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Roundup 2: Merck profitiert im 3. Quartal von Sonderzahlung und Erbitux

Beeinflusst von Sondereffekten im Pharmageschäft und einer günstigeren Steuerquote hat die Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck Kgaa im 3. Quartal ohne die verkaufte Laborsparte VWR Gewinn und Umsatz teils deutlich gesteigert.

dpa-afx DARMSTADT. Beeinflusst von Sondereffekten im Pharmageschäft und einer günstigeren Steuerquote hat die Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck Kgaa im 3. Quartal ohne die verkaufte Laborsparte VWR Gewinn und Umsatz teils deutlich gesteigert. Zugleich hob Bernhard Scheuble, Vorsitzender der Geschäftsleitung, den Ausblick für das operative Ergebnis für 2004 leicht an, während Merck für die Flüssigkristalle im vierten Quartal mit einem unveränderten Umsatz im Vergleich zum dritten und vierten Quartal des Vorjahres rechnet.

Wesentliche Beiträge lieferte das Krebsmedikament Erbitux und das Geschäft mit den Flüssigkristallen, deren Wachstums sich jedoch im Vergleich zu den Vorquartalen abschwächte. "Das Potenzial mit Erbitux ist bei weitem nicht ausgeschöpft", sagte Scheuble, der für 2004 einen Erbitux-Umsatz von deutlich mehr als den bisher kommunizierten 50 Mill. Euro erwartet. Für 2005 wollte der Manager noch keine Umsatzprognose abgeben. Der neue Hoffnungsträger erreichte im dritten Quartal einen Umsatz von 25 Mill. Euro. Erbitux soll in Zukunft die Ausfälle bei den Diabetes-Produkten auffangen. Ende Juni war Erbitux für die Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs in der Europäischen Union (EU) zugelassen worden.

Merck steigerte den Umsatz um 7,2 Prozent auf 1,352 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis um 42,2 Prozent auf 214 Mill. Euro kletterte. Hier hatten von dpa-AFX befragte Analysten lediglich mit 180,56 Mill. Euro gerechnet. Der Überschuss erhöhte sich um 43 Prozent auf 115,6 Mill. Euro, teilte Merck am Mittwoch mit. Auch hier übertraf Merck die Durchschnittsschätzungen in Höhe von 96,55 Mill. Euro. Zugleich verbuchte das im MDax gelistete Unternehmen eine Sonderzahlung in Höhe von 27 Mill. Euro für die Zulassung des Medikaments Campral in den USA.

Analysten VON Entwicklung DER Chemiesparte Enttäuscht

Analysten zeigten sich von der Entwicklung der Chemiesparte enttäuscht; während der angehobene Ausblick und das Umsatzwachstum mit dem Krebsmedikament Erbitux positiv gewertet wurden. An der Börse gab das Papier bis xx um xxx Uhr mit einem Plus von 1,39 Prozent auf 42,99 Euro einen Teil seiner frühen Gewinne wieder ab. Der MDax stieg zeitgleich um 0,60 Prozent auf 5 013,37 Punkte.

Rechne man die Sondereffekte heraus, entsprechen die Daten laut Andreas Schmidt von Merrill Lynch nur noch den Erwartungen. Insbesondere die Meilensteinzahlung von 27 Mill. Euro für Campral habe zur deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses beigetragen. "Der Wachstumsmotor Chemie stottert", schrieb die Helaba. "Die Entwicklung bei den Flüssigkristallen im ersten Halbjahr wird sich so nicht mehr fortsetzen lassen", sagte Thomas Schreckenbach, der bei Merck die Chemiesparte verantwortet ausblickend. Merck hatte in diesem Bereich im ersten Quartal noch ein Plus von 61 Prozent und im zweiten von 71 Prozent verbucht. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war der Umsatz der Flüssigkristalle um 18 Prozent auf 142 Mill. Euro gestiegen. Flüssigkristalle werden etwa bei Handy-Displays, Computer- und Fernsehbildschirmen sowie Notebooks eingesetzt.

Weitere Zukäufe Geplant

Nach dem Kauf von NM Pharma von Pfizer im August für 53,8 Mill. Euro plant Merck weitere Zukäufe zur Stärkung der Kerngeschäfte. Merck könnte für mögliche Zukäufe 1-2 Mrd. Euro ohne die Durchführung einer Kapitalmaßnahme ausgeben, sagte Finanzvorstand Michael Becker. Mit möglichen Zukäufen möchte Merck das Pharmageschäft mit patentgeschützten Medikamenten wie auch das Generika-Geschäft stärken. Auch im Chemiegeschäft schloss Scheuble Zukäufe nicht aus.

Ausblick und Dividende

Den Ausblick für 2004 präzisierte Merck-Chef Scheuble: Wegen der erwarteten Steigerung des operativen Ergebnisses, der Erlöse aus der Veräußerung der Laborsparte VWR und der Beteiligung an Biomet-Merck sowie des verbesserten Finanzergebnisses und der besseren Steuerquote rechne Merck mit einem Überschuss, der um mehr als 150 Prozent wachsen könnte. Das Umsatzwachstum soll im soliden einstelligen Prozentbereich zulegen. Zugleich deutete Scheuble für 2004 eine Dividendenerhöhung an: "Derzeit ist noch keine Entscheidung diesbezüglich gefallen", sagte der Manager. "Ich bin mir aber der Erwartungshaltung der Aktionäre bewusst", und in der Regel komme Merck dieser auch nach. 2003 hatten die Darmstädter eine Dividende je Aktie in Höhe von 0,80 Euro ausgeschüttet.

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