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Roundup 2: Merck & Co verlieren nach Vioxx-Rückzug ein Viertel des Börsenwerts

Merck & Co. hat mit dem Arthrosemittel Vioxx eines seiner fünf umsatzstärksten Medikamente vom Markt genommen. Der US-Pharmakonzern verwies am Donnerstag auf Studien, wonach sich durch das Medikament das relative Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhe. Das Unternehmen verlor bis zum frühen Abend rund ein Viertel seines Börsenwerts. Im vergangenen Jahr machte Merck & Co mit Vioxx 2,5 Mrd. Dollar Umsatz.

dpa-afx NEW YORK. Merck & Co. hat mit dem Arthrosemittel Vioxx eines seiner fünf umsatzstärksten Medikamente vom Markt genommen. Der US-Pharmakonzern verwies am Donnerstag auf Studien, wonach sich durch das Medikament das relative Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhe. Das Unternehmen verlor bis zum frühen Abend rund ein Viertel seines Börsenwerts. Im vergangenen Jahr machte Merck & Co mit Vioxx 2,5 Mrd. Dollar Umsatz.

Merck & Co geht davon aus, dass die Entscheidung das Ergebnis pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr um 50 bis 60 Cent drücken wird. Das Unternehmen hatte zuvor mit einem Gewinn von 3,11 bis 3,17 Dollar je Aktie gerechnet. Der Rückzug von Vioxx werde die Umsätze im vierten Quartal um 700 Mill. bis 750 Mill. Dollar schmälern. Es sei noch nicht sicher wie viele der Kosten im dritten oder im vierten Quartal verbucht würden. Merck & Co. hat deshalb seine Gewinnprognose für das dritte Quartal zurückgezogen. Die Dividende sei jedoch nicht in Gefahr. Merck & Co-Chef Raymond Gilmartin teilte zugleich mit, er hege keine Rücktrittsgedanken.

Merck-Aktie Bricht EIN

Die Merck & Co-Aktie verlor zuletzt um 26,40 Prozent auf 33,17 Dollar. Händler sahen die Konkurrenten Pfizer und Novartis als Gewinner. Pfizer stiegen um 0,80 Prozent auf 30,43 Dollar. Novartis verbilligten sich nach anfänglichen Gewinnen in Zürich um 1,01 Prozent auf 58,60 Schweizer Franken.

'Deutlicher Rückschlag' - Goldman Sachs

Analyst James Kelly von Goldman Sachs hält den Vioxx-Rückzug für einen "deutlichen Rückschlag". Dadurch würden zudem Fragen zum Präparat Arcoxia aufgeworfen, dessen Zulassung Mitte November erwartet wird, sagte Kelly am Donnerstag. Analyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sprach gar von einem "Desaster" für die ganze Branche. "Es ist noch offen, ob es sich um ein spezifisches Problem von Vioxx handelt, oder ob die ganze Wirkstoffklasse davon betroffen ist."

Die US-Gesundheitsbehörde FDA will nun vergleichbare Produkte anderer Hersteller unter die Lupe nehmen. "Merck hat das Richtige getan", sagte der FDA-Leiter Lester Crawford. Die FDA werde "genau kontrollieren", ob bei anderen Präparaten dieser Gattung ähnliche Nebenwirkungen auftreten. Merck hat bei den so genannten COX-2-Inhibitoren zwei Konkurrenten: Pfizer mit Celebrex und Novartis mit Prexige.

'ICH Sehe Keine Gewinner' - LRP

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat die Begründung des Merck-Rückzugs bereits fest im Blick. "Wir haben die Merck-Meldung zur Kenntnis genommen", sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir überprüfen die Aussagen." Bei der deutschen Tochter der Pfizer Inc. stand unmittelbar niemand für eine Stellungnahme zur Verfügung.

LRP-Analyst Groschke rechnet damit, dass bei Verschreibungen künftig die Skepsis der behandelnden Ärzte überwiegen wird. Davon würden lediglich "Uraltmedikamente" profitieren, bei denen der Patentschutz längst abgelaufen sei. "Ich sehe eigentlich keine Gewinner", sagte Groschke.

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