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Roundup 2: Durchbruch bei den VW-Tarifverhandlungen - Nullrunde vereinbart

Nach dem mehrwöchigen Verhandlungsmarathon bei Volkswagen haben sich Arbeitgeber und IG Metall am Mittwoch auf eine Kompromisslösung geeinigt. So sagte der Konzern eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2011 zu, betriebsbedingte Kündigungen bleiben damit ausgeschlossen.

dpa-afx WOLFSBURG. Nach dem mehrwöchigen Verhandlungsmarathon bei Volkswagen haben sich Arbeitgeber und IG Metall am Mittwoch auf eine Kompromisslösung geeinigt. So sagte der Konzern eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2011 zu, betriebsbedingte Kündigungen bleiben damit ausgeschlossen.

Zudem haben beide Seiten eine Einmalzahlung von 1 000 Euro sowie für 28 Monate eine Nullrunde vereinbart. Der "Zukunftstarivertrag" werde rückwirkend zum 28. Oktober wirksam, teilten beide Seiten am Mittwoch im Anschluss an die sechste Verhandlungsrunde mit. Damit werden die jährlichen Arbeitskosten wie von VW angepeilt in der laufenden Tarifrunde um etwa 1 Milliarde Euro gesenkt. Der Konzern will die Arbeitskosten bis zum Jahr 2011 um 30 Prozent oder etwa zwei Mrd. Euro senken. Das heißt, die Hälfte der Zielsumme hat der Konzern bereits geschafft.

Beide Seiten Zufrieden

Beide Seiten zeigten sich mit der Kompromisslösung zufrieden. "Unser Konzept des Nachhaltigkeitsvertrags konnte in den wesentlichen Punkten umgesetzt werden", sagte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn. Das Verhandlungsergebnis beweise, dass Volkswagen für "wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in Deutschland" stehe. IG Metall Verhandlungsführer Hartmut Meine bezeichnete das Tarifergebnis als "fairen Kompromiss". "Die Lösungsformel lautet 103 000 sichere Arbeitsplätze und 1 000 Euro Einmalzahlung. Erstmals werden mit einem Tarifvertrag nachhaltig 103 000 Arbeitsplätze für die Zukunft abgesichert.

Damit sind die Jobs der heute bei Volkswagen Beschäftigten langfristig gesichert", sagte Klaus Volkert, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG und Mitglied der Verhandlungskommission: "Ich begrüße es, dass wir zu einem tragbaren Ergebnis gekommen sind, mit dem beide Seiten leben können." Die Forderung des Unternehmens nach einem so genannten Co-Investment, einem Verfahren zum Wettbewerb um Produktentscheidungen zwischen den Werken, insbesondere mit dem Mittel verlängerter Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, konnte die IG Metall abwenden.

Mehr Flexibilität

Die Kernpunkte des Verhandlungsergebnisses sind neben der Beschäftigungssicherung und der Nullrunde flexiblere Vergütungen. So soll unter anderem ein Bonusplan im Jahr 2006 eingeführt werden, der sich am Unternehmensergebnis der Volkswagen AG orientiert. 2005 erhalten die westdeutschen Beschäftigten eine Einmalzahlung von 1 000 Euro.

Ab 1. Januar 2005 gilt für neu eingestellte Mitarbeiter ein neues Vergütungs- und Personalentwicklungssystem. Dazu muss bis März 2005 noch ein neuer Haustarifvertrag ausgehandelt werden. Das Unternehmen hatte dazu ein Job-Familiy-Konzept vorgelegt. Das neue Tarifsystem liegt auf dem deutlich niedrigeren Niveau des Metall-Flächentarifvertrags, hieß es.

Arbeitszeitkonten

Auch die jetzigen Mitarbeiter soll das Entlohungssystem stärker flexibilisiert werden. So sollen die bisherigen Modelle um ein Arbeitszeitkonto mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 400 Stunden ergänzt werden. VW werde innerhalb dieser Grenzen Mehrarbeitszuschläge erst ab der 40. Wochenstunde zahlen.

Zudem sollen die Mitarbeiter künftig jährlich mindestens 66 Stunden auf einem Lebensarbeitszeitkonto ("Zeit-Wertpapier") anlegen. Diese werdenn verrechnet mit dem aktuellen Arbeitszeitkonto. Mit diesem Konzept soll den Mitarbeitern nach dem Auslaufen des Altersteilzeit-Gesetzes ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben ermöglicht werden. Weiterhin sollen rund 4 200 Mitarbeitern Altersteilzeit in Anspruch nehmen können.

Auszubildende

Einschnitte gibt es für künftige Auszubildende. So wird es nicht mehr für alle eine Übernahmegarantie geben. Künftig sollen nur noch 85 Prozent aller Auszubildenden bei Volkswagen bleiben können. Die übrigen 15 Prozent werden von der VW-Tochter Autovision übernommen. Darüber hinaus schaffe Volkswagen jährlich 185 zusätzliche Ausbildungsplätze bei der Autovision. Zugleich wird im Gegenzug die Ausbildungsvergütung bei Volkswagen gesenkt.

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