Archiv
Roundup 2: Ex-Daimler-Chrysler-Manager Bernhard wechselt als Markenchef zu VW

Der Autokonzern Volkswagen holt den früheren Daimler-Chrysler -Vorstand Wolfgang Bernhard in seine Führungsspitze. Der als Sanierer bekannte Topmanager soll die Kernmarke VW auf Vordermann bringen. Der 44-Jährige werde nach der Zustimmung des Aufsichtsrates zum 1. Februar 2005 zunächst VW-Vorstand ohne Geschäftsbereich, teilte VW am Mittwoch mit. Spätestens zum 1. Januar 2006 soll er dann aber die Führung der Marke Volkswagen übernehmen. Zu der Markengruppe zählen etwa die Modelle Golf, Passat, Polo sowie Skoda und Bentley. Analysten begrüßten die VW-Entscheidung.

dpa-afx WOLFSBURG. Der Autokonzern Volkswagen holt den früheren Daimler-Chrysler-Vorstand Wolfgang Bernhard in seine Führungsspitze. Der als Sanierer bekannte Topmanager soll die Kernmarke VW auf Vordermann bringen. Der 44-Jährige werde nach der Zustimmung des Aufsichtsrates zum 1. Februar 2005 zunächst VW-Vorstand ohne Geschäftsbereich, teilte VW am Mittwoch mit. Spätestens zum 1. Januar 2006 soll er dann aber die Führung der Marke Volkswagen übernehmen. Zu der Markengruppe zählen etwa die Modelle Golf, Passat, Polo sowie Skoda und Bentley. Analysten begrüßten die VW-Entscheidung.

Über einen Wechsel des promovierten Wirtschaftswissenschaftlers Bernhard zu VW war seit Wochen spekuliert worden. Der Ex-Chrysler-Vize war Ende April vom Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat überraschend von dem für ihn vorgesehenen Posten des Chefs der Mercedes Car Group entbunden worden. Er hatte intern Mercedes als Sanierungsfall bezeichnet und damit sowohl die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat als auch Mercedes-Chef Jürgen Hubbert gegen sich aufgebracht.

Analysten Begrüssen Berufung Bernhards

Analysten begrüßten am Mittwoch die Berufung Bernhards, der sich in seinen Jahren beim US-Autobauer Chrysler den Ruf eines knallharten Sanierers erworben hat. "Das ist grundsätzlich eine positive Nachricht", sagt Analyst Marc-Rene Thonn von M. M. Warburg. Bernhard habe den Ruf, die Kosten gut unter Kontrolle zu bringen. Allerdings werde es aber dauern, bis Bernhard bei Volkswagen Wirkung entfalten könne. Zudem werde er sich als "Mann von außen" gegen interne Widerstände eingespielter Gruppen bei VW durchsetzen müssen.

SES Research bezeichnete die bevorstehende Verpflichtung als "äußerst positiv" und bestätigte die VW-Aktie mit "Outperformer". Bernhard habe bereits bei Chrysler einen erheblichen Beitrag zur Restrukturierung geleistet. Trotz des harten Sanierungskurses bei Chrysler habe Bernhard eine gute Beziehung zu Gewerkschaftskreisen bewahren können. SES Research erwartet, dass er bei Volkswagen die geplanten Einsparungen "vollumfänglich" umsetzen kann.

Analyst: Mögliche Ideen Bernhards Noch Nicht Bekannt

Analyst Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz beurteilte den Schritt von VW ebenfalls als positiv. Bernhard eile der Ruf als Kostensenker voraus. Dadurch werde es vielleicht auch möglich, dass die Arbeitnehmer in den laufenden Tarifverhandlungen eher zu Zugeständnissen bereit seien - falls sich etwa in Zukunft noch härtere Einschnitte abzeichneten. Allerdings sei derzeit noch gar nichts über mögliche Ideen von Bernhard bekannt, schränkte Punzet ein. Zudem blieben Probleme wie ein schwacher Absatzmarkt und eine schwache Modellpolitik bei VW weiter bestehen.

Konzernchef Bernd Pischetsrieder nannte Bernhard einen "ausgewiesenen Branchenkenner und erfahrenen Automobilmanager". Der VW-Chef gilt als treibende Kraft hinter der Verpflichtung Bernhards, wie es in Branchenkreisen hieß. Bernhard übernimmt die Führung der Marke VW von Pischetsrieder, der den Umbau des Konzerns seit geraumer Zeit vorantreibt. Der VW-Chef erklärte am Mittwoch: "Wir arbeiten seit gut einem Jahr an der konsequenten Entflechtung von Marken- und Konzernfunktionen bei Volkswagen." Sobald dieser Prozess vollständig abgeschlossen sei, solle Bernhard die Marke VW eigenständig führen.

MIT Umbau Soll Verantwortung AUF Einzelne Marken Verlagert Werden

Mit dem Umbau soll die operative Verantwortung stärker auf die einzelnen Marken verlagert werden. Zu den Marken des Konzerns zählen unter anderem VW und Audi. Aus VW-Kreisen war im Juli verlautet, die schwierige Autokonjunktur habe eine Menge an strukturellen Problemen bei Volkswagen hoch kommen lassen. Die geplante "Entzerrung" und "Konzentration" solle vor allem die Marke VW stärken, die bisher auch personell eng mit der Konzernebene verwoben war. Es habe mitunter eine "unklare Aufgabenverteilung" gegeben, hieß es. Ziel seien klarere Strukturen. Im Zuge des Umbaus kam es bereits es zu mehreren Veränderungen in der VW-Führungsetage.

Das operative Ergebnis der Markengruppe Volkswagen war im ersten Halbjahr auf 33 (319) Mill. Euro eingebrochen. Hauptgründe waren negative Währungseinflüsse, gestiegene Abschreibungen aus der Erneuerung der Produktpalette sowie die Rabattschlacht vor allem in den USA, China und Europa. Konzernweit sank das Ergebnis vor Sondereinflüssen trotz eines millionenschweren Sparprogramms im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 20 Prozent auf 979 Mill. Euro. VW hatte daraufhin mitgeteilt, anstelle der ursprünglichen Zielsetzung von 2,5 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2004 könnte das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen nur noch 1,9 Mrd. Euro betragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%