Archiv
Roundup 2: Italienische Mobilfunklandschaft steht vor Neuordnung

Die italienische Mobilfunklandschaft steht offenbar vor einer Neuordnung. Nach Angaben von italienischen Zeitungen will der Telekomkonzern Telecom Italia seine Mobilfunktochter Telecom Italia Mobile (TIM) vollständig übernehmen.

dpa-afx MAILAND. Die italienische Mobilfunklandschaft steht offenbar vor einer Neuordnung. Nach Angaben von italienischen Zeitungen will der Telekomkonzern Telecom Italia seine Mobilfunktochter Telecom Italia Mobile (TIM) vollständig übernehmen. Vor einem Eigentümerwechsel steht offenbar auch der Anbieter Wind, für den ein Konsortium in der kommenden Woche ein Angebot unterbreiten will.

Telecom Italia will eigene Aktien und 13 Mrd. Euro in bar bieten, um die ausstehenden 44 Prozent des führenden Mobilfunkkonzerns Italiens zu erwerben, berichtet die Tageszeitung "La Repubblica" am Montag. Auf einer Sitzung am Dienstag werde das Management die letzten Details klären. Das Übernahmeangebot werde einen leichten Aufschlag gegenüber dem Schlusskurs der TIM-Aktie von 5,17 Euro am vergangenen Freitag darstellen, hieß es. Analysten erwarten, dass Telecom Italia je Aktie 5,50 bis 5,80 Euro je Anteil bieten wird. Die Kosten für den Kauf bezifferte die Turiner Zeitung "La Stampa" auf insgesamt 20 Mrd. Euro.

Umtausch

Mit den 13 Mrd. Euro will Telecom Italia dem Bericht der "La Repubblica" zufolge seine Beteiligung an TIM auf 85,6 Prozent erhöhen. Die restlichen Anteile sollten durch einen Aktientausch erworben werden. Das Umtauschverhältnis solle am Dienstag bekannt geben werden, schreibt die Zeitung.

Die Aktien von Telecom Italia, TIM und Pirelli wurden bis Dienstag vom Handel an der Mailänder Börse ausgesetzt. Pirelli ist an Telecom Italia beteiligt. Die Konzerne Olimpia, Camfin und Pirelli, die große Beteiligungen an den Telekommunikationsgesellschaften halten, wollen zum Teil milliardenschwere Kapitalerhöhungen durchführen, um eine Verwässerung ihrer bisherigen Anteile zu verhindern.

Telecom Italia hatte sich vor zehn Jahren von seinen Anteilen an TIM getrennt. Die Verschuldung des Konzerns soll Medienberichten zufolge durch das Geschäft von derzeit 30 Mrd. Euro auf bis zu 45 Mrd. Euro anwachsen. TIM ist in Italien Marktführer im Mobilfunkbereich und hat nur geringfügige Schulden. Durch die Übernahme würde sich der freie Kapitalfluss (cash flow) der Muttergesellschaft deutlich verbessern.

Experten begrüßten den Rückkauf. Die verschuldete Telecom Italia komme nur über den Umweg einer Dividende an den positiven Cashflow der TIM heran, sagte Sal. Oppenheim-Analyst Marcus Sander. Händler zeigten sich ebenfalls lediglich vom Zeitpunkt überrascht, ganz unerwartet sei dieser Schritt aber nicht gekommen.

Wind-Angebot

Vor dem Verkauf steht auch die Telekomgesellschaft Wind, die vor allem im Mobilfunkgeschäft präsent ist. Der italienische Geschäftsmann Cesare Romiti will gemeinsam mit der ägyptischen Orascom Telecom für den Mobilfunkanbieter Wind bieten. In der kommenden Woche wolle das Konsortium ein Angebot für die Tochter des italienischen Versorgers Enel unterbreiten, berichtet die Nachrichtenagentur Radiocor am Montag.

Das Konsortium werde von einem bedeutenden Bankhaus unterstützt, sagte Romiti laut Radiocor. Enel will sich bis Anfang 2006 von Wind trennen. Laut Enel-Präsident Piero Gnudi ist neben einem Börsengang der Verkauf an einen Investor möglich. Romiti unternimmt mit seiner neuerlichen Offerte einen zweiten Anlauf: Mitte November hatte Enel bereits ein Angebot des frühere Fiat-Managers als "unannehmbar" zurückgewiesen. Wind setzte im vergangenen Jahr 4,4 Mrd. Euro um.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%