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Roundup 2: Ford räumt bei Jaguar auf - Gewinnprognose erhöht - Formel 1-Ende

Der amerikanische Autokonzern Ford hat am Freitag die Schließung eines britischen Jaguar-Werks, den Ausstieg der Briten aus der Formel 1 und eine erhöhte Ergebnisprognose für das dritte Quartal verkündet. Der drittgrößte Autohersteller der Welt rechnet jetzt mit einem Gewinn von zehn Cent bis 15 Cent je Aktie. Die bisherige Schätzung war von einem ausgeglichenen Ergebnis bis zu einem Gewinn von fünf Cent je Aktie aus dem laufenden Geschäft unter Ausklammerung von Sonderfaktoren ausgegangen.

dpa-afx LONDON/DEARBORN. Der amerikanische Autokonzern Ford hat am Freitag die Schließung eines britischen Jaguar-Werks, den Ausstieg der Briten aus der Formel 1 und eine erhöhte Ergebnisprognose für das dritte Quartal verkündet. Der drittgrößte Autohersteller der Welt rechnet jetzt mit einem Gewinn von zehn Cent bis 15 Cent je Aktie. Die bisherige Schätzung war von einem ausgeglichenen Ergebnis bis zu einem Gewinn von fünf Cent je Aktie aus dem laufenden Geschäft unter Ausklammerung von Sonderfaktoren ausgegangen.

Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn von 1,90 bis zwei Dollar je Aktie nach bisher 1,80 bis 1,90 $ je Aktie erwartet. Ford begründete die höheren Gewinnerwartungen vor allem mit der starken Leistung in der Finanzdienstleistungs-Sparte und der verbesserten Kostensituation im Autobereich.

450 MIO Dollar Kosten

Wie Ford in Dearborn mitteilte, rechne das Unternehmen aber im Gesamtjahr wegen der Jaguar-Entlassungen und des Formel-1-Ausstiegs mit außerordentlichen Kosten von 375 Mill. $, im Jahr 2005 mit weiteren 75 Mill. $. Die Entlassungen bei Jaguar würden den Gewinn je Aktie in diesem Jahr um 25 US-Cent belasten. Das Jaguar-Formel-1-Team steige zum Saisonende 2004 aus der Rennserie aus und solle verkauft werden.

Ford unterstrich aber, an der Luxusmarkenstrategie der Premier Automotive Group (PAG) werde festgehalten. Für die PAG, zu der neben Jaguar noch Aston Martin, Volvo und Land Rover gehören, rechnet Ford im vierten Quartal mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Jaguar sei in einer ernsthaften Verlustsituation, erklärte Mark Fields, Exekutive-Vizepräsident der Ford-Luxuswagensparte und der Ford Europe.

Jaguar könne sich jedoch mit jährlichen Verkaufszahlen von 125 000 Autos keine drei Werke leisten. Jaguar-Chef Joe Greenwell verwies darauf, dass das Unternehmen trotz eines beachtlichen Absatzanstiegs und ausgezeichneter Qualität während der vergangenen Jahre nicht mit den erheblich größeren Konkurrenten habe mithalten können. "Wir haben zu viel Kapazität, und dies ist unser grundsätzliches strukturelles Problem", erklärte er.

Formel 1 ZU Teuer

In Coventry sind 1 350 der mehr als 2 000 Beschäftigten von Entlassungen, Ausgliederungen und Vorruhestandsregelungen betroffen. Die Produktion der Jaguar-Aluminium-Modelle werde im Werk Castle Bromwich bei Birmingham konzentriert. Die erreichte Kostenersparnis solle Ende kommenden Jahres wirksam werden, teilte der Konzern mit. Der geplante Ausstieg aus der Formel 1 werde jährlich 50 Mill. bis 60 Mill. ? Ersparnis bringen.

Im ersten Halbjahr 2004 machte die Ford-Luxussparte mit den Marken Land Rover, Aston Martin, Volvo und Jaguar einen Verlust von rund 360 Mill. $. Während Volvo wieder profitabel ist und Land Rover sowie Aston Martin bald die Etragswende erreichen sollen, hatte Jaguar nach Branchenangaben etwa die Hälfte des gesamten Verlustes zu verantworten. Daraufhin kürzte Ford bis Jahresende die Jaguar-Produktion. Die Amerikaner waren 1989 bei der Traditionsmarke eingestiegen.

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