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Roundup 2: Ölpreis nimmt wieder Rekordmarken - Mehr als 52 Dollar in New York

Der Ölpreis setzt seine Rekordfahrt ungebremst fort. In London stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November im frühen Handel auf 48,37 Dollar. Der US-Ölpreis erreichte ebenfalls einen Rekordwert. Ein Barrel kostete bis zu 52,53 Dollar und damit so viel wie noch nie zuvor seit Beginn des Handels an der New Yorker Warenterminbörse Nymex im Jahr 1983. Experten halten einen Anstieg des US-Ölpreises auf bis zu 60 Dollar je Barrel für möglich.

dpa-afx LONDON/NEW YORK/WIEN. Der Ölpreis setzt seine Rekordfahrt ungebremst fort. In London stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November im frühen Handel auf 48,37 Dollar. Der US-Ölpreis erreichte ebenfalls einen Rekordwert. Ein Barrel kostete bis zu 52,53 Dollar und damit so viel wie noch nie zuvor seit Beginn des Handels an der New Yorker Warenterminbörse Nymex im Jahr 1983. Experten halten einen Anstieg des US-Ölpreises auf bis zu 60 Dollar je Barrel für möglich.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stieg auf den höchsten Stand seit Einführung des durchschnittlichen Korbpreises vor mehr als 20 Jahren. Nach Angaben des Opec-Sekretariats vom Donnerstag in Wien lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) sieben wichtiger Rohölsorten am Mittwoch bei 44,26 Dollar. Das waren 46 Cent mehr, als am Tag davor.

60 Dollar Möglich

Die Marke von 60 Dollar ja Barrel rückt nach Ansicht amerikanischer Ölhändler in Reichweite, falls es im Mittleren Osten, Nigeria, Russland, den USA oder in anderen wichtigen Produktionsgebieten zu nennenswerten Lieferunterbrechungen kommen sollte. "Im November könnte ein Niveau um 55 Dollar erreicht werden, aber der Markt ist so nervös, dass es Spielraum für einen noch deutlicheren Anstieg gibt", sagte Analyst Jamal Quereshi von PFC Energy.

Die Nachfrage dürfte in den letzten Monaten dieses Jahres weltweit täglich auf deutlich über 84 Mill. Barrel steigen, und es gibt nur noch sehr geringe freie Produktionskapazitäten. Ein harter Winter könnte die Heizölnachfrage in den USA und in Europa nach oben treiben. Die amerikanischen Heizölreserven sind momentan nur minimal.

Ausschlaggebend für den jüngsten Ölpreisanstieg waren die neuen Reserveschätzungen des amerikanischen Energieministeriums vom Vortag. Die US-Rohölreserven legten um 1,1 Mill. auf 274 Mill. Barrel zu. Das war ein geringerer Anstieg als erwartet. Die Distillat-Reserven, einschließlich Heizöl und Dieseltreibstoff, fielen viel stärker als prognostiziert um 2,1 Mill. auf 123,4 Mill. Barrel.

US-Importe Steigen

Die US-Ölimporte stiegen um drei Prozent auf 10,2 Mill. Barrel pro Tag. Dies reichte kaum aus, um den Nachfrageanstieg und die erheblich geringere Ölproduktion im Golf von Mexiko nach dem Hurrikan "Ivan" auszugleichen. Seit Mitte September hat es im Golf von Mexiko wegen der Zerstörung und Beschädigung zahlreicher Bohrinseln und Ölinstallationen 16,1 Mill. Barrel Produktionsausfall gegeben. Momentan werden in dem wichtigen Offshore-Produktionsgebiet immer noch etwa 28 Prozent weniger gefördert als normal. Auf den Golf von Mexiko entfällt rund ein Viertel der gesamten US-Ölproduktion.

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