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Roundup 2: Karstadt-Quelle droht Insolvenz - Beratung über Rettungsplan

Dem schwer angeschlagenen Waren- und Versandhauskonzern Karstadt-Quelle droht nach Angaben seines Gesamtbetriebsratschefs Wolfgang Pokriefke die Insolvenz, wenn mit der Belegschaft keine Einigung über die Sanierungsmaßnahmen erzielt werden kann. Die Insolvenz sei durchaus ein Thema, wenn kein Kompromiss gefunden werde, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Montag Äußerungen Pokriefkes aus einem Medien-Interview. Der Konzern stecke in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Die Aussagen setzten die Aktie des Handelshauses stark unter Druck.

dpa-afx KASSEL. Dem schwer angeschlagenen Waren- und Versandhauskonzern Karstadt-Quelle droht nach Angaben seines Gesamtbetriebsratschefs Wolfgang Pokriefke die Insolvenz, wenn mit der Belegschaft keine Einigung über die Sanierungsmaßnahmen erzielt werden kann. Die Insolvenz sei durchaus ein Thema, wenn kein Kompromiss gefunden werde, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Montag Äußerungen Pokriefkes aus einem Medien-Interview. Der Konzern stecke in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Die Aussagen setzten die Aktie des Handelshauses stark unter Druck.

An diesem Montag kamen der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft ver.di in Kassel zusammen, um über den Rettungsplan für Karstadt-Quelle zu beraten und eine gemeinsame Strategie für die Gespräche mit dem Karstadt-Vorstand zu bestimmen. Diese waren zunächst für diesen Dienstag vorgesehen, wurden nun aber auf die kommende Woche verschoben.

Die Arbeitnehmer wehren sich dagegen, dass 77 kleinere Warenhaus-Filialen von insgesamt 181 Häusern ausgegliedert und verkauft werden sollen. Auf dem Spiel stehen insgesamt 30 000 von 100 000 Arbeitsplätzen bei Karstadt-Quelle.

Betriebsrat Will Einigung

Der Gesamtbetriebsrat setzt auf eine Einigung mit der Unternehmensführung. "Wir wollen einen Weg finden, wie wir uns mit dem Unternehmen einigen können", sagte Pokriefke in Kassel während der Beratungen der Arbeitnehmervertreter. "Wir wollen unsere Arbeitsplätze retten, und zwar alle, deshalb wollen wir uns einigen." Pokriefke ist zugleich Vize-Aufsichtsratschef bei Karstadt-Quelle.

Gleichzeitig fordert der Gesamtbetriebsrat Zugeständnisse von der Unternehmensleitung. "Die sollen ein Konzept auf den Tisch legen, über das man reden kann", sagte Gesamtbetriebsratsmitglied Heinrich Gigler. Bisher habe es lediglich unstimmige Forderungen der Firmenleitung gegeben. Schon 2006 wolle Karstadt wieder schwarze Zahlen schreiben, während die Arbeitnehmer für eine viel längere Zeit Opfer bringen sollten.

Die Gewerkschaft Ver.di will das Sanierungskonzept nicht unterstützen. "Das Karstadt-Sanierungskonzept tragen wir nicht mit, weil es Tausende Arbeitsplätze gefährdet", sagte ver.di-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold am Montag vor dem Treffen. Sie wollten erreichen, dass die Arbeitsplätze, Standorte und Einkommen gesichert werden. "Über Zugeständnisse reden wir erst, wenn die Karstadt-Führung erklärt, inwiefern sie bereit ist, Arbeitsplätze und Standorte zu sichern."

Achenbach Räumt Fehler EIN

Der Vorstandschef von Karstadt-Quelle, Christoph Achenbach, räumte unterdessen Management-Fehler ein. "Wir haben eine Reihe von Fehlern gemacht, aber es ist nicht hilfreich, nach hinten zu gucken, wenn man über Lösungen nach vorne nachdenkt", sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen". Eine pauschale Kritik am Management ließ Achenbach nicht gelten. Im Versandhandel habe das Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren "stark internationalisiert und spezialisiert".

Anders beurteilte Achenbach die Situation bei den Warenhäusern. Die schlechten Zahlen seien "schon länger zu sehen gewesen". Er warf seinen Vorgängern im Amt vor, dass sie "einfach nicht den Mut hatten zu reagieren, weil der Druck von außen auch extrem groß ist, Warenhäuser da zu lassen, wo sie heute sind, sich nicht von den Flächen zu trennen. Da hat man einfach ein bisschen Angst gehabt, die harte Aktion zu fahren".

Die Aktie des Handelshauses lag am Nachmittag mit 11,78 Euro 6,58 Prozent im Minus. Der MDax gewann gleichzeitig 1,58 Prozent auf 5 145,89 Punkte. Zwischenzeitlich hatte der Karstadt-Quelle-Kurs rund neun Prozent verloren.

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