Archiv
ROUNDUP 2: Pierer gibt Siemens-Vorstandsvorsitz ab - Kleinfeld wird neuer ChefDPA-Datum: 2004-07-07 19:02:41

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Siemens-Chef < SIE.ETR > Heinrich von Pierer gibt überraschend den Vorstandsvorsitz Anfang 2005 an Klaus Kleinfeld ab. Pierer wolle mit der Hauptversammlung am 27. Januar in den Aufsichtsrat wechseln und den Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen, teilte Siemens am Mittwoch mit. Pierer stand seit 1992 an der Spitze des größten deutschen Elektrokonzerns. Viele Branchenkenner hatten damit gerechnet, dass er noch bis 2006 weitermacht. Siemens kündigte zugleich ebenfalls überraschend die Zusammenlegung von Festnetz- und Mobilfunksparte an.

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Siemens-Chef < SIE.ETR > Heinrich von Pierer gibt überraschend den Vorstandsvorsitz Anfang 2005 an Klaus Kleinfeld ab. Pierer wolle mit der Hauptversammlung am 27. Januar in den Aufsichtsrat wechseln und den Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen, teilte Siemens am Mittwoch mit. Pierer stand seit 1992 an der Spitze des größten deutschen Elektrokonzerns. Viele Branchenkenner hatten damit gerechnet, dass er noch bis 2006 weitermacht. Siemens kündigte zugleich ebenfalls überraschend die Zusammenlegung von Festnetz- und Mobilfunksparte an.

Der 46-jährige Kleinfeld ist derzeit für das Arbeitsgebiet Information und Kommunikation verantwortlich. Zuvor hatte er unter anderem das US-Geschäft von Siemens auf Vordermann gebracht. Er galt als Favorit für die Nachfolge Pierers, seit ihm die Verantwortung für die Hightech-Sparten übertragen wurde. Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, soll Kleinfeld zum 1. August bereits stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Siemens werden. Der Aufsichtsrat muss den Personalwechseln auf seiner Sitzung am 28. Juli noch zustimmen. Die Lösung ist aber mit dem Aufsichtsrats-Präsidium bereits abgestimmt. Der Aktienkurs stieg nach Bekanntgabe des Wechsels zunächst spürbar an und lag am Abend nahezu unverändert bei 56,80 Euro.

IN KREISEN WAR AUF WEITERMACHEN BIS ZUR HV 2006 GESETZT WORDEN

Pierers Vertrag wäre eigentlich mit Ende des Geschäftsjahres zum 30. September dieses Jahres ausgelaufen. Er hatte aber bereits angedeutet, dass er den Vertrag noch einmal verlängern wolle. In Branchenkreisen war damit gerechnet worden, dass er bis zur Hauptversammlung 2006 weitermacht. Allerdings wird der amtierende Aufsichtsrats-Chef Hermann Baumann im kommenden Jahr 70 Jahre alt und erreicht damit die satzungsgemäße Altersgrenze.

Die Zusammenlegung von ICN und ICM ist eine der größten Umstrukturierungen von Siemens in den vergangenen Jahren. Festnetz und Mobilfunk näherten sich immer stärker an, sagte ein Siemens - Sprecher. Diesen Trend stelle man auch bei den Kunden fest. Zudem muss Siemens nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren weitere Marktanteile im Handy-Geschäft gewinnen, um als eigenständiger Anbieter profitabel arbeiten zu können. ICM und ICN machten im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von zusammen mehr als 16 Milliarden Euro. Dies ist künftig der mit weitem Abstand größte Geschäftsbereich von Siemens. Nächstgrößter Bereich war zuletzt die Autosparte VDO mit gut 8 Milliarden Euro.

Die Leitung der neuen Telekommunikations-Einheit soll Lothar Pauly übernehmen, derzeit Bereichsvorstand bei ICM. Der ICM-Vorsitzende Rudi Lamprecht sei künftig unter anderem für die Betreuung der Region Afrika und Naher und Mittlerer Osten zuständig. ICN-Chef Thomas Ganswindt verantwortet künftig das Arbeitsgebiet Information und Kommunikation, das bisher der designierte Siemens-Chef Kleinfeld führte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%