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Roundup 2: Siemens optimistischer für 2003 04 - Umsatzflaute beendet

(dpa-AFX) München - Die anziehende Weltwirtschaft hat dem Industrie- und Technologiekonzern Siemens < SIE.ETR > nach langer Flaute wieder gute Geschäfte beschert. Bei Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal (Ende Juni) überraschten die Münchener am Donnerstag mit unerwartet deutlich erhöhten Gewinnen. Der Konzern gab sich zuversichtlich, seine selbst gesteckten Ziele im Geschäftsjahr 2003/04 zu übertreffen.

(dpa-AFX) München - Die anziehende Weltwirtschaft hat dem Industrie- und Technologiekonzern Siemens < SIE.ETR > nach langer Flaute wieder gute Geschäfte beschert. Bei Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal (Ende Juni) überraschten die Münchener am Donnerstag mit unerwartet deutlich erhöhten Gewinnen. Der Konzern gab sich zuversichtlich, seine selbst gesteckten Ziele im Geschäftsjahr 2003/04 zu übertreffen.

Bisher hatte Siemens angekündigt, der Jahres-Nettogewinn solle auch ohne Sondereffekte prozentual zweistellig wachsen. Nun rechnet die Gesellschaft damit, das Minimal-Ziel von 10 Prozent Gewinnwachstum zu übertreffen. Bereits in den ersten neun Monaten verzeichnete Deutschlands größter Elektrokonzern deutlich zweistellige Gewinnzuwächse. Die Siemens-Aktie legte bis zum Nachmittag um 5,27 Prozent auf 57,53 Euro zu. Damit war sie zweitstärkster Wert im deutschen Leitindex DAX < DAX.ETR > .

Das Problem mit den fehlkonstruierten "Combino"-Straßenbahnen bekommt Siemens langsam in den Griff. Die Rückstellungen im Berichtzeitraum beliefen sich auf 26 Millionen Euro, wie Pierer bei einer Telefonkonferenz sagte. Damit fielen sie deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Insgesamt habe Siemens bisher nun über 300 Millionen Euro im Zusammenhang mit Combino zurückgestellt. Der Konzern hatte zahlreiche Straßenbahnen zurückziehen müssen. Mittlerweile zeichne sich eine Reparaturlösung ab, sagte Pierer. Mit der Umsetzung bei Kunden solle Anfang 2005 begonnen werden.

Handy-Sparte MIT Mehr Verlust - Aber VON Pierer Optimistisch

Die Handy-Sparte weitete ihren Quartalsverlust im Jahresvergleich aus. Im laufenden Schlussquartal soll sie aber wieder schwarze Zahlen schreiben, betonte Pierer. Im Berichtzeitraum verkaufte Siemens mit 10,4 Millionen Stück rund 28 Prozent mehr Handys als ein Jahr zuvor. Wegen des Wettbewerbs unter anderem mit dem weltgrößten Handyhersteller Nokia < Nok1v.HSE > < Noa3.ETR > war aber der Durchschnittspreis gesunken. Von Pierer erwartet nun höhere Handypreise. Seine Zuversicht für die Handy-Sparte begründete er mit neuen Modellen.

Siemens hat laut Merck-Finck-Analyst Theo Kitz mit einen hohen Preisdruck zu kämpfen, nachdem der Handy-Branchenprimus Nokia den Preiskampf angezettelt hatte. In den vergangenen Quartalen hätten die Preise für Siemens-Handys unter dem Marktdurchschnitt gelegen. Daher habe sich die Lage für die Münchener verschlechtert. Analyst Jochen Klusmann von der BHF Bank zeigte sich vom Ergebnis der Handy-Sparte enttäuscht. "Wir hatten schon erwartet, dass wegen Sonderfaktoren ein Verlust entsteht", sagte er. "Aber dass er so heftig ausfällt, hätten wir nicht erwartet."

Strategie DER Defizitären SBS Wird Überprüft

Pierer kündigte an, dass die Strategie des defizitären IT-Dienstleisters SBS auf den Prüfstand kommt. Siemens Business Services (SBS) und die Bahntechnik Transportation Systems-Sparte (TS) waren die einzigen der 13 Siemens-Bereiche, die im abgelaufenen Quartal Verluste verbuchten. Insgesamt sei er aber mit dem dritten Geschäftsquartal zufrieden, sagte Pierer. Als Gründe für die Entwicklung im Berichtzeitraum nannte er neben der anziehenden Weltwirtschaft auch konzerninterne Optimierungsprogramme. Diese sollen weitergehen. "Operative Verbesserungen werden in allen Bereichen angemahnt."

Im Berichtzeitraum war Deutschlands größter Elektrokonzern vor allem wegen der starken Nachfrage aus den USA und China im Aufwind. Der Quartalsumsatz stieg zum ersten Mal seit rund zwei Jahren. Die Mehrzahl der Bereiche verzeichnete im Jahresvergleich zweistellige Zuwachsraten im Ergebnis und höhere Ergebnismargen. Zu den Spitzenreitern gehörten die Antriebssparte Automation and Drives (A & D), Power Generation (PG, Energieerzeugung), Medical Solutions (Medizintechnik), die Autosparte VDO und Osram, laut von Pierer "traditionell eine Perle". Dagegen wiesen die Bereiche Transportation Systems (TS) und SBS Verluste aus.

Quartals- UND Neunmonats-Zahlen

Im Siemens-Konzern stieg das operative Ergebnis der Bereiche im dritten Geschäftsquartal etwas stärker als von Analysten erwartet um rund ein Fünftel auf 1,24 Milliarden Euro. Der Überschuss wuchs 29 Prozent auf 815 Millionen Euro (Prognose: 696,22 Mio Euro). Der Umsatz legte um 5 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang kletterte um rund ein Zehntel auf 19,077 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten 2003/04 wuchs der Überschuss um knapp 60 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro. Das Ergebnis der Bereiche (Operatives Geschäft) legte um 15 Prozent auf 3,68 Milliarden Euro zu. Der Umsatz sank um 0,2 Prozent auf 54,64 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich um rund 5 Prozent auf 59,3 Milliarden Euro.

Unterdessen ernannte der Siemens-Aufsichtsrat am Mittwochabend Strategie-Chef Klaus Kleinfeld offiziell zum Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden von Pierer. Vom 1. August an wird Kleinfeld stellvertretender Konzern-Chef sein. Nach der Hauptversammlung am 27. Januar 2005 soll er dann auf den Chefsessel aufrücken. Von Pierer will in den Aufsichtsrat wechseln und dort den Vorsitz übernehmen.

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