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Roundup 2: Porsche mit Rekordgewinn - Ehrgeizige Absatzziele

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat 2003/04 erstmals mehr als eine Milliarde Euro verdient und peilt auch im laufenden Geschäftsjahr eine neue Bestmarke an. Die Börse reagierte am Donnerstag auf die Bekanntgabe vorläufiger Zahlen am Vorabend aber mit Abschlägen. Bis zum Nachmittag sank der Porsche-Kurs um 1,04 Prozent auf 522,00 Euro. Die guten Zahlen trafen nach Aussage von Analysten die Erwartungen.

dpa-afx STUTTGART/PARIS. Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat 2003/04 erstmals mehr als eine Milliarde Euro verdient und peilt auch im laufenden Geschäftsjahr eine neue Bestmarke an. Die Börse reagierte am Donnerstag auf die Bekanntgabe vorläufiger Zahlen am Vorabend aber mit Abschlägen. Bis zum Nachmittag sank der Porsche-Kurs um 1,04 Prozent auf 522,00 Euro. Die guten Zahlen trafen nach Aussage von Analysten die Erwartungen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2004/2 005 (Ende Juli) strebt Porsche nach Informationen aus Branchenkreisen einen Absatz von deutlich über 80 000 Fahrzeugen ab. Die Verkaufszahlen würden die 85.000er-Marke aber voraussichtlich nicht erreichen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Rande des Internationalen Automobilsalons in Paris.

Kreise: Neues Coupe Kommt 2 005

Bereits im kommenden Jahr bringt Porsche den Kreisen zufolge ein völlig neu konzipiertes Modell zwischen 911er und Boxster auf den Markt. Dieser Coupe-ähnliche Sportwagen, dessen Prototypen bereits auf der Straße unterwegs sind, werde dem Konzern einen gewaltigen Schub bringen und für die nächsten Jahre profitables Wachstum sichern.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2 004 (Ende Juli) hatte Porsche den Absatz um 15 Prozent auf 76 827 Autos verbessert. Für 2005/2 006 sei es realistisch, dass der Konzern dank der Modelloffensive die Marke von 100 000 Fahrzeugen anvisieren könne, hieß es in den Kreisen. Der Konzern wollte die Informationen nicht kommentieren.

Wiedeking FÜR 2006 Zuversichtlich

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte am Mittwochabend in Paris erklärt, dass nach den vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2003/2 004 (31. Juli) der Vorsteuergewinn vor allem dank des erfolgreichen Modells Cayenne erstmals die Milliardenschwelle überspringe, nach 933 Mill. Euro im Vorjahr. Aufgrund der neuen Modellvarianten bei 911er und Boxster erwarte das Unternehmen "ein erneutes Wachstum", sagte Wiedeking. Ungeachtet konjunktureller Unwägbarkeiten sei der Konzern "ausgesprochen zuversichtlich".

In Paris sagte Porsche-Finanzchef Holger Härter am Donnerstag, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG sei gegen Wechselkursschwankungen hervorragend abgesichert. Bis zum Geschäftsjahr 2006/2 007 seien die Risiken voll abgedeckt, im Geschäftsjahr 2007/2 008 bislang teilweise. Die Sorgen von Analysten, die wegen möglicher Währungsschwankungen bei Porsche ab 2006 einen Gewinneinbruch befürchten, seien unbegründet. Die Kosten der zwei Rückrufe beim Cayenne wegen technischer Mängel seien minimal gewesen. Den Löwenanteil habe der betroffene Zulieferer gezahlt.

Umsatz Gestiegen

Der Porsche-Umsatz war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2 004 um 13,9 Prozent auf 6,35 (5,58) Mrd. Euro geklettert und hatte damit zum achten Mal hintereinander einen Höchststand erreicht. Porsche übertraf bei einem Absatz von 76 827 Fahrzeugen die selbst gesteckte Zielmarke von 75 000 leicht. Dies sei vor allem dem überragenden Erfolg des Cayenne zu verdanken, sagte Wiedeking.

Von dem sportlichen Geländewagen wurden 39 913 Fahrzeuge verkauft, fast doppelt so viele wie im Vorjahr (20 603). Im ureigenen Kerngeschäft Sportwagen (911er, Boxster) fielen die Verkaufszahlen mit 36 692 (46 200) schwächer aus. Im Vergleich zum Vorjahr (66 803) stieg der gesamte Konzernabsatz um rund 15 Prozent.

Über 15 000 Boxster Verkaufen

Vom neuen Boxster, der in Paris erstmals öffentlich vorgestellt wurde, sollen im laufenden Geschäftsjahr mehr als 15 000 Fahrzeuge verkauft werden. Die Nachfrage nach dem 911er und dem Boxster sei sehr gut.

Zur möglichen vierten Baureihe betonte Wiedeking, diese würde nicht unterhalb des Preisniveaus des Boxster angeboten. "Es wird bei Porsche kein Fahrzeug geben, das preislich unterhalb des Boxster angesiedelt ist." In der Branche wird eher auf eine viertürigen Luxussportwagen spekuliert. Wiedeking will 2005 über die neue Baureihe entscheiden. Die Serienproduktion könnte 2009 anlaufen.

Nach Angaben aus Branchenkreisen soll die Baureihe im Leipziger Werk produziert werden. Eine Kooperation mit einem anderen Autokonzern sei denkbar, um Kosten und Risiken zu minimieren. Ein möglicher Partner für die vierte Baureihe, die frühestens 2009 auf den Markt käme, sei Volkswagen. Gespräche seien aber noch nicht geführt worden, war aus Kreisen zu erfahren. VW und Porsche bauen bereits ihre Geländewagen Touareg und Cayenne auf einer gemeinsamen Plattform, die im tschechischen Bratislava produziert wird.

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