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Roundup 2: Infineon wegen Wettbewerbsverfahren mit Fehlbetrag - Operativ gutDPA-Datum: 2004-07-20 16:16:48

(dpa-AFX) München - Wegen deutlich aufgestockter Rückstellungen im Zusammenhang mit Wettbewerbsverfahren hat der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > im abgelaufenen Quartal überraschend rote Zahlen geschrieben. Analysten werteten die um die Rückstellung von 184 Millionen Euro bereinigten Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals (Ende Juni) am Dienstag aber positiv. Mit seinen bereinigten Zahlen übertraf der Konzern Experten-Prognosen. Die Aktie war bis zum Nachmittag Spitzenreiterin im deutschen Leitindex DAX < DAX.ETR > .

(dpa-AFX) München - Wegen deutlich aufgestockter Rückstellungen im Zusammenhang mit Wettbewerbsverfahren hat der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > im abgelaufenen Quartal überraschend rote Zahlen geschrieben. Analysten werteten die um die Rückstellung von 184 Millionen Euro bereinigten Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals (Ende Juni) am Dienstag aber positiv. Mit seinen bereinigten Zahlen übertraf der Konzern Experten-Prognosen. Die Aktie war bis zum Nachmittag Spitzenreiterin im deutschen Leitindex DAX < DAX.ETR > .

Infineon gab sich optimistisch. "Der weltweite Halbleitermarkt hat im Verlauf der letzten drei Monate beträchtlich an Dynamik zugelegt", sagte Vorstandschef Max Dietrich Kley. "Dass wir - ohne die für das Wettbewerbsverfahren gebildeten Rückstellungen - von dieser Entwicklung profitieren konnten, spiegelt sich in unseren verbesserten Finanzergebnissen wider."

Optimistisch FÜR Geschäftsaussichten

Für das laufende Schlussquartal zeigte sich Kley zuversichtlich: "Wir erwarten weitere Zuwächse beim Umsatz sowie beim Konzernüberschuss." Zudem fühlt sich Infineon nach Aussage von Finanzchef Peter Fischl wohl mit der Analysten-Prognose für einen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro ohne Sonderbelastungen im aktuellen Geschäftsjahr.

Die Infineon-Aktie verteuerte sich bis zum Nachmittag um 2,58 Prozent auf 9,54 Euro. Kurz nach Börseneröffnung hatte der Titel noch Verluste verzeichnet und mit 9,20 Euro ein 52-Wochen-Tief markiert. Seit Anfang Juli hat die Aktie der Infineon Technologies AG deutlich an Wert verloren. Vor allem hatte die gekappte Jahresprognose des weltgrößten Mikroprozessoren-Produzenten Intel < Intc.NAS > < INL.FSE > die Märkte aufgeschreckt.

Im Berichtzeitraum profitierte Infineon von höheren Chip-Preisen im Segment Speicherprodukte. Zudem hätten sich Volumen und Produktivität im Segment Sichere Mobile Lösungen erhöht. Im dritten Geschäftsquartal sanken die Produktionskosten je Chip auf 4,40 US-Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg gleichzeitig von 4,50 Dollar im Vorquartal auf 5,20 Dollar je Chip, wie Vorstandschef Max Dietrich Kley bei einer Telefonkonferenz sagte. Der Halbleiter-Hersteller halte an seinem Ziel fest, die Produktionskosten für Speicherchips im laufenden Schlussquartal 2003/04 auf unter vier Dollar zu drücken.

Chipsparte Legt Zweistellig ZU

Von den vier Infineon-Sparten erzielte der umsatzstärkste Bereich Speicherprodukte im Berichtzeitraum wegen höherer Chippreise die höchsten Erlöszuwächse. Die Sparte steuerte 42,5 Prozent zu den Quartalserlösen bei. Nur im defizitären Bereich Drahtgebundene Kommunikation schrumpfte der Umsatz. In den vergangenen Wochen waren Spekulationen über die Abspaltung der stark konjunkturabhängigen Chipsparte aufgekommen. Mitte Juni hatte Infineon dann gemeldet, sich nach intensiver Prüfung gegen eine Abspaltung seines riskanten Speichergeschäfts entschlossen zu haben.

Im dritten Geschäftsquartal stockte Infineon die Rückstellungen wegen laufenden Untersuchungen in einem Dram-Wettbewerbsverfahren in den USA und Europa sowie möglichen Zivilklagen um 184 auf 212 Millionen Euro auf. Weitere Rückstellungen schließen die Münchener nicht aus. Das US-Justizministerium hatte vor rund zwei Jahren eine Untersuchung wegen möglicher Verletzungen von US-Wettbewerbsgesetzen in der Dram-Industrie begonnen. Insgesamt 25 Sammelklagen gegen Infineon und andere Speicherchip-Hersteller wurden erhoben. Der Konzern beantworte außerdem ein Auskunftsersuchen der EU-Kommission vom April 2003 bezüglich des europäischen Markts für Speicherprodukte.

Quartalszahlen

Wegen der Rückstellungen verbuchte Infineon einen Fehlbetrag von 56 Millionen Euro (Vorquartal: plus 39 Mio Euro). Analysten hatten im Schnitt dagegen einen Überschuss von knapp 86 Millionen Euro vorhergesagt. Der Quartalsumsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal um 14 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Hier lag Infineon über der durchschnittlichen Schätzung von 1,797 Milliarden Euro. Der operative Gewinn schrumpfte auf 2 Millionen Euro (Vorquartal: 71 Mio Euro). Ohne die zusätzlichen Rückstellungen hätte Infineon operativ 186 Millionen Euro erzielt und die Analysten-Erwartungen übertroffen.

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