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Roundup 2: Druck auf Staat zur Abwehr von Siemens-Einstieg bei VA Tech wächst

Im Ringen um die Zukunft des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech wächst der Druck auf die Wiener Bundesregierung, eine Übernahme durch Siemens zu verhindern. Die Regierungschefs von Kärnten und der Steiermark, Jörg Haider und Waltraud Klasnic, forderten ein Eingreifen der staatlichen Industrieholding Öiag, die mit 15 % an VA Tech beteiligt ist. Die Angst vor den Folgen einer Übernahme beschwor der Konzernbetriebsrat in ganzseitigen Zeitungsanzeigen.

dpa-afx MÜNCHEN/LINZ. Im Ringen um die Zukunft des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech wächst der Druck auf die Wiener Bundesregierung, eine Übernahme durch Siemens zu verhindern. Die Regierungschefs von Kärnten und der Steiermark, Jörg Haider und Waltraud Klasnic, forderten ein Eingreifen der staatlichen Industrieholding Öiag, die mit 15 % an VA Tech beteiligt ist. Die Angst vor den Folgen einer Übernahme beschwor der Konzernbetriebsrat in ganzseitigen Zeitungsanzeigen.

Haider und Klasnic forderten, die Bundesregierung müsse den Privatisierungsauftrag der Öiag konkretisieren, damit diese sich an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen und so die befürchtete Zerschlagung des Konzerns abwehren könne. Haider sagte, das Management der Öiag müsse von sich aus aktiv werden, um eine "Filetierung des Unternehmens durch eine feindliche Übernahme von Siemens und Co" zu verhindern. Siemens lehnte einen Kommentar ab.

Öiag Schliesst Anteilsverkauf Nicht AUS

Dagegen hatte die staatliche Industrieholding Öiag am Wochenende den Verkauf ihres Anteils nicht prinzipiell ausgeschlossen. Sollte der VA Tech-Vorstand eine Übernahme akzeptieren und würde dies dem Öiag-Privatisierungsauftrag entsprechen, könne "es sehr gut sein, dass wir dem Vorschlag des VA Tech-Vorstandes folgen", sagte Öiag-Vorstand Peter Michaelis.

Die Möglichkeit, dass der Staat die Öiag ermächtige, als "weißer Ritter" die VA Tech zu übernehmen, schloss er aus. Bei der für September geplanten Kapitalerhöhung könne die Öiag nach derzeitiger Rechtslage nicht mitziehen. "Solange der Privatisierungsauftrag besagt, dass wir die VA Tech zu 100 % zu privatisieren haben, besteht keine rechtliche Basis, um an Kapitalerhöhungen teilnehmen zu können."

Betriebsrat Fürchtet Zerschlagung

VA Tech-Konzernbetriebsratschef Anton Beneder schrieb in dem offenen Brief an die Siemens-Beschäftigten, es drohe der Verlust von "letztlich hunderten, wahrscheinlich sogar tausenden Arbeitsplätzen". Auch Siemens-Standorte könnten dann von Rationalisierungen betroffen sein. Am Dienstag werden alle 8 000 Inlandsbeschäftigten von VA Tech in Betriebsversammlungen über den Stand der Dinge informiert.

In der Vorwoche hatte Siemens erstmals generelles Interesse an Teilbereichen der VA Tech bestätigt. Nach Medienberichten haben die Münchner inzwischen weitere, vertrauliche Informationen an die Wiener Übernahmekommission übermittelt. Die Kontrollinstanz hatte bemängelt, dass es widersprüchliche Informationen von den VA Tech-Aktionären gebe. Eine Übernahme könnte Siemens laut Medienberichten bis zu 900 Mill. ? kosten. VA Tech erwartet für 2004 einen Netto-Verlust von 65 Mill. bis 70 Mill. ?.

Kovats Hält 12,53 Prozent

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,53 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %; 72,47 % der 15 Mill. Aktien sind im Streubesitz. Medienberichten zufolge planen Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie. Am Montag stand der Kurs zwischenzeitlich bei 52,80 ?.

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