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Roundup 2 Dihk: Wirtschaft wächst auch 2005 - aber mit weniger Tempo

Die Wirtschaft bleibt nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (Dihk) auf Wachstumskurs, verliert aber im kommenden Jahr an Schwung.

dpa-afx BERLIN. Die Wirtschaft bleibt nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (Dihk) auf Wachstumskurs, verliert aber im kommenden Jahr an Schwung. Nach der Herbstumfrage des Verbandes kann das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um zwei Prozent und im kommenden Jahr um 1,5 Prozent zulegen. Die Zahl der Arbeitslosen werde sich voraussichtlich 2005 nicht erhöhen. Auch mit einem Kaufkraftverlust durch die Arbeitsmarktreform Hartz IV sei nicht zu rechnen. Der Privatkonsum werde vielmehr um 1,2 Prozent zulegen. Die Regierung sprach am Montag von ermutigenden Zeichen. An diesem Dienstag stellen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen vor.

Dihk-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben betonte, die Konjunktur mache auch im nächsten Jahr Fortschritte. Allerdings verliere die Weltkonjunktur und damit die Nachfrage an deutschen Produkten schon wieder an Dynamik: "Der hohe Ölpreis bremst die Weltwirtschaft und verteuert zugleich die Einfuhren Deutschlands im Jahr 2005." Für den Export sieht die auf 25 000 Unternehmensantworten basierende Umfrage für 2005 einen Anstieg von 7,0 Prozent und für dieses Jahr von 9,5 Prozent vorher. Allerdings strahlt der Export nur schwach auf den Binnenmarkt aus: Der Außenhandel trage zum BIP-Wachstum in diesem Jahr einen Prozentpunkt und 2005 nur ein Drittel Prozentpunkt bei.

Export Bleibt Motor

Regierungssprecher Béla Anda verwies darauf, dass der Export weiter Wachstumsmotor bleibe. Die für 2005 erwartete Verlangsamung des Wachstums habe externe Ursachen, wie den hohen Ölpreis und eine sich abschwächende US-Konjunktur. Vor dem Hintergrund einer schwierigen weltwirtschaftlichen Lage wertete Anda die Dihk-Umfrage als "ermutigendes Zeichen" auch dafür, dass die Bundesregierung ihren Weg mit den Reformen unter dem Namen Agenda 2010 fortsetzen werde. Die Bundesregierung stellt ihre Prognose am 25. Oktober vor.

Insgesamt setzt sich die Erholung der Konjunktur nach Worten von Dihk-Chefvolkswirt Axel Nitschke nur mühsam fort. Dies spiegelt sich in den Geschäftserwartungen der Unternehmen wider, die sich im Vergleich zur Frühsommerumfrage nur geringfügig verbesserten. 27 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten bessere Geschäfte (Frühsommer: 28 Prozent). 49 Prozent (46) rechnen mit einer gleich bleibenden und 24 Prozent (26) mit einer schlechteren Entwicklung. "In der Bauwirtschaft schwinden immer mehr die Hoffnungen auf eine Ende der Talfahrt", sagte Nitschke. Zuversicht bestehe nach wie vor in ausfuhrorientierten Branchen wie Maschinenbau und Elektrotechnik.

Herbstprognose

Die Dihk-Umfrage deckt sich in weiten Teilen mit den - vorab bekannt gewordenen - Prognosen der sechs Wirtschaftsinstitute. Wie die "Welt am Sonntag" und die "Financial Times Deutschland" (Montag) berichteten, rechnen die Institute mit einem Wachstum von 1,8 Prozent für 2004 und von 1,5 Prozent für das kommende Jahr. Neben dem hohen Ölpreis machen die Konjunkturforscher ebenso wie der Dihk auch die geringere Zahl an Arbeitstagen für das langsamere Wachstum in 2005 verantwortlich.

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