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Roundup 2: Handy-Probleme bei Siemens nähren Zweifel am Gewinnziel

Der Siemens-Konzern hat bei seiner Aufholjagd auf dem Handy-Markt durch einen Vermarktungsstopp für seine neueste Modellreihe einen Rückschlag erlitten. Führende Mobilfunkanbieter nahmen Handys der betroffenen 65er-Modellreihe nach einer Warnung von Siemens vorübergehend aus dem Sortiment und riefen die Kunden auf, ihre Mobiltelefone in die Läden zurück zu bringen. Der Verkaufsstopp könnte nach Einschätzung von Experten die Rückkehr der Mobilfunksparte in die Gewinnzone verzögern.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern hat bei seiner Aufholjagd auf dem Handy-Markt durch einen Vermarktungsstopp für seine neueste Modellreihe einen Rückschlag erlitten. Führende Mobilfunkanbieter nahmen Handys der betroffenen 65er-Modellreihe nach einer Warnung von Siemens vorübergehend aus dem Sortiment und riefen die Kunden auf, ihre Mobiltelefone in die Läden zurück zu bringen. Der Verkaufsstopp könnte nach Einschätzung von Experten die Rückkehr der Mobilfunksparte in die Gewinnzone verzögern.

Siemens wollte nicht über mögliche Belastungen spekulieren. Dazu sei es zu früh, sagte ein Konzernsprecher. "Dass es Auswirkungen auf das (laufende) Quartal geben wird, ist völlig klar." Nach einem verlustreichen dritten Quartal peilt die Handy-Sparte von Siemens im vierten Quartal (bis Ende September) wieder schwarze Zahlen an. Am Freitag wollte der Konzern seine Prognose nicht bestätigen, was die Zweifel bei den Analysten nährte. Die Aktie sackte daraufhin um 0,64 % auf 56,04 ? ab.

Absatzzahlen

Nach Einschätzung eines Branchenkenners haben die Münchener mehrere hundertausend Mobiltelefone von der 65er-Reihe abgesetzt. Der Konzern schwieg sich hierzu aus. Alleine beim kleinsten deutschen Netzbetreiber O2 handelt es sich um eine Menge im "mittleren fünfstelligen" Bereich. Bei Vodafone Deutschland liegt die Zahl laut einem Branchenkenner um einige zehntausend Geräte höher. Sprecher von Deutsche Telekom , E-Plus und mobilcom bezeichneten die Modellreihe als "beliebtes Gerät". Die Modellreihe wird seit April in Europa und Asien vermarktet.

Nach Angaben von Siemens kann das laute Abspielen einer Ausschaltmelodie bei leer gelaufenem Akku im Extremfall zu Hörschäden führen. Bislang sei noch niemand zu Schaden gekommen, hieß es. Mit dem Aufspielen einer neuen Software kann das Problem beseitigt werden. Nach Aussage der Anbieter und Siemens soll der Verkauf der 65er Reihe in den ersten Septembertagen wieder anlaufen.

'Imageschaden'

Die Probleme bei der neuen Handy-Modellreihe kommen für Siemens zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Nach Angaben aus Kreisen von Mobilfunkanbietern hat der Verkaufsstopp einen "immensen" Imageschaden verursacht. In den ersten Monaten würden die Kunden bei Siemens-Geräten voraussichtlich zurückhaltender reagieren, hieß es in den Kreisen. Möglicherweise werde dadurch die jährliche Verkaufsoffensive zum Ende des vierten Quartals betroffen und weniger Handys für das absatzstarke Weihnachtsgeschäft verkauft.

Die Handy-Probleme könnten nach Einschätzung von Experten die Rückkehr der Mobilfunksparte in die Gewinnzone verzögern. "Die Zusatzkosten für die Rückrufaktion drücken auf den Gewinn", sagte Theo Kitz, Analyst bei Merck Finck. Er erwartet, dass der Marktanteil von Siemens unter der Rückrufaktion leiden wird. "Nokia ist sehr aggressiv geworden", sagte er. Thomas Hofmann, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), erwartet hingegen nur eine "temporäre Belastung". "Der Absatz der 65er Reihe wird dadurch nicht nachhaltig geschwächt", sagte Hofmann.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia hatte die Preise für seine Geräte massiv gesenkt, um verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Siemens-Chef Heinrich von Pierer will die zuletzt gesunkenen Durchschnittspreise seiner Geräte und damit die Profitabilität in dem Geschäftsfeld wieder erhöhen. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2004/2005 Anfang Oktober will der Technologiekonzern seinen Festnetz- und seinen Mobilfunk-Bereich verschmelzen.

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