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Roundup 2: US-Beschäftigtenzahl steigt im September schwächer als erwartet

In den USA ist die Beschäftigtenzahl im September deutlich schwächer als erwartet gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 96 000 zum Vormonat geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit.

dpa-afx WASHINGTON. In den USA ist die Beschäftigtenzahl im September deutlich schwächer als erwartet gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 96 000 zum Vormonat geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Von CBS Marketwatch befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Anstieg um 138 000 erwartet. Gleichzeitig wurde der Anstieg im August auf einen Zuwachs von 128 000 revidiert. In der Erstschätzung war noch ein Anstieg von 144 000 ermittelt worden.

Das verhaltene Beschäftigungswachstum in den USA seit Juni dürfte nach Einschätzung von Volkswirten zu einem verlangsamten Wirtschaftswachstum in den USA führen. Vom Markt teilweise erwartete Wachstumsraten von bis zu vier Prozent seien unter diesen Umständen nicht zu realisieren, sagte Rudolf K. Besch, US-Volkswirt bei der Dekabank. Die verhaltene Einkommensentwicklung als auch der steigende Rohölpreis dürften das Wirtschaftswachstum bremsen.

Verlangsamte Leitzinserhöhungen

Die neuen Daten signalisierten eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA, sagte Carsten Fritsch Devisenexperte bei der Commerzbank. Die US-Notenbank dürfte daher das Tempo ihrer Leitzinserhöhungen verlangsamen. Fritsch erwartet im laufenden Jahr lediglich eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte.

Der unerwartet schwache US-Stellenzuwachs im September ist nach Einschätzung des Chefvolkswirtes von FAO Economics, Robert Brusca, "schrecklich". In der privaten Wirtschaft seien lediglich 59 000 neue Jobs geschaffen worden, sagte der Volkswirt am Freitag. Die insgesamt 96 000 neu geschaffenen Jobs gehen auf das Konto des öffentlichen Dienstes. "Wir hatten zuletzt eine Reihe unechter Erholungen gesehen, dies könnte eine weitere sein", sagte Brusca.

Finanzminister Snow Ermutigt

"Ermutigt" zeigte sich hingegen US-Finanzminister John Snow. Die US-Regierung werde sich aber weiter für Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen einsetzen, sagte Snow in Washington.

Der Eurokurs stieg nach den Daten bis auf 1,2 387 Dollar. Zuvor wurde er noch bei 1,23 gehandelt. Die deutschen Anleihen stiegen ebenfalls deutlich. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte bis 14.35 Uhr um 0,51 Prozent auf 116,05 Punkte, nachdem er kurzzeitig sogar die Marke von 116 Punkten durchbrechen konnte. Vor Bekanntgabe der Daten hatte der Bund-Future um 115,70 Punkte gependelt.

Enttäuschende Stundenlöhne

Die Arbeitslosenquote veränderte sich im September wie erwartet nicht. Sie habe wie im August bei 5,4 Prozent gelegen. Von CBS Marketwatch befragte Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet.

Die Stundenlöhne fielen im September etwas schwächer als erwartet aus. Sie hätten sich um 0,2 Prozent zum Vormonat erhöht. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Der durchschnittliche Stundenlohn erhöhte sich damit um drei Cent auf 15,78 Dollar.

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