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Roundup 2: Spekulationen vor Opel-Entscheidung - Sorgen um Bochumer Werk

Am Tag vor der Veröffentlichung der Sparpläne des Autokonzern General Motors (GM) in Europa haben sich die Spekulationen um die Zukunft der deutschen Opel-Standorte am Mittwoch überschlagen.

dpa-afx RÜSSELSHEIM/BOCHUM. Am Tag vor der Veröffentlichung der Sparpläne des Autokonzern General Motors (GM) in Europa haben sich die Spekulationen um die Zukunft der deutschen Opel-Standorte am Mittwoch überschlagen. Der Betriebsrat des Bochumer Werks befürchtet das Auslaufen der Auto-Produktion an dem Standort bis zum Jahr 2009. "Im Grunde könnten wir nackig ausgezogen werden", sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. In Unternehmenskreisen hieß es hingegen, das Werk stehe derzeit mit seinen neuen Modellen Astra und Zafira ausgezeichnet da. Gleichzeitig wurden die Erwartungen an die Veröffentlichung der Sparpläne am Donnerstag gedämpft. Konkrete Auswirkungen auf einzelne Standorte müssten zunächst mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretern diskutiert werden.

General Motors will am Donnerstag parallel zur Vorlage der Quartalszahlen in Detroit Eckpunkte für drastische Sparmaßnahmen bei seinen europäischen Töchtern Opel, Saab und Vauxhall nennen. Laut Medienberichten sollen 10 000 bis 12 000 Stellen gestrichen werden, davon bis zu 7 000 bei Opel. Das Einsparvolumen wird demnach auf mindestens 500 Mill. Euro beziffert. Nach Informationen des ZDF soll zunächst kein Standort geschlossen werden. In der Zentrale in Rüsselsheim sei ein Abbau von 3 000 Stellen in Produktion und Entwicklung geplant. Der Opel-Gesamtbetriebsrat will sich erst am Freitag zu dem Kostensenkungsprogramm äußern.

Produktionsverlegung

Die Arbeitnehmervertreter in Bochum spekulieren, dass die Fertigung des Astra-Kombi nach Belgien oder England und die des Kompakt-Vans Zafira ins polnische Gliwice (Gleiwitz) verlagert werden könnte. Eine Verlegung nach Osteuropa drohe auch der Achsfertigung. Medienberichte über eine Aufspaltung des Bochumer Werks in drei Bereiche bezeichnete Betriebsrat Einenkel als gezielte Indiskretion der Unternehmensführung: "Möglicherweise soll die Belegschaft verrückt gemacht und zu Reaktionen provoziert werden." Sollten die Verhandlungen zur Standortsicherung nicht erfolgreich sein, seien die Beschäftigten auch zu Arbeitsniederlegungen oder anderen Aktionen bereit.

Die IG Metall warf dem Opel-Mutterkonzern GM "stilloses und kontraproduktives Verhalten" vor. Das Durchsickern der Zahl von Opel-Mitarbeitern, die im Zuge der Sanierung ihre Arbeit verlieren sollen, "torpediert die laufenden Verhandlungen und verhindert, dass man zu einem Kompromiss kommt", sagte der Bezirksleiter der IG Metall in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen, Klaus Mehrens, in einem dpa-Gespräch in Frankfurt. Der Opel - Gesamtbetriebsrat berät bereits seit längerem mit dem Management über einen "Zukunftsvertrag" für die deutschen Standorte. Außerdem steht zur Diskussion, ob die künftige Mittelklasse (Opel Vectra, Saab 9-3) im Stammwerk Rüsselsheim oder bei Saab im schwedischen Trollhättan gebaut wird.

"Durch ein gemeinsames Vorgehen der beiden Standorte versuchen wir zu erreichen, dass es nicht zu einer Kampfsituation kommt", sagte Mehrens. Eine deutsche Gewerkschaftsdelegation werde daher in der kommenden Woche nach Schweden reisen. Mehrens warnte die GM-Manager davor, auf unterschiedliche Interessen der Beschäftigten an den einzelnen Standorten zu setzen.

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