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Roundup 2: Siemens stoppt Übernahmepläne für VA-Tech - Widerstand zu groß

Der Münchener Elektrokonzern Siemens hat seine Übernahmepläne für den Mischkonzern VA Tech angesichts des massiven Widerstands in Österreich aufgegeben. Die Sache habe sich nach jetzigem Stand erledigt, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch. Es sei von Anfang klar gewesen, dass eine feindliche Übernahme der VA Tech nicht in Frage komme.

dpa-afx MÜNCHEN/WIEN. Der Münchener Elektrokonzern Siemens hat seine Übernahmepläne für den Mischkonzern VA Tech angesichts des massiven Widerstands in Österreich aufgegeben. Die Sache habe sich nach jetzigem Stand erledigt, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch. Es sei von Anfang klar gewesen, dass eine feindliche Übernahme der VA Tech nicht in Frage komme.

Damit kommen die Münchener nach dem durch die französische Regierung verhinderten Alstom-Einstieg erneut wegen politischer Widerstände bei einer bedeutenden Transaktion nicht zum Zuge. Die Linzer VA Technologie AG kam 2003 auf einen Umsatz von knapp vier Mrd. ? und gilt als Österreichs größter Technologie-Konzern.

Siemens: Feindliche Übernahme Sinnlos

Die österreichische Bundesregierung hatte am Dienstag deutlich gemacht, dass sie eine Übernahme der Deutschen mit oder ohne den Finanzinvestor Mirko Kovats als feindliche Übernahme betrachte und verhindern werde. Auch das VA Tech-Management lehnte eine Zusammenarbeit mit Siemens ab und will seinen Sanierungskurs alleine fortsetzen. Gegen diesen Widerstand mache ein Einstieg keinen Sinn mehr, hieß es nun bei Siemens.

Die Bundesregierung hatte am Dienstag in einem Ministerratsbeschluss den Privatisierungsauftrag der staatlichen Öiag verändert, damit die Staatsholding bei einer Kapitalerhöhung mitziehen und ihren Anteil von 15 % halten könne. Kovats, der 12,53 % der Aktien besitzt, hatte die Übernahmespekulation in Gang gesetzt und das Siemens-Interesse öffentlich gemacht.

Betriebsrat Fürchtete Jobverlust

Siemens wollte vor allem die Sparten Energieübertragung (T & D) und Infrastruktur (Elin EGB) übernehmen. Deshalb warnten VA Tech-Betriebsrat und Gewerkschaften vor einer möglichen Zerschlagung des Konzerns, die tausende der 8 000 Inlandsarbeitsplätze gefährdet hätte.

Die Siemens-Aktie bewegte sich am Mittwochmittag nur leicht um 0,30 % auf 59,46 ? nach oben, der DAX lag nahezu unverändert bei 3 891,01 Punkten. VA Tech-Aktien, deren Kurs sich seit März fast verdoppelt hat, sackten im Xetra-Handel zwischenzeitlich um über 5 % auf 46,50 ? ab, an der Wiener Börse um 9 % auf 45,26 ?. Nach Schätzung von Analysten verringerte sich damit in den vergangen zwei Tagen der VA Tech-Börsenwert um etwa 130 Mill. ?.

VA Tech Erwartet Verlust

In der Vorwoche hatte Siemens erstmals generelles Interesse an Teilbereichen der VA Tech bestätigt. Eine Übernahme könnte Siemens laut Medienberichten bis zu 900 Mill. ? kosten. VA Tech erwartet für 2004 einen Netto-Verlust von 65 Mill. bis 70 Mill. ?.

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,53 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %. Die übrigen 72,47 % der 15 Mill. Aktien sind im Streubesitz. In Kürze ist eine Kapitalerhöhung vorgesehen. Medienberichten zufolge hatten Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie geplant.

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