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Roundup 2: Ölpreise ziehen wegen 'Ivan' an - EZB hält Niveau für unangemessen

Die Sorge vor Produktionsausfällen im Golf von Mexiko durch den Wirbelsturm "Ivan" hat am Montag die Ölpreise wieder deutlich steigen lassen. In London kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober zuletzt 41,15 $ und damit 95 Cent mehr als bei Handelsschluss am Freitag. Leichtes US-Öl verteuerte sich an der New Yorker Warenterminbörse Nymex um 1,14 $ auf 43,95 $.

dpa-afx NEW YORK/LONDON. Die Sorge vor Produktionsausfällen im Golf von Mexiko durch den Wirbelsturm "Ivan" hat am Montag die Ölpreise wieder deutlich steigen lassen. In London kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober zuletzt 41,15 $ und damit 95 Cent mehr als bei Handelsschluss am Freitag. Leichtes US-Öl verteuerte sich an der New Yorker Warenterminbörse Nymex um 1,14 $ auf 43,95 $.

Händlern zufolge gefährdet der als extrem gefährlich eingestufte Hurrikan die Förderung im Golf von Mexiko, aus dem etwa ein Viertel der amerikanischen Öl- und Gasproduktion stammt. Vorsorglich seien zahlreiche Betriebsanlagen geschlossen worden, sagte Börsenmakler Christopher Bellew von Prudential Bache.

Presseberichten zufolge haben große Mineralölkonzerne wie BP und Exxon Mobil am Sonntag einen Teil ihrer Mitarbeiter von den Bohrinseln abgezogen. Neben der Förderung sei auch die Verladung von Rohöl gefährdet. Am Freitag waren die Ölpreise noch stark gesunken, nachdem Wetterprognosen keine Gefährdung der amerikanischen Ölförderanlagen vorausgesagt hatten. Leichtes US-Öl verbilligte sich daraufhin um rund 2,50 $.

Kritik VON Trichet

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bezeichnete unterdessen das aktuelle Ölpreisniveau als unangemessen. "Das derzeitige Niveau ist deutlich höher als normalerweise angemessen wäre", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) nach einem Treffen der Präsidenten der zehn wichtigsten Notenbanken der Welt in Basel. Ein Grund für die Verteuerung von Rohöl sei die steigende Nachfrage, in der sich die weltweite Konjunkturbelebung wiederspiegele.

Nach den Worten ihres Chefvolkswirtes Otmar Issing beobachtet die EZB den von Ölpreisen mit verursachten Preisanstieg in den Euroländern mit Sorge. "Wir beobachten in der Tat die Preisentwicklung mit Besorgnis", sagte Issing der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Die EZB werde notfalls ohne Rücksicht auf die kurzfristige Wachstumsentwicklung im Euro-Raum die Zinsen erhöhen, wenn etwa höhere Ölpreise Zweitrundeneffekte auf Löhne und Gehälter zeigten. Der Ölpreis werde aber - anders als in den 70er Jahren - keinen dauerhaften Anstieg der Inflationsrate zur Folge haben.

Opec-Treffen

Die Minister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wollen an diesem Mittwoch in Wien über ihre Förder- und Preispolitik beraten. Wie mehrere Opec-Vertreter bekräftigten, hält die Organisation einen Ölpreis von rund 30 $ für angemessen. Die Opec-Staaten fördern derzeit mit geschätzten 30 Mill. Barrel am Tag so viel Rohöl wie nie zuvor. Die offizielle Förderquote liegt gegenwärtig bei 26 Mill. Barrel.

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