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Roundup 2: Metro hofft auf Weihnachten - 3. Quartal leicht unter Erwartungen

Deutschlands größter Einzelhandelskonzern Metro hat im dritten Quartal Umsatz und Ertrag nicht ganz so stark gesteigert wie vom Markt erhofft. Nun setzt der Konzern auf das Weihnachtsgeschäft.

dpa-afx DÜSSELDORF. Deutschlands größter Einzelhandelskonzern Metro hat im dritten Quartal Umsatz und Ertrag nicht ganz so stark gesteigert wie vom Markt erhofft. Nun setzt der Konzern auf das Weihnachtsgeschäft. Metro werde im vierten Quartal weiteres profitables Wachstum aufweisen, kündigte Unternehmenschef Hans-Joachim Körber am Freitag in Düsseldorf an. Die Gewinn aufzehrenden Rabattschlachten der Vorjahre zu Weihnachten werde es nicht geben. Zudem bestätigte die Metro AG ihre Jahresziele.

Vom Verlauf des Weihnachtsgeschäfts hänge es auch ab, in wie weit die Warenhaustochter Kaufhof an das Vorjahresergebnis heranrücken könne, sagte Körber. In jedem Fall dürfte die Sparte aber wieder schwarze Zahlen schreiben. Im dritten Quartal wiesen die Kaufhäuser angekurbelt von den Jubiläumsaktionen zum 125. Firmenjubiläum erstmals in diesem Jahr wieder steigende Umsätze auf.

Insgesamt wies Metro für das dritte Quartal einen auf 13,40 Mrd. Euro gestiegenen Konzernumsatz aus nach 12,80 Mrd. Euro im Vorjahr. Das betriebliche Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen (Ebita) verbesserte sich von 279,4 auf 313,8 Mill. Euro. Das Konzernergebnis legte von 118,1 auf 122,1 Mill. Euro zu. Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg von 0,36 auf 0,37 Euro.

Aktie Sinkt

An der Börse wurde das Metro-Zahlenwerk mit Stirnrunzeln aufgenommen. Mit einem Minus von 2,43 Prozent auf 37,29 war die Aktie am frühen Mittag Schlusslicht im Dax . Analysten hatten vor allem auf der Ertragsseite mit etwas höheren Werten gerechnet und bemängelten das schwache Abschneiden Metros im Lebensmittelgeschäft. Auch die Wachstumsraten bei den Elektronikfachmärkten Media Markt und Saturn seien nicht mehr so ausgeprägt wie in den Vorquartalen, hieß es.

Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Prognosen und erwartet weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzplus von mindestens sechs Prozent. Der Gewinn je Aktie (EPS) soll um sechs bis zehn Prozent wachsen. Im vierten Quartal wird Metro nach eigenen Angaben zudem von zwei zusätzlichen Verkaufstagen profitieren.

Lebensmittelbereich Schwach

Die schwächste Performance im Berichtzeitraum wies die Lebensmittelkette Extra aus. Der Umsatz der Sparte ging um 10,3 Prozent zurück, was Metro mit der Verkleinerung des Vertriebsnetzes erklärte. Zu leiden hatte Extra aber auch unter dem kühlen Sommerwetter und den gesunkenen Erzeugerpreisen für Obst und Gemüse. Die Veräußerung der Sparte soll es aber nicht geben, sagte Körber. "Extra verlief nicht befriedigend, aber wir denken nicht an einen Verkauf." Hingegen legte der Nicht-Lebensmittelbereich zu.

Die größten Wachstumssprünge machten die Elektronikfachmärkte Media Markt und Saturn. Sie steigerten ihren Umsatz um 13,6 Prozent auf 2,75 Mrd. Euro und profitierten wie die Baumarktkette Praktiker von aggressiven Niedrigpreisen. Das für Metro wichtige Cash & Carry-Geschäft wies ein Umsatzplus von 4,7 Prozent auf 6,42 Mrd. Euro aus, was aber ausschließlich auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen ist. In Deutschland verbuchte die Sparte einen Rückgang von 1,4 Prozent.

Kaufhof - 'Keine Warenhaus-Krise'

Bei den Kaufhof-Warenhäusern schlugen die Sonderaktionen zum 125. Firmenjubiläum im dritten Quartal und die sich langsam erholende Textilkonjunktur positiv durch. Erstmals in diesem Jahr wies Kaufhof für ein Quartal wieder steigende Umsätze aus. Beim Konkurrenten Karstadt-Quelle , der nächste Woche seine Quartalsbilanz auf den Tisch legen wird, dürften die Erlöse hingegen um mehr als acht Prozent zurück gegangen sein.

Auf Sicht von neun Monaten steht bei Kaufhof allerdings noch ein Umsatzminus von 1,5 Prozent in der Bilanz, genauso wie ein Ebita-Verlust von 76,7 Mill. Euro. Von einer Krise im Warenhausgeschäft wollte Körber dennoch nicht reden. "Ein gut geführtes Warenhaus hat seinen Platz in jeder Innenstadt." Bei den Kosteneinsparungen sei Metro "in-line", der geplante Abbau von 300 Stellen in der Kölner Kaufhof-Zentrale sei so gut wie abgeschlossen. Metro habe bei Kaufhof rechtzeitig reagiert und auf das Galeria-Konzept umgestellt, sagte Körber mit Blick auf den tief in der Krise steckenden Konkurrenten Karstadt. Dieser versucht nun mit einer strafferen Produktpalette und höherwertigen Artikeln einen ähnlichen Weg zu gehen. "Wer kopiert läuft immer hinterher", sagte Körber dazu. Ein Interesse an den zum Verkauf stehenden Karstadt-Häusern verneinte er.

Keine Neuigkeiten konnte Metro zu seinen Adler-Modemärkten melden. Die Textilkette habe eine erfreuliche Entwicklung gezeigt und stehe weiterhin zum Verkauf, hieß es. Den Zeitpunkt bestimme allerdings der Mark. Ähnliches gelte für die Praktiker-Märkte. Das einstige Sorgenkind des Konzerns schreibt wieder schwarze Zahlen und wird von Analysten als Veräußerungsobjekt gesehen. Auch Metro schließt eigenen Angaben nach einen Verkauf nicht aus.

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