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Roundup 2: Trübe Signale vom Arbeitsmarkt - Keine durchgreifende Besserung

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Oktober weiter eingetrübt. Die Zahl der Arbeitslosen ist saisonbereinigt um 12 000 zum Vormonat geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mit.

dpa-afx NÜRNBERG. Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Oktober weiter eingetrübt. Die Zahl der Arbeitslosen ist saisonbereinigt um 12 000 zum Vormonat geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten zuvor mit 15 000 einen etwas höheren Anstieg erwartet. Nach Einschätzung von Volkswirten lässt die Arbeitsmarktwende weiter auf sich warten. An den Finanzmärkten entfalteten die Zahlen keine Wirkung.

Für das kommende Jahr erwartet die Bundesagentur keine durchgreifende Verbesserung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum von rund 1,8 Prozent werde nicht zu einer deutlichen Senkung der Arbeitslosenzahlen führen, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Mittwoch in Nürnberg. Im Unterschied zur Bundesregierung, die einen durchschnittlichen Rückgang der Erwerbslosenzahlen von 25 000 erwartet, geht die Bundesagentur nur von einer Abnahme um 15 000 aus.

Ermutigende Zeichen BEI Beschäftigung

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Weise weiter auf Wachstumskurs. Trotz dieser positiven Grundtendenz sei eine Wende auf dem Arbeitsmarkt aber noch nicht zu erkennen. Allerdings gebe es ermutigende Zeichen auf der Beschäftigungsseite, sagte Weise. Insbesondere aus jahreszeitlichen Gründen ist die Erwerbstätigkeit im August vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge um 64 000 auf 38,49 Mill. gestiegen. Saisonbereinigt blieb die Zahl mit plus 5 000 praktisch unverändert.

Auch bei Bankvolkswirten überwiegt nach den Oktober-Daten die Skepsis: "Der Zeitpunkt für eine Trendwende schiebt sich immer weiter nach hinten", sagte Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Die Lage bleibe "äußerst unbefriedigend". Die Beschäftigtenzahl habe zwar ihren Tiefpunkt erreicht, neue Stellen würden jedoch nur durch Teilzeit- und Minijobs geschaffen.

Anzeichen für eine Wende kann auch Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank nicht ausmachen. Die Konjunktur sei für eine Belebung am Arbeitsmarkt weiter zu schwach. "Bei vielen Unternehmen ist in jüngster Zeit der Kostendruck noch gestiegen", sagte Bielmeier. Der internationale Wettbewerb werde "zunehmend härter". Dies lasse insbesondere exportorientierte Unternehmen bei Neueinstellungen weiter zögern.

Commerzbank Etwas Optimistischer

Nur die Commerzbank ist etwas optimistischer. Zwar habe sich die Lage im Oktober nicht verbessert. Zusammen mit dem Beschäftigungsanstieg im August sei aber im Laufe des Sommers eine Stabilisierung am Arbeitsmarkt auszumachen. "Ein deutlicher Beschäftigungsaufbau zeichnet sich allerdings noch nicht ab", dämpft das Bankhaus zu hohe Erwartungen.

Insgesamt fiel die Arbeitslosenzahl im Oktober zum Vormonat um 50 108 auf 4,206 Millionen. Damit sank die Quote um 0,2 Punkte auf 10,1 Prozent. Zum entsprechenden Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um 55 302.

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