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Roundup 2: Lufthansa enttäuscht mit sinkendem Durchschnittserlös und Ausblick

Die Deutsche Lufthansa blickt nach einer unerwartet schwachen Ertragsentwicklung im ersten Halbjahr mit gedämpften Erwartungen in die Zukunft. Obwohl Europas drittgrößte Fluggesellschaft den Weg in die Gewinnzone zurückfand, kündigten einige Analysten wegen steigender Treibstoffkosten und sinkende Durchschnittserlöse an, ihre Prognosen zurücknehmen zu wollen. Die Lufthansa-Aktie verlor am Mittag in einem behaupteten Markt 2,57 % auf 8,73 € und war damit einer der schwächsten DAX-Werte

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Lufthansa blickt nach einer unerwartet schwachen Ertragsentwicklung im ersten Halbjahr mit gedämpften Erwartungen in die Zukunft. Obwohl Europas drittgrößte Fluggesellschaft den Weg in die Gewinnzone zurückfand, kündigten einige Analysten wegen steigender Treibstoffkosten und sinkende Durchschnittserlöse an, ihre Prognosen zurücknehmen zu wollen. Die Lufthansa-Aktie verlor am Mittag in einem behaupteten Markt 2,57 % auf 8,73 ? und war damit einer der schwächsten DAX-Werte

Für das Gesamtjahr erwarte er ein operatives Ergebnis von "rund 300 Mill. ?" und ein "deutlich positives Konzernergebnis", sofern keinen neuen Krisen aufträten oder der Treibstoffpreis weiter steige, sagte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley. Nach dem ersten Quartal hatte er noch mit "mindestens 300 Mill. ?" gerechnet. Bei den damals genannten "300" habe es noch einen "Puffer nach oben" gegeben, sagte Kley: "Jetzt sagen wir '300' und der Puffer ist durch die Treibstoffpreise weitgehend aufgezehrt."

Während viele Analysten mit einer stabilen oder gar steigenden Entwicklung der Rendite gerechnet hatten, drückten neue Langstreckenrouten den Durchschnittserlös pro verkauften Sitzkilometer im ersten Halbjahr um 0,2 %. Im Frachtgeschäft belasteten zudem Preissenkungen und ließen die Rendite pro Tonnenkilometer um 8,08 % gegenüber dem Vorjahrszeitraum absacken. Um Währungseffekte bereinigt hofft Kley, in der zweiten Jahreshälfte wieder einen niedrigen einstelligen Zuwachs präsentieren zu können.

Überschuss Enttäuscht Deutlich

Der Nettogewinn blieb im ersten Halbjahr mit 39 Mill. ? besonders deutlich hinter die Markterwartung zurück. Nach 392 Mill. ? Verlust im Vorjahr hatten von dpa-AFX befragte Analysten im Durchschnitt mit rund 100 Mill. ? gerechnet. Operativ stieg der Gewinn von minus 354 Mill. auf 33 Mill. ?. Zugleich zog der Umsatz in den ersten sechs Monaten um neun Prozent auf 8,254 Mrd. ? an.

Analysten reagierten zumeist enttäuscht auf das vorgelegte Zahlenwerk und kündigten Prognosesenkungen an. "Die Bilanz sieht ziemlich schlecht aus", sagte eine Luftfahrtexpertin. "Sie lag für das erste Halbjahr unter den Erwartungen. Zweitens ist der Ausblick mit 300 Mill. ? für das Gesamtjahr unter allen Schätzungen des Marktes." Die niedrigste Erwartung von allen Analysten habe bislang bei 336 Mill. ? operativem Gewinn gelegen. Analyst Uwe Weinreich von der Hypovereinsbank (HVB) kündigte an, seine Prognose von bislang 648 Mill. ? senken.

Ölpreis Treibt Kerosinkosten Nach Oben

Trotz der viel gelobten Absicherungspolitik der Lufthansa hinterließ die Kerosinrechnung Spuren in der Erfolgsbilanz. Für Treibstoff seien 782 Mill. ? ausgegeben worden, 18,8 % mehr als vor einem Jahr, sagte Kley. Ohne das so genannte Hatching wären es 90 Mill. ? mehr gewesen. Bei einem anhaltend hohen Ölpreis werde die Treibstoffrechnung im Gesamtjahr wohl um 350 bis 400 Mill. über dem Vorjahr bei rund 1,8 Mrd. ? liegen, sagte Kley. Wenn der Markt Preiserhöhungen und einen Treibstoffzuschlag auf den Ticketpreis akzeptierte, werde er diesen sicherlich einführen.

Im Kerngeschäft Passage ließ die steigende Nachfrage den Umsatz um 15,4 % auf 5,21 Mrd. ? oder 63,2 % des Konzernumsatzes steigen. Zugleich betrug das operative Ergebnis 58 Mill. ?, nach 306 Mill. ? operativem Verlust im Vorjahr. Im Cargogeschäft kletterte der Umsatz um 8,2 % auf 1,15 Mrd., während der operative Verlust von elf auf drei Mill. ? schrumpfte. Die Gastronomiesparte LSG Sky Chefs schrumpfte um 8,9 % auf 967 Mrd. ? und verlor 97 Mill. ? operativem Verlust (-106 Millionen).

Kley begründete das unverändert schwache Abschneiden der LSG mit unerwartet langen Verkaufsverhandlungen bei der unrentablen US-Supermarktsparte Chef Solutions. Ein Verkauf der Anteile an den Autobahnraststätten Tank- und Rast peilt Kley augenscheinlich nicht mehr für 2004 an: In diesem Jahr werde es noch die eine oder andere kleinere Bereinigung am Rand des Beteiligungsportfolios geben, sagte Kley.

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