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Roundup 2: MAN schaut optimistisch in die Zukunft - Wachstum im 3. Quartal

Nach einem starken dritten Quartal schaut der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN noch optimistischer als zuvor in die Zukunft. Der Konzern erhöhte am Morgen seine Vorsteuerprognose für das Gesamtjahr.

dpa-afx MÜNCHEN. Nach einem starken dritten Quartal schaut der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN noch optimistischer als zuvor in die Zukunft. Der Konzern erhöhte am Morgen seine Vorsteuerprognose für das Gesamtjahr. Auch für den Auftragseingang und den Umsatz ist der Konzern nun zuversichtlicher als noch zur Halbjahresbilanz.

Für das laufende Jahr rechnet MAN nun mit einem Vorsteuergewinn von 450 Mill. Euro (Vorjahr: 261 Mill. Euro). Zur Halbjahresbilanz war noch von "mindestens 400 Mill. Euro" die Rede gewesen. Zudem soll der Ordereingang "eine Größenordnung von gut 16 Mrd. Euro (Vorjahr: 13,7 Mrd Euro)" und der Umsatz "eine Größe von rund 15 Mrd. Euro (Vorjahr: 13,5 Mrd Euro) erreichen. "Für 2005 sind wir zuversichtlich, bei weiter guter Auftragsentwicklung dieses Ergebnis noch einmal ausbauen zu können", hieß es weiter. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital werde sich im Jahr 2004 zudem auf über elf Prozent (Vorjahr: 8,3%) verbessern.

Aktie Leicht IM Plus

An der Börse stieg die MAN-Aktie kurz nach Börseneröffnung leicht um 0,17 Prozent auf 28,85 Euro. Analyst Albrecht Denninghoff von der HVB vermutete Gewinnmitnahmen hinter dem Abschlag. Er selbst bezeichnete die Bilanz positiv: "Es ist sehr erfreulich, dass die Anhebung schon jetzt kam, obwohl sie nur einen Tick besser ist als die Konsensschätzung für das Gesamtjahr von 447 Mill. Euro", sagte er. "Ich denke, da sollte nach oben noch was drin sein."

MAN profitierte zuletzt erneut von einem regen Auftragseingang. Dieser erhöhte sich im dritten Quartal von 3,273 auf 3,964 vier Mrd. Euro. Im Neunmonatszeitraum betrug die Steigerung 21 Prozent von 9,836 auf 11,861 Mrd. Euro. Der höhere Auftragseingang schlug sich auch in einer Umsatzsteigerung nieder. So kletterten die Erlöse der MAN Gruppe in den ersten neun Monaten von 9,263 auf 10,327 und im dritten Quartal von 3,261 auf 3,519 Mrd. Euro. MAN hat alle Vergleichszahlen aus dem Vorjahr ohne den inzwischen entkonsolidierten SMS-Verbund angegeben.

Den Optimismus belegte Unternehmenschef Rudolf Rupprecht am Mittwochabend vor Journalisten mit den jüngsten Auftragszahlen. So habe die Auftragsbelebung auch im Oktober weiter angehalten, sagte er. Mit einem Eingangsplus von 23 Prozent lag der Oktober noch über dem Durchschnitt der ersten drei Quartale.

Spartenergebniss

Die Verbesserung des Konzernergebnisses resultierte im Wesentlichen aus der mittlerweile sanierten Nutzfahrzeugsparte. Diese erwirtschaftete einen Vorsteuergewinn von 49 Mill. Euro nach 15 Mill. Euro im Vorjahresquartal. In der Sparte sei eine Verdoppelung des Vorjahresergebnisses (121 Mill. Euro) dank der voraussichtlich bis in das nächste Geschäftsjahr anhaltenden Nachfrage nach LKW in Westeuropa möglich, hieß es optimistisch.

Unterdessen schaffte der angeschlagene Druckmaschinenbereich operativ den Sprung in die Gewinnzone. Die Sparte erreichte vor allem dank einer Ergebnisverbesserung im Rollenmaschinenbereich und geringeren Verlusten bei den Bogenmaschinen einen Vorsteuergewinn von 1 Million Euro nach einem Verlust von 17 Mill. Euro im Vorjahr. Die mit einem Stellenabbau einhergehende Sanierung des Bereichs werde sich auf der Kostenseite aber erst in den kommenden Jahren vollständig auswirken, hieß es weiter. In diesem Jahr werde das Ergebnis aber "erheblich besser" ausfallen als 2003 (minus 37 Mill. Euro)

Derweil kommen die Tarifgespräche bei der Druckmaschinentochter MAN Roland offenbar voran. So sei für Bogenstandort Offenbach "eine grundsätzliche Übereinkunft mit den Tarifparteien zum Abschluss eines Sondertarifvertrages" getroffen worden, der "in den nächsten Tagen" unterschrieben werden solle". Dabei seien geringere Bezüge und längere Arbeitszeiten vorgesehen. MAN rechnet damit, dass die damit verbundenen Einsparungen sich erst in den Jahren 2005 und 2006 im Ergebnis auswirken werden. Wie Konzernchef Rudolf Rupprecht am Mittwochabend vor Journalisten in München sagte, sei jedoch noch keine Lösung für die Werke in Geisenheim und Mainhausen vereinbart.

Bei den Dieselmotoren standen vor Steuern 14 (Vj: 4) Mill. Euro in der Bilanz. Für diesen Bereich erwartet MAN dank der Beiträge aus der Zweitaktmotorproduktion ebenfalls eine "deutliche" Ergebnisverbesserung. Der Dieselmotorenbereich werde jedoch vor Steuern unter Vorjahr (44 Mill. Euro) abschließen. Die Sparte Turbomaschinen verschlechterte sich von 13 auf fünf Mill. Euro.

MAN Technologie

Unterdessen verschlechterte der zum Verkauf stehende Raumfahrtzulieferer MAN Technologie sein Ergebnis und lag in den ersten neun Monaten mit 64 Mill. Euro um 29 Prozent unter dem Vorjahr. Wie der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB am Mittwoch bestätigte, ist er an einer Übernahme des Unternehmens interessiert und führt derzeit mit MAN Gespräche. Die MAN Technologie ist einer der wichtigsten Lieferanten für die Ariane-5-Rakete.

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