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Roundup 2: Schering erhöht nach starkem zweiten Quartal Gewinnprognose 2004DPA-Datum: 2004-07-22 13:39:30

(dpa-AFX) Berlin - Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern Schering < SCH.ETR > hat nach einem Ergebnis- und Umsatzanstieg im zweiten Quartal seine Gewinnprognose für 2004 angehoben. Getragen vom deutlichen Umsatzwachstum der Anti-Babypille Yasmin und ersten Erfolgen der angekündigten Kosteneinsparungen rechnet der Berliner Pharmakonzern nun mit einem Betriebsergebnis von mehr als 700 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie (EPS) soll auf 2,26 Euro steigen.

(dpa-AFX) Berlin - Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern Schering < SCH.ETR > hat nach einem Ergebnis- und Umsatzanstieg im zweiten Quartal seine Gewinnprognose für 2004 angehoben. Getragen vom deutlichen Umsatzwachstum der Anti-Babypille Yasmin und ersten Erfolgen der angekündigten Kosteneinsparungen rechnet der Berliner Pharmakonzern nun mit einem Betriebsergebnis von mehr als 700 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie (EPS) soll auf 2,26 Euro steigen.

Bisher hatte Konzernchef Hubertus Erlen ein operatives Ergebnis von mehr als 663 Millionen Euro und ein EPS von 2,18 Euro in Aussicht gestellt. Beim Umsatz rechnen die Berliner weiterhin mit einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich in lokalen Währungen. Schering hatte bereits im April wegen einer Änderung in der Rechnungslegung seinen damaligen Ausblick angehoben.

Quartal Über Markterwartungen - Hauptsächlich Kosteneinsparungen

"Die Zahlen waren deutlich über den Erwartungen", sagte ein Analyst einer großen amerikanischen Investmentbank. Auch Andreas Schmidt, Analyst bei Merrill Lynch sagte: "Die Kosten waren wesentlich niedriger als erwartet. Zusammen mit dem niedrigeren Steuersatz war nicht nur der operative, sondern auch der Nettogewinn besser als gedacht." Schering-Titel legten als einziger DAX-Wert bis zum frühen Nachmittag zu und verteuerten sich um 0,80 Prozent auf 47,88 Euro.

Angetrieben vom Umsatzwachstum der Anti-Babypille Yasmin steigerte das DAX-Unternehmen im zweiten Quartal seinen Umsatz um 5 Prozent (kursbereinigt 7%) auf 1,241 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 23 Prozent auf 201 Millionen Euro, während der Konzerngewinn um sechs Prozent auf 130 Millionen Euro zulegte. Damit übertraf Schering die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten.

Betaseron - Yasmin Soll Kommende Wachstumslokomotive Werden

Mit dem größten Umsatzträger, dem Multiple-Sklerose-Medikament (MS) Betaferon (USA: Betaseron) erzielte Schering im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 11 Prozent auf 196 Millionen Euro. Für den Berliner Traditionskonzern wird es wegen zunehmender Konkurrenz auf dem Multiple-Sklerose-Markt jedoch schwieriger, die aktuelle Umsatzprognose für das Produkt zu treffen. "Wir sind nach wie vor bestrebt, die Prognose zu erreichen. Aber ich muss sagen, dass es schwieriger geworden ist", sagte Vorstandschef Hubertus Erlen der dpa-AFX. Schering erwartet bisher für Betaferon (USA: Betaseron) in 2004 ein kursbereinigtes Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich.

In den USA dürfte sich in diesem Jahr die Wettbewerbssituation für Betaseron weiter verschärfen. Analysten rechnen bereits im vierten Quartal mit der Markteinführung des von Biogen Idec < Biib.NAS > und der irischen Biotechfirma Elan < ELN.NYS > entwickelten Konkurrenzproduktes Antegren. Schering setzt deshalb seine Hoffnung in die Produktfamilie um die Anti-Babypille Yasmin 30. Der Yasmin-Umsatz stieg um zweiten Quartal um 61 Prozent auf 103 Millionen Euro. Yasmin soll die künftige Wachstumslokomotive werden und Schering rechnet mit einem jährlichen Spitzenumsatz für Yasmin 30 von 400 Millionen Euro.

Programm ZUR Ertragssteigerung - Hintergrund

Schering hatte nach einem schwachen zweiten Quartal im vergangenen Jahr seine Gewinnprognosen für 2003 zurücknehmen müssen. Der Konzern hatte ein Sparprogramm mit dem Namen "Focus" aufgelegt, um die Ertragskraft deutlich zu steigern. Diese war durch den schwachen Dollar und die Belastungen durch die Gesundheitsreform in den vergangenen Quartalen unter Druck geraten. Schering will dies durch Stellenstreichungen, Schließung von Produktionsbetrieben und eine Fokussierung auf gewinnträchtige Sparten erreichen. Der Abbau von 1.100 Stellen wurde bereits vertraglich vereinbart, weitere 900 Stellen sollen bis 2006 eingespart werden, hatte Schering im Juni mitgeteilt.

Managergehälter

Erlen nahm auch Stellung zu der aktuellen Situation um Managergehälter: "Wenn es notwendig wäre, irgendwo bei Mitarbeitern Einschnitte zu machen, dann hat der Vorstand bei uns schon auch in der Vergangenheit mehrfach Beiträge geleistet, indem er auf ihm zustehende Gehaltsanteile verzichtet." Der Betriebsrat der Berliner Zentrale hatte die Konzernspitze vor diesem Hintergrund zu einem Sparbeitrag aufgerufen. "Wenn der Vorstand von den Mitarbeitern Opfer verlangt, sollte er selbst mit gutem Beispiel vorangehen und auf einen Teil seiner Bezüge verzichten", sagte Deutschmann in der Donnerstagsausgabe des "Tagesspiegel".

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