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Roundup 2: Euro setzt Höhenflug fort - Neues Rekordhoch bei 1,3 074 Dollar

Der Euro hat seinen Höhenflug vor dem mit Spannung erwarteten Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) fortgesetzt.

dpa-afx FRANKFURT. Der Euro hat seinen Höhenflug vor dem mit Spannung erwarteten Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung stieg am Donnerstag bis auf 1,3 074 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit seiner Einführung am 1. Januar 1999. Damit wurde der erst am Mittwoch aufgestellte Rekord von 1,3 046 Dollar deutlich übertroffen. Am Nachmittag gab der Kurs wieder nach und notierte bei 1,3 013 Dollar.

Auslöser für das erneute Rekordhoch sei die Nachricht gewesen, Russland wolle im kommenden Jahr die Dollar-Anbindung des Rubel aufgeben, sagte Devisenanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. Russland wolle zu einem Währungskorb übergehen, in welchem der Euro bis zu 70 Prozent Gewicht haben soll. Als weiteren Grund für den teuren Euro nannten Händler die Dollar-Abwertung in Asien. Dort rutschte der Greenback gegenüber dem japanischen Yen auf ein Siebenmonats-Tief. Dadurch sei der Dollar auch gegenüber dem Euro abgewertet worden.

Experten raten der Europäischen Zentralbank (EZB) von einem Eingriff auf dem Devisenmarkt ab, obwohl der teure Euro die Konjunkturerholung in den zwölf Euroländern bedroht. "Die EZB ist nicht das Vollkaskoinstitut für europäische Exporteure, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben", sagte der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer. Die Unternehmen hätten alle Chancen gehabt, sich rechtzeitig zu günstigen Kursen gegen Wechselkursschwankungen (Hedging) abzusichern.

Eichel: 'Brutale Entwicklung'

Ohne Wirkung blieben Äußerungen von Bundesfinanzminister Hans Eichel, der den Höhenflug des Euro als "brutale Entwicklung" bezeichnete. Er schloss sich damit fast wörtlich dem EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet an, der die Wechselkursschwankungen vergangene Woche als "brutal" bezeichnet hatte.

Eichel zufolge wird das Thema dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende in Berlin eine Rolle spielen. "Aber, wie sich das bei Währungsfragen gehört, hinter verschlossenen Türen, und dann hoffentlich mit einer gemeinsamen Position von Japan, USA und Europa", sagte Eichel.

'Sache DES Marktes'

Experten zweifeln allerdings daran, dass die Teilnehmer des G20-Treffens um Wechselkursfragen auf einen gemeinsamen Nenner kommen. "Zu unterschiedlich sind die jeweiligen Interessenlagen", sagte Commerzbank-Experte Fritsch. Den USA kommt der schwache Dollar gelegen, um die riesige Lücke in der Leistungsbilanz zu verkleinern. Dagegen fürchten die Euroländer eine abflauende Konjunktur, da ein hoher Eurokurs die Exporte verteuert. Vor allem in Deutschland - der größten Volkswirtschaft der Eurozone - hängt die Konjunkturerholung stark vom Export ab.

Zuletzt dämpfte EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas Erwartungen, die Europäische Zentralbank (EZB) werde schon bald mit konkreten Schritten gegen den Anstieg der Einheitswährung vorgehen. "Die Wechselkursentwicklung überlässt man am besten den Märkten", sagte der Notenbanker.

Greenspan Trifft Trichet

Kurz vor dem G20-Treffen trifft sich die internationale Finanzszene an diesem Freitag in Frankfurt. Notenbankchefs, Vorstände von Großbanken und Politiker werden auf dem "European Banking Congress 2004" über Währungsfragen, den Euro und die Zukunft der Finanzbranche diskutieren. US-Notenbankchef Alan Greenspan und sein EZB-Amtskollege Trichet haben ihre Teilnahme angekündigt, bevor sie weiter nach Berlin reisen.

Die EZB setzte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,3 024 (Mittwoch: 1,3 026) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7 678 (0,7 677) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7 025 (0,7 014) britische Pfund , 135,54 (135,97) japanische Yen und 1,5 171 (1,5 203) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 442,00 (443,45) Dollar gefixt.

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