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Roundup 2: Porsche zieht im Börsenstreit zurück - bleibt im General Standard

Dem Sportwagenbauer Porsche bleibt das Prime-Standard-Etikett an der Börse verwehrt. Der Stuttgarter Autohersteller zog am Montag vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht seinen Antrag auf Aufnahme in das Börsensegment zurück.

dpa-afx FRANKFURT/MAIN. Dem Sportwagenbauer Porsche bleibt das Prime-Standard-Etikett an der Börse verwehrt. Der Stuttgarter Autohersteller zog am Montag vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht seinen Antrag auf Aufnahme in das Börsensegment zurück. Zunächst soll nun die Entscheidung über ein parallel anhängigen Antrag des Unternehmens vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel abgewartet werden. Dies wird aber voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

Damit geht der Rechtsstreit zwischen Porsche und der Frankfurter Wertpapierbörse in eine neue Runde. Porsche, derzeit im nachrangigen General Standard notiert, will in das Börsensegment Prime Standard aufgenommen werden, weigert sich aber, wie von der Börse verlangt, Quartalsberichte vorzulegen (Az.: neun E 1 644/03).

Börse Zufrieden

Die Zugehörigkeit zum Prime Standard ist eine Voraussetzung für die Aufnahme in die wichtigsten Börsen-Indizes wie Dax oder MDax . Vor drei Jahren war Porsche wegen der Verweigerung von Quartalsberichten aus dem MDax verbannt worden.

Die Wertpapierbörse wertete den Rückzug als ein Einsicht von Porsche, mit der Klage keine Aussicht auf Erfolg zu haben. Der Vorsitzende Richter Torsten von Roetteken bezweifelte im Prozess, dass ein Unternehmen der Börse die Regeln für einzelne Segmente vorschreiben könne. "Es kann ja auch Porsche nicht dazu aufgefordert werden, statt Sportwagen Polos und Golfs anzubieten", sagte von Roetteken.

Porsche: Kein Schritt Zurück

Porsche will im Normenkontrollverfahren erreichen, dass die Verpflichtung zu Quartalsberichten aus der Satzung der Wertpapierbörse gestrichen wird. Der Gang nach Kassel sei "kein Schritt zurück", sagte ein Porsche-Sprecher. Während der Verhandlung zeichnete sich seiner Ansicht nach ab, dass das Gericht auf die Kernfrage - die Zulassung zum Prime Standard zu klären - nicht eingehen wollte. "Sie waren gar nicht gewillt, sich damit zu befassen", meinte er. Bis zu einem Ergebnis könnten aber mehrere Jahre vergehen. Der Antrag für das Normenkontrollverfahren sei wegen eines drohenden Fristablaufs vorsorglich schon Ende Oktober gestellt worden.

Nach den Worten von Börsen-Geschäftsführer Rainer Riess sieht sich die Börse in ihrem Rechtsverständnis sowie in ihrer Praxis bestätigt, im Prime Standard Quartalsberichte zu fordern. Dies diene der Transparenz und sei im Interesse aller Investoren.

Porsche Gegen Kurzfristiges Denken

Quartalsberichte lehnt die Firma unter anderem ab, weil dadurch das kurzfristige Denken zu sehr in den Vordergrund treten würde. Dies schade Unternehmen wie Anlegern, argumentiert der Sportwagenbauer. Auch hält der Konzern das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit für aussagekräftiger als die inzwischen gängige Ausweisung des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit).

Vor drei Jahren war Porsche wegen der Verweigerung von Quartalsberichten aus dem MDax verbannt worden. Einen Kompromissvorschlag von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Unternehmen ohne Quartalsberichte auf dem Kurszettel besonders zu kennzeichnen, hatte die Börse abgelehnt./

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