und wir werden alles daransetzen, diese ungeachtet der herausfordernden Rahmenbedingungen auch zu erreichen." Analysten bezeichnen dieses Ziel nach wie vor als ehrgeizig. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn vor Steuern zwar im Jahresvergleich, sank aber gegenüber dem starken ersten Quartal und verfehlte die Analystenprognosen deutlich. Der Aktienkurs büßte stark ein und verlor am frühen Nachmittag 3,58 Prozent auf 57,02 Euro.

Aktie AN DAX-Ende

Vor Steuern hat die größte deutsche Bank 1,16 Milliarden Euro verdient und damit 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Analystenprognose lag jedoch bei knapp 1,3 Milliarden Euro. Die Erträge nach Risikovorsorge sind wegen Rückgängen beim Handelsergebnis und Zinsüberschuss um knapp sechs Prozent auf 5,240 Milliarden Euro gesunken. Die Experten hatten lediglich einen Rückgang um knapp drei Prozent auf 5,41 Milliarden Euro erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 656 Millionen Euro und damit fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

"Die Zahlen waren schlecht erwartet worden und sind noch schlechter ausgefallen. Jetzt wird das Unternehmen dafür abgestraft", sagte ein Händler. Das Ergebnis sei "ganz einfach sehr enttäuschend." Ein weiterer Händler verwies darauf, dass die Deutsche Bank auch im Vergleich mit internationalen Konkurrenten ein schlechtes Ergebnis abgegeben habe. Daraus ergebe sich der "erhebliche Druck" auf die Aktie, sagte er.

Experten Sind VON Zahlen Enttäuscht

Vor allem der Gewinn im Eigenhandel, dem Handelsergebnis, enttäuschte die Börsianer. "Das fiel deutlich schlechter aus, als der Markt erwartet hat", sagte Sal. Oppenheim-Analyst Metehan San. HVB-Experte Andreas Weese ist von der gesamten Ertragsentwicklung enttäuscht. "Die stärker als erwartet gesunkenen Erträge konnten durch die Kosteneinsparungen nicht kompensiert werden", sagte HVB-Analyst Andreas Weese, "Die Zahlen liegen unter unseren Erwartungen." In einer Studie der Bankgesellschaft Berlin heißt es: "Zinsüberschuss und sonstige Erträge haben enttäuscht." Zudem fielen die Verwaltungskosten nicht so stark wie erwartet.

LRP-Experte Olaf Kayser ist dagegen von den Ergebnissen nicht überrascht. "Die Zahlen lagen im Rahmen meiner Erwartung", sagte er und bestätigte seine "Outperformer"-Einstufung. "Die Aktie ist sehr günstig bewertet. Ich sehe keinen Grund, meine Prognosen zu ändern und rechne im Gesamtjahr weiter mit einem Gewinn von drei Milliarden Euro nach Steuern." Andere Analysten, wie Konrad Becker von Merck Finck und Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin überprüfen nach den Zahlen ihre Kaufempfehlungen.

Ackermann: Schwierige Marktbedingungen

Ackermann begründete den geringer als erwartet ausgefallenen Gewinnanstieg mit den äußeren Umständen: "Im zweiten Quartal sahen wir uns zunehmend schwierigen Marktbedingungen gegenüber mit entsprechenden Auswirkungen auf unsere Erträge." Durch die verbesserte operative Leistungsfähigkeit habe die Bank trotzdem ein "solides Quartalsergebnis" erwirtschaftet. Bei den Kosten und dem Risikomanagement erzielte die Bank weitere Fortschritte. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wurde zum siebten Mal in Folge abgebaut und auch die Kosten wurden weiter gedrückt.

"Bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern, die im kommenden Jahr auf 25 Prozent steigen soll, verzeichnete die Deutsche Bank einen Anstieg im ersten Halbjahr von 9 Prozent im Vorjahr auf 21 Prozent. "Das Glas ist im Moment mehr als zur Hälfte gefüllt. Wir liegen beim Erreichen unseres Ziels voll im Plan", sagte Finanzchef Börsig.

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