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Roundup 2: Tarifschlacht bei VW hat begonnen, schnelle Einigung nicht in Sicht

Beim Autobauer Volkswagen zeichnen sich nach dem ergebnislosen Auftakt der Tarifrunde für die rund 103 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke schwierige Verhandlungen ab. Das erste Treffen wurde am Mittwoch in Hannover nach drei Stunden auf den 5. Oktober vertagt.

dpa-afx HANNOVER. Beim Autobauer Volkswagen zeichnen sich nach dem ergebnislosen Auftakt der Tarifrunde für die rund 103 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke schwierige Verhandlungen ab. Das erste Treffen wurde am Mittwoch in Hannover nach drei Stunden auf den 5. Oktober vertagt.

"Wir liegen meilenweit auseinander", sagte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn bezeichnete die Situation als "außerordentlich schwierig". Mitten in den Gesprächsbeginn platzte überraschend die Nachricht, dass sich das Wüsten-Emirat Abu Dhabi nun doch nicht an Europas größtem Autobauer beteiligen wird.

VW: Kein Spielraum FÜR Lohnerhöhungen

VW-Personalchef Senn sagte, das Unternehmen sehe keinen Spielraum für Lohnerhöhungen. Volkswagen stehe wegen der aktuell schwierigen Lage auf den Märkten "gewaltig unter Druck". Senn bekräftigte, VW wolle die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Mrd. ? oder 30 % senken, um die insgesamt 176 000 Konzern-Arbeitsplätze zu sichern. "Diese Tarifrunde ist eine Richtungsentscheidung."

IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine nannte die von VW geforderte Nullrunde eine "Zumutung". Die IG Metall bleibe bei ihrer Forderung nach Einkommenserhöhungen von vier Prozent und einer verbindlichen Garantie für die 103 000 westdeutschen Arbeitsplätze. Statt der notwendigen Job-Garantie habe es seitens VW nur "vage Sprechblasen" gegeben. Die Kürzungsforderungen von Volkswagen seien "unrealistisch und überzogen".

IG Metall: 'Verhandeln AUS Position DER Stärke'

Zuvor hatte Meine versichert, die Gewerkschaft sei zu konstruktiven Gesprächen bereit. Zugleich demonstrierte er aber erneut Kampfbereitschaft. Rund 97 % der VW-Arbeiter sind in der Gewerkschaft organisiert. "Wir verhandeln aus einer Position der Stärke", hat Meine deshalb immer wieder betont. Der Haustarifvertrag läuft am 30. September aus. Ein Streik wäre nach dem Ende der Friedenspflicht Ende Oktober möglich. Es wäre der erste echte Streik bei dem Wolfsburger Unternehmen.

Volkswagen will angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern durchsetzen. Der neue Haustarif soll ab 2005 auslaufen, Neueinstellungen sollen nur noch nach dem niedrigeren Flächentarif erfolgen.

Zudem wurde am Mittwoch überraschend bekannt, dass VW seine Beteiligung an der niederländischen Leasing-Gesellschaft Leaseplan (rund eine Milliarde Euro) nun aus dem laufenden Geschäft statt aus dem Verkauf eines Aktienpakets an das Emirat Abu Dhabi finanziert. Grund dafür sei, dass man sich auf den Preis nicht habe einigen können, teilte VW mit. Beide Seiten wollten aber weiterhin zusammenarbeiten.

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