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Roundup 2:Deutsche investieren weniger in Investmentfonds - Geringe KenntnisseDPA-Datum: 2004-07-15 15:51:57

(dpa-AFX) Frankfurt - Das Interesse an Investmentfonds ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2004 investierten die Anleger nach Berechnungen des Fondsverbands BVI nur noch 16,3 Milliarden Euro in Fonds. Im Vergleich zu 40,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2003 war dies ein Rückgang um deutlich mehr als 50 Prozent. "Diese Absatzschwäche ist sehr enttäuschend", sagte BVI-Vorsitzender Stefan Seip am Donnerstag in Frankfurt.

(dpa-AFX) Frankfurt - Das Interesse an Investmentfonds ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2004 investierten die Anleger nach Berechnungen des Fondsverbands BVI nur noch 16,3 Milliarden Euro in Fonds. Im Vergleich zu 40,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2003 war dies ein Rückgang um deutlich mehr als 50 Prozent. "Diese Absatzschwäche ist sehr enttäuschend", sagte BVI-Vorsitzender Stefan Seip am Donnerstag in Frankfurt.

Nach Aussage von Seip gibt es eine Reihe von Gründen für die gesunkene Nachfrage. "Dazu gehört sicherlich ein in diesem Jahr orientierungsloser Aktienmarkt ebenso wie die Tatsache, dass auch mit Renten- oder Geldmarktfonds nicht viel zu verdienen war." Selbst die Offene Immobilienfonds hätten mit einer bisher so nicht gekannten, konjunkturbedingten Renditeschwäche zu kämpfen.

Branche FÜR Hedge-Fonds Zuversichtlich

Besonders Aktienfonds sanken in der Gunst der Anleger. In den ersten sechs Monaten wurden 1,5 Milliarden Euro aus dieser Anlageform abgezogen. Im Vorjahreszeitraum waren noch 1,8 Milliarden Euro in Aktienfonds geflossen. Insgesamt waren Ende Juni inklusive Wertzuwachs 142 (Juni 2003: 123) Milliarden Euro in Aktienfonds angelegt. Rentenfonds konnten mit 7,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten sechs Monaten etwas mehr einsammeln als im Vorjahr.

Zuversichtlich äußerte sich die Branche für die in Deutschland erst seit Jahresbeginn zugelassenen besonders risikoreichen Hedge-Fonds. Die Zuflüsse von 0,6 Milliarden Euro dürften sich nach Einschätzung des BVI mehr als verdoppeln. Als Größenordnung nannte Seip 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro.

Geringe Kenntnisse DER Privatanleger Über Kapitalmärkte

Überrascht zeigte sich der BVI-Chef über die geringen Kenntnisse der Privatanleger über die Kapitalmärkte. Obwohl Investmentfonds fest etabliert seien, gebe es große Wissenslücken bei den Anlegern, sagte er. Die Finanzbranche müsse deutlich mehr in Bildung und Aufklärung investieren. eip verwies auf eine Studie, nach der lediglich 28 Prozent der Fondsbesitzer wissen, was ein Aktienfonds ist, beim Rentenfonds seien es nur 18 Prozent. Bei Anlegern, die keine Fondsanteile besitzen, liegt die Bekanntheit nur bei neun beziehungsweise sieben Prozent.

Besonders komplexe Anlageformen wie Zertifikate überfordern laut BVI den Privatanleger. So könnten Kleinanleger nicht beurteilen, ob der Kauf- oder Verkaufspreis angemessen sei, kritisierte Seip. "In der Regel liegt der Preis mehr als fünf Prozent über dem fairen Wert", sagte er. Auch die Gebühren seien für den normalen Anleger nur schwer zu durchschauen.

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