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ROUNDUP 2: Gedämpfte Erwartungen an Postbank-Aktie - Fonds sensibler geworden

BONN (dpa-AFX) - Mit eher gedämpften Erwartungen blicken Anleger auf daswichtigste Börsenereignis des Jahres in Deutschland: Die Postbank gibt an diesemMittwoch ihr Debüt. Nach peinlichen Irrungen herrscht sowohl beim EigentümerDeutsche Post wie auch den Konsortialbanken und auf dem FinanzmarktErleichterung vor, dass der Börsengang überhaupt noch geklappt hat und einpeinliches Scheitern in letzter Minute abgewendet wurde.

BONN (dpa-AFX) - Mit eher gedämpften Erwartungen blicken Anleger auf daswichtigste Börsenereignis des Jahres in Deutschland: Die Postbank gibt an diesemMittwoch ihr Debüt. Nach peinlichen Irrungen herrscht sowohl beim EigentümerDeutsche Post wie auch den Konsortialbanken und auf dem FinanzmarktErleichterung vor, dass der Börsengang überhaupt noch geklappt hat und einpeinliches Scheitern in letzter Minute abgewendet wurde.

Mit einem Kursfeuerwerk rechneten Analysten und Investmentbanker zumBörsenstart nicht. Starke Kursgewinne seien längst geplatzte Hoffnungen ausvergangenen Zeiten der Euphorie, bei der die Märkte vor allem unterKleinanlegern viel an Glaubwürdigkeit verloren hatten. Nach den zunächstüberzogenen Preisvorstellungen dürfte das niedrigere Ausgabeniveau aber auchetwas nach Luft nach oben lassen, wie es aus Finanzkreisen hieß.

"Ich gehe davon aus, dass sich der Kurs zunächst leicht über demEmissionspreis bewegen wird", sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigungfür Wertpapierbesitz, Jürgen Kurz. Er sehe auf der anderen Seite keine Gefahr,dass der Kurs unter den Ausgabepreis fallen oder sogar deutlich nach unten gehenwird, es sei denn der gesamte Markt breche auf Grund anderer Faktoren ein.

FONDSBRANCHE: AKTIE 'FAIR GEPREIST'

Die Aktie galt nun in der Fondsbranche und bei Investmentbanker als "fairgepreist". Das Gezerre um den Preis und das Ergebnis der niedrigeren Preisspannehabe gezeigt, dass an der Börse Realismus eingekehrt sei, erläuterte Kurz. "DerMarkt funktioniert. Da hat man dazu gelernt." Auch die Fondsgesellschaften seien"sensibler" geworden, könnten sich unsolide Bewertungen nicht leisten undstünden unter Druck ihrer Klientel.

Mit einem Preisnachlass und einem deutlich geringeren Ausgabevolumen für denfreien Handel hatte die Deutsche Post als Eigentümerin den Börsengang sichernmüssen. Sonst hätte er mangels Nachfrage abgeblasen werden müssen. Mit demEinlenken beim Preis konnte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel schließlich dochnoch genügend Anleger hinter dem Ofen hervorlocken.

Anzubieten hat Zumwinkel mit der Banktochter des Post-Konzerns ein in derVergangenheit oft unterschätztes Geldinstitut, das er selbst als "verkanntesJuwel" bezeichnete. Die Postbank wird als einzige reine Privatkundenbank an derBörse notiert sein. Ihr Risikoprofil wird von Finanzexperten als geringeingestuft. Vom Investmentgeschäft ließ Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann dieFinger. Bislang dominierten die klassischen Spar- und Girokonten das Geschäft.

'GOLDMINE' DER POSTBANK

Die Postbank verfügt der Zahl nach über die mit Abstand meisten Kunden einerPrivatbank in Deutschland - rund 11,5 Millionen. Und die Kundenzahl, lautAufsichtsratschef Zumwinkel die "Goldmine" der Postbank, wächst weiter stetig.Sie kann außerdem mit ihren rund 9.000 Standorten in Post-Filialen das dichtesteGeschäftsnetz in Deutschland nutzen. Diese Nutzung wird dadurch abgesichert,dass die Post auch nach dem Börsengang die Mehrheit an ihrer Tochter behält.

Das profitable Bonner Geldinstitut will aber nicht nur der "Aldi" unter denBanken sein, sondern sich weitere Felder erschließen und den Kundenstamm auchfür andere Produkte gewinnen. Auch beim Kreditgeschäft mit Privatkunden will diePostbank künftig kräftiger mitmischen. Außerdem hat sie bereits daskrisensichere Geschäft der Zahlungsabwicklung von Deutscher Bank und DresdnerBank übernommen. "Weitere Institute sollen folgen", kündigte Zumwinkelan.

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