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ROUNDUP 2: US-Notenbank läutet Wende ein - Leitzins auf 1,25 Prozent erhöhtDPA-Datum: 2004-06-30 20:55:03

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die amerikanische Notenbank hat am Mittwoch nach der historisch niedrigen Leitzinsphase eine Trendwende eingeläutet. Der Offenmarktausschuss hob den Satz für Tagesgeld erstmals nach mehr als vier Jahren an: von 1,00 auf 1,25 Prozent. Angesichts des robusten Aufschwungs in den USA, starker Stellenzuwächse und steigender Preise rechnen Volkswirte damit, dass die Notenbank (Fed) die Leitzinsen bis Ende nächsten Jahres auf die Vier-Prozent-Marke hochdrücken könnte.

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die amerikanische Notenbank hat am Mittwoch nach der historisch niedrigen Leitzinsphase eine Trendwende eingeläutet. Der Offenmarktausschuss hob den Satz für Tagesgeld erstmals nach mehr als vier Jahren an: von 1,00 auf 1,25 Prozent. Angesichts des robusten Aufschwungs in den USA, starker Stellenzuwächse und steigender Preise rechnen Volkswirte damit, dass die Notenbank (Fed) die Leitzinsen bis Ende nächsten Jahres auf die Vier-Prozent-Marke hochdrücken könnte.

"Die Daten weisen darauf hin, dass die Wirtschaft auf solider Basis wächst und der Arbeitsmarkt sich bessert", teilte der Ausschuss nach der einstimmig getroffenen Entscheidung mit. Mit relativ niedrigen Inflationswerten könne die Niedrigzinsphase "wahrscheinlich in angemessenen Schritten" auslaufen. "Der Ausschuss wird aber auf Änderungen im Wirtschaftsausblick wenn nötig reagieren", hieß es in der Erklärung.

REAKTION DER MÄRKTE

Der Euro < EURUS.FX1 > stieg unmittelbar nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung auf sein Tageshoch von 1,22 Dollar, fiel aber wieder auf sein Ausgangsniveau bei 1,2170 Dollar zurück. An der Wall Street reagierten die Aktien < INDU.IND > < COMPX.IND > zunächst leicht positiv, fielen dann aber wieder leicht zurück. Auch die US-Staatsanleihen zeigten sich nach einem kurzzeitigen Anstieg kaum verändert.

Fed-Chef Alan Greenspan hatte die Leitzinsen nach dem abrupten Ende des Technologiebooms 2000 in 13 Schritten von 6,5 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 1958 heruntergefahren. Damit sollte die US-Wirtschaft stimuliert werden, eine Aufgabe, die die Notenbank im Unterschied zur Europäischen Zentralbank explizit zu erfüllen hat. Das US-Bruttoinlandsprodukt schrumpfte Anfang 2001, bis zu 3 Millionen Arbeitsplätze gingen verloren. Zwar ist der Aufschwung seit zweieinhalb Jahren im Gange, doch blieben die Stellen lange aus. Deshalb verharrte die Notenbank so lange in der Niedrigzinsphase.

SOLIDE KONJUNKTUR

Seit Anfang des Jahres sind die amerikanischen Wirtschaftsdaten aber solide: im 1. Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt auf hochgerechneter Jahresrate um 3,9 Prozent zu. Volkswirte rechnen für das Gesamtjahr mit einem Wert von über vier Prozent. Die Verbraucherzuversicht wächst kräftig, Investitionen steigen und damit nach langer Zeit auch die Zahl der Arbeitsplätze. In diesem Jahr wurden schon mehr als 1,2 Millionen neue Stellen geschaffen. Mit den steigenden Haushaltseinkommen gingen allerdings auch die Preise nach oben: Die Inflation, im Dezember im Jahresvergleich noch bei 1,9 Prozent, stieg im Mai auf 3,1 Prozent.

Unmittelbare Auswirkungen der Zinserhöhung auf das Verbraucherverhalten erwarten Marktkenner nicht. Die Hypothekenbanken haben ihre Ausleihesätze für langfristige Festzinskredite in Erwartung der Zinserhöhung bereits von 5,5 auf 6,5 Prozent erhöht.

EZB AM ZUG

An diesem Donnerstag tagt auch die Europäische Zentralbank (EZB). Sie dürfte die Leitzinsen nach Angaben von Marktkennern trotz der weiterhin hohen Inflation in der Euro-Zone unverändert bei 2,00 Prozent lassen.

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