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Roundup 2: EADS erhöht wegen hoher Airbus-Auslieferungen die Jahresprognosen

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS lässt die Luftfahrt-Krise hinter sich und hat nach einem kräftigen Ergebnis- und Umsatzplus in den ersten neun Monaten seine Prognosen weiter aufgestockt.

dpa-afx PARIS. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS lässt die Luftfahrt-Krise hinter sich und hat nach einem kräftigen Ergebnis- und Umsatzplus in den ersten neun Monaten seine Prognosen weiter aufgestockt. Die im notierte EADS-Aktie legte bis zum Nachmittag um 0,44 Prozent auf 23,00 Euro zu.

"Die EADS wird ihr weltweites Wachstum fortsetzen, insbesondere in ihren wichtigsten Märkten in Asien, Nordamerika und Europa", erklärten die EADS-Chefs Philippe Camus und Rainer Hertrich am Donnerstag. In den ersten neun Monaten habe vor allem die Flugzeug-Tochter Airbus von der gestiegenen Nachfrage nach Verkehrsmaschinen profitiert.

Umsatzanstieg IM Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen insbesondere Dank lebhafter Flugzeug-Auslieferungen nun einen Umsatzanstieg auf 32 (Vorjahr: 30) Mrd. Euro. Bereits zur Halbjahresbilanz hatte EADS die Prognose auf 31 Mrd. Euro angehoben. Damit kommt der Konzern seinem Umsatzziel von jährlich 40 Mrd. Euro, das er innerhalb der kommenden vier bis fünf Jahre erreichen will, rascher als geplant näher. "Der Luftfahrt-Markt hat schneller angezogen, als wir noch Anfang des Jahres gedacht haben", sagte ein Unternehmenssprecher. In den ersten neun Monaten legten die Erlöse um 16 Prozent auf 21,5 Mrd. Euro zu.

Mindestens 315 Maschinen will Airbus in diesem Jahr ausliefern, das wären 30 mehr als die vom Konkurrenten Boeing eingeplanten 285 Flugzeuge. Zwischen Januar und September kam Airbus auf 224 Maschinen und damit 25 mehr als vor Jahresfrist. Allerdings werde der Modell-Mix mit einem geringeren Anteil von Flugzeugen aus der A330/A340-Familie zwischen Oktober und Dezember weniger vorteilhaft ausfallen, als in den ersten neun Monaten, hieß es. Airbus gehört zu 80 Prozent der EADS und zu 20 Prozent zum britischen Rüstungskonzern BAE Systems .

Airbus A380 IM Plan

Im Plan sieht die EADS ihr Programm für den Großraumflieger A380, der im ersten Quartal kommenden Jahres erstmals abheben soll. Die A380-Auslieferungen an die Fluggesellschaften sollen im zweiten Quartal 2006 starten. Derzeit hat der Konzern feste Aufträge beziehungsweise Zusagen für insgesamt 139 A380-Maschinen von 13 Airlines in den Büchern.

Auch seine Erwartungen für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten (Ebit) hob das Unternehmen erneut an auf 2,2 Mrd. Euro im Gesamtjahr. Zuletzt hatte die EADS 2,1 Mrd. Euro prognostiziert. Analysten hatten wegen der erhöhten Auslieferungen von Airbus-Maschinen im Vorfeld mit einer Anhebung auf 2,2 Mrd. Euro oder sogar etwas darüber gerechnet.

Neun-Monats-Ebit 1,5 MRD Euro

In den ersten neun Monaten konnte der Konzern seine Ebit-Marge von 4,2 auf sieben Prozent steigern und das Ebit auf 1,5 Mrd. (784 Mio) Euro nahezu verdoppeln. Dazu trugen auch deutliche Verbesserungen in der kriselnden Raumfahrtsparte bei, die sich mit einem negativen Ebit von fünf Mill. Euro in den ersten neun Monaten der Schwarzen Null näherte. Im Vorjahreszeitraum waren auf dieser Basis noch Verluste von 184 Mill. Euro aufgelaufen.

Zudem sagte Philippe Camus am Donnerstag, dass sich EADS wohl bald mit der britischen Regierung über einen milliardenschweren Auftrag einigen wird. "Die Verhandlungen verlaufen sehr positiv und ich bin überzeugt, dass wir nahe an einem günstigen Ergebnis sind", sagte Camus. Bei dem Auftrag geht es um die Ausrüstung der Royal Air Force mit neuen Tankflugzeugen von Airbus. Der Auftrag hat einen Wert von 13 Mrd. Pfund (rund 19 Mrd. Euro).

Die "Financial Times" hatte am Vortag berichtet, dass Airbus um diesen Auftrag bangen müsse. Das Ministerium erwäge, die geplante Ausrüstung der Royal Air Force mit neuen Tankflugzeugen von Airbus zu stoppen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben des Beschaffungsamtes. Das Beschaffungsamt habe Airbus ein Ultimatum bis Ende des Jahres gesetzt, um einen überarbeiteten Vertrag vorzulegen. Streitpunkt seien vor allem die Leasing-Bestimmungen des Vertrages.

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