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Roundup 2: HVB bestätigt Mindestprognosen für 2004 und kappt Maximalziele

(dpa-AFX) München - Die zweitgrößte börsennotierte deutsche Bank HVB < HVM.ETR > hat trotz leicht verfehlter eigener Prognosen im ersten Halbjahr ihre Mindestziele für das laufende Jahr bestätigt. Bei den Anfang des Jahres angepeilten Zielspannen für das operative Ergebnis sowie den operativen Erträgen kappte die Bank allerdings die Maximalziele. "Ich schließe beim Betriebsergebnis und den operativen Erträgen aus, dass wir das obere Ende der gesetzten Zielbandbreiten erreichen", sagte HVB-Finanzvorstand Wolfgang Sprißler am Donnerstag in München. Konzernchef Dieter Rampl ergänzte: "Wir steigern den Betriebsgewinn auf mindestens 1,4 Milliarden Euro. Alles andere ist im Augenblick Spekulation."

(dpa-AFX) München - Die zweitgrößte börsennotierte deutsche Bank HVB < HVM.ETR > hat trotz leicht verfehlter eigener Prognosen im ersten Halbjahr ihre Mindestziele für das laufende Jahr bestätigt. Bei den Anfang des Jahres angepeilten Zielspannen für das operative Ergebnis sowie den operativen Erträgen kappte die Bank allerdings die Maximalziele. "Ich schließe beim Betriebsergebnis und den operativen Erträgen aus, dass wir das obere Ende der gesetzten Zielbandbreiten erreichen", sagte HVB-Finanzvorstand Wolfgang Sprißler am Donnerstag in München. Konzernchef Dieter Rampl ergänzte: "Wir steigern den Betriebsgewinn auf mindestens 1,4 Milliarden Euro. Alles andere ist im Augenblick Spekulation."

Am Morgen hatte die HVB in einer Pressemitteilung noch an den Zielbandbreiten festgehalten. Demnach sollte das Betriebsergebnis von bereinigten 896 Millionen Euro in 2003 auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro klettern. Bei den operativen Erträgen peilte die Bank eine Zielgröße von 9,6 bis 10,0 Milliarden Euro nach bereinigten 9,26 Milliarden Euro in 2003 an. Nach den ersten sechs Monaten lag die Bank bei beiden Größen leicht hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Dies soll in der zweiten Jahreshälfte aufgeholt werden.

Händler und Experten waren nach den enttäuschenden Quartalszahlen der Deutschen Bank < DBK.ETR > und der Commerzbank < CBK.ETR > mit dem Zahlenwerk der Münchener zufrieden. Viele Experten hatten befürchtet, dass sich Rampl auch von den Mindestzielen für das laufende Jahr verabschiedet. Das HVB-Papier stieg bis zum Nachmittag um 4,50 Prozent auf 13,46 Euro und war damit einer der stärksten Wert im Leitindex DAX < DAX.ETR > .

Zinsüberschuss IM Zweiten Quartal Besser ALS Erwartet

Zwischen April und Juni stieg das Betriebsergebnis von 290 Millionen Euro im enttäuschenden ersten Quartal auf 359 Millionen Euro und lag etwas unter der HVB - und Analystenprognose. Bei den Erträgen überzeugte der Anstieg beim Zinsüberschuss ebenso wie der Abbau der Risikovorsorge, die in 2004 jetzt stärker reduziert werden soll als ursprünglich geplant. Beim Zinsüberschuss erwartet die HVB abgesehen eines durch Dividendenzahlung erzeugten saisonalen Effekts für das dritte und vierte Quartal mindestens das Niveau vom zweiten. Profitiert hatte die Bank dabei von einem guten Geschäft der Tochter Bank Austria. Probleme gab es dagegen in Deutschland, wo vor allem das gewerbliche Immobiliengeschäft für rote Zahlen sorgte. Das Privat- und Firmenkundengeschäft sei dagegen nach Plan verlaufen.

Der Provisionsüberschuss fiel in etwa so aus, wie die Experten prognostiziert hatten. Enttäuschend war der starke Rückgang des Handelsergebnisses. Der Vorsteuergewinn von 336 (199) Millionen Euro fiel um knapp 30 Millionen Euro höher aus als erwartet. Unter dem Strich verdiente die Bank im zweiten Quartal 155 Millionen Euro nach 53 Millionen Euro im Vorquartal. Ohne den Verkauf der Beteiligungen an Brau und Brunnen < BBA.FSE > und E.ON < EOA.ETR > hätte die Bank jedoch nur knapp die Gewinnzone erreicht. Wegen zahlreicher Verkäufe von Töchtern sowie des Teilbörsengangs der Bank Austria Creditanstalt < Baca.EAV > < Bkac.FSE > ist der Vergleich mit dem Vorquartal sinnvoller als mit dem Vorjahr.

Die HVB hatte 2003 unter anderem die inzwischen im Mdax < Mdax.ETR > notierte Hypo Real Estate < HRX.FSE > abgespalten und an die Börse gebracht. Außerdem wurden die norisbank, Bank von Ernst und Bankhaus Bethmanmaffei verkauft. Wegen Abschreibungen auf Finanzanlagen und einer hohen Risikovorsorge musste die HVB im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 2,64 Milliarden Euro verbuchen.

Rampl: Konzernumbau IST Abgeschlossen

Unternehmenschef Dieter Rampl betrachtet den Umbau mit der im April vollzogenen Kapitalerhöhung als und sieht die Bank auf einem guten Weg, auch "wenn noch ein weiter Weg zu gehen ist". Die HVB blieb beim Überschuss im zweiten Quartal deutlich hinter der etwas kleineren Commerzbank < CBK.ETR > zurück. Der Abstand zum Gewinn des Branchenprimus Deutschen Bank < DBK.ETR > verringerte sich zwar, betrug aber immer noch rund eine halbe Milliarde Euro. "Wir haben operativ deutlich Fortschritte gemacht. Die Maßnahmen zur Ertragssteigerung beginnen zu greifen. Das Ergebnis ist für mich ein klarer Indikator, dass wir strategisch richtig ausgestellt sind", sagte Rampl. Genauso wie sein Pendant bei der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, sieht er derzeit keine Großfusion in der deutschen Bankenlandschaft. Rampl geht davon aus, dass die HVB in drei Jahren noch eigenständig ist. Europaweit rechnet er jedoch mit einem fortgesetzten Konsolidierungsprozess.

Der Bankchef bekräftigte zudem nochmals seine Unterstützung für die beiden Vorstände Wolfgang Sprißler sowie Michael Mendel: "Die Zahlen zeigen, dass die Spekulationen über die Vorstände falsch waren." Zu den Gerüchten Gerüchte über eine Erweiterung des Vorstands sagte er: "Im Augenblick ist nichts geplant. Wir haben bei der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch nicht über die Vorstandsstruktur gesprochen. Zuletzt wurde vor allem über eine Umstrukturierung des von Mendel verantworteten Deutschland-Geschäfts, das im zweiten Quartal im operativen Geschäft weiter rote Zahlen schrieb, spekuliert. Dabei wurde auch immer wieder darüber spekuliert, ob Rampl die ehemalige Citibank-Chefin Christine Licci an Bord holt.

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