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Roundup 2: HVB senkt nach schwachem Quartal Prognose - Weitere Kostensenkungen

Die Hypovereinsbank (HVB Group) hat nach einem schwachem dritten Quartal wie erwartet ihre Prognose für die operativen Erträge und das Betriebsergebnis gesenkt.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Hypovereinsbank (HVB Group) hat nach einem schwachem dritten Quartal wie erwartet ihre Prognose für die operativen Erträge und das Betriebsergebnis gesenkt. "Wir müssen damit rechnen, unsere ambitionierten Zielbandbreiten für das Gesamtjahr nur teilweise erreichen zu können", sagte HVB-Chef Dieter Rampl am Donnerstag in München. Dies sei vor allem auf ein schwächer als erwartet ausgefallenes Handelsergebnis zurückzuführen. Er kündigt weitere Sparmaßnahmen an, um die Bank profitabler zu machen.

Im dritten Quartal verdiente die HVB wegen eines enttäuschenden Handelsergebnisses deutlich weniger als von Experten erwartet. Zwischen Juli und September sank der Überschuss der zweitgrößten börsennotierten deutschen Bank von 155 Mill. Euro im zweiten Quartal auf sechs (Prognose: 59) Mill. Euro. In Deutschland verbuchte die HVB zudem einen höheren operativen Verlust. Wichtigster Gewinnbringer war die 2003 teilweise an die Börse gebrachte Tochter Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) .

Analyst: 'Verlorenes Quartal'

LRP-Analyst Olaf Kayser stufte das dritte Quartal als ein "verlorenes" ein. Er beließ seine Anlageempfehlung für die Aktie auf "Marketperformer". Am Donnerstagvormittag sank der Kurs des HVB-Papiers um etwas mehr als ein Prozent und war einer der schwächsten Dax-Werte .

Das Betriebsergebnis schrumpfte in den drei Monaten bis September von 359 Mill. Euro im zweiten Quartal auf 249 Mill. Euro. Hier rechnet die Bank jetzt nicht mehr damit, im Gesamtjahr die zuvor angepeilten 1,4 Mrd. Euro zu erreichen. Das um Verkäufe und andere Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis des Vorjahres von 896 Mill. Euro soll bis zum Jahresende dennoch deutlich übertroffen werden. Bei den operativen Erträgen werde das Ziel von mindestens 9,6 (Vorjahr: 9,256) Mrd. Euro ebenso wenig erreicht wie bei den anteiligen Kosten (CIR). Bereits Anfang der Woche war aus Bankkreisen zu erfahren, dass die Ziele für 2004 nicht mehr zu erreichen sind.

Enttäuschendes Handelsergebnis

Im dritten Quartal enttäuschte vor allem das Handelsergebnis, das von 182 Mill. Euro zwischen April und Juni auf 111 Mill. Euro sank und damit die Analystenprognose von 145 Mill. Euro deutlich verfehlte. Etwas besser als erwartet fielen dagegen Zinsüberschuss und Provisionsüberschuss aus.

Der Überschuss im Zinsgeschäft sank leicht von 1,453 auf 1,443 (Prognose: 1,39) Mrd. Euro. Beim Provisionsüberschuss verzeichnete die Bank mit 691 Mill. Euro einen zum Vorquartal (692 Mio) nahezu unveränderten Wert. Experten hatten mit einem etwas stärkeren Rückgang gerechnet. Bei der Risikovorsorge erwartet die HVB im Gesamtjahr 1,818 Mrd. Euro. Der für das dritte Quartal anteilige Wert habe damit 459 Mill. Euro betragen.

HVB Will Weiter Sparen

Rampl kündigte weitere Sparmaßnahmen an. Es seien Maßnahmen zur deutlichen Senkung der Kostenbasis notwendig, sagte er. Ein Schwerpunkt soll dabei im Geschäftsfeld Deutschland liegen. Einzelheiten dazu werde die HVB Anfang des kommenden Jahres bei Vorlage der 2004er-Zahlen bekannt geben. Es werde zu keinen kurzfristigen Aktionen kommen.

Die HVB hatte bereits zuvor angekündigt, dass die Reduzierung der Kostenbasis zu den zentralen Aufgaben des Geschäftplans gehöre. In den vergangenen 18 Monaten sei die Kostenbasis um rund 1,5 Mrd. Euro nach unten gedrückt worden.

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