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Roundup 2: VW schraubt nach Ergebniseinbruch Absatzhoffnungen zurück

Der Volkswagen-Konzern hat weiter mit einer schwachen Geschäft in den USA und China und hohen Belastungen aus Wechselkurseffekten zu kämpfen. Nach erneuten Ergebniseinbruch im dritten Quartal schraubte das Unternehmen sein Absatzziel für 2004 zurück.

dpa-afx WOLFSBURG. Der Volkswagen-Konzern hat weiter mit einer schwachen Geschäft in den USA und China und hohen Belastungen aus Wechselkurseffekten zu kämpfen. Nach erneuten Ergebniseinbruch im dritten Quartal schraubte das Unternehmen sein Absatzziel für 2004 zurück. Mit neuen Modellen und massiven Einsparungen wollen die Wolfsburger nun den Weg aus der Misere schaffen. Volkwagen bestätigte seine Prognose für ein operatives Ergebnis von 1,9 Mrd. Euro vor Sonderposten im Gesamtjahr.

Der Markt in Westeuropa werde voraussichtlich in diesem Jahr kaum anziehen, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am Donnerstag auf einer Analystenkonferenz. Rückläufige Neuzulassungen sieht der Manager auch in Deutschland. Die Schwäche in vielen Märkten wirke sich auf VW aus: "Wir werden zwar unseren Absatz über das Vorjahresniveau von 5,01 Mill. Fahrzeugen steigern, aber hinter unseren Erwartungen zurück bleiben", sagte er.

Hingegen zeigte sich Pötsch vor allem für die beiden Sorgenkinder USA und China optimistisch. Mit seiner jüngsten Modelloffensive sei der Konzern aber international "extrem gut aufgestellt". Für dieses Jahr rechnet er in den USA weiterhin mit einem operativen Verlust von etwa 1 Milliarde Euro. Ob es Volkswagen im kommenden Jahr gelingen werde, die Gewinnschwelle zu erreichen, sei "schwierig zu sehen".

Gut voran komme VW mit dem Sparprogramm "Formotion", mit dem innerhalb von zwei Jahren die Kosten um mehr als vier Mrd. Euro gedrückt werden soll. Allein in den ersten neun Monaten seien 850 Mill. Euro eingespart worden, sagte Pötsch. Insgesamt halte VW an dem Ziel fest, in diesem Jahr über 1 Milliarde Euro durch "Formotion" einsparen zu wollen. Im kommenden Jahr sollen dann 3,1 Mrd. Euro eingespart werden.

Tarifrunde

Dazu beitragen sollen auch Einschnitte bei den Personalkosten, die die Wolfsburger bis zum Jahr 2011 um 30 Prozent senken wollen. Mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen sagte Pötsch: "Die Einsparungen aus 'Formotion' reichen allein nicht, um unsere Wettbewerbssituation zu verbessern, sie müssen auch von der Tarifseite kommen." Die mit großer Spannung erwartete fünfte Tarifrunde hatte am Morgen begonnen. Die Lage gilt als verhärtet, die Gewerkschaft hatte mit ersten Warnstreiks für Anfang November gedroht. Am Donnerstagmittag gab es von beiden Seiten keine Annäherung.

Die jüngste Ergebnissituation bei VW ist nach Ansicht von Analysten nicht rosig. Gleichwohl legte die Aktie am Donnerstag zeitweise um mehr als vier Prozent zu, zuletzt lag das Papier mit 0,96 Prozent bei 34,68 Euro. Analysten und Händler begründeten dies damit, dass einige der Expertenschätzungen übertroffen worden seien und der Konzern seine Prognosen bestätigt habe.

Neunmonats-Bilanz

In den ersten neun Monaten erwirtschaftete der Konzern einen operativen Gewinn nach Sonderposten von 1,242 (Vorjahr: 1,73) Mrd. Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 1,19 Mrd. Euro gerechnet. Im dritten Quartal betrug das operative Ergebnis 391 (510) Mill. Euro. Unter dem Strich blieb im dritten Jahresviertel ein Überschuss von 76 (217) Mill. Euro, in allen drei Quartalen ergab sich ein Konzerngewinn von 459 (813) Mill. Euro.

Dem positiven Einfluss von Formotion standen zugleich Vorleistungen für das Programm von 242 Mill. Euro in den ersten neun Monaten gegenüber. Laut Pötsch haben zudem negative Wechselkurseffekte das operative Ergebnis mit 600 Mill. Euro belastet. Der enorme Wettbewerbsdruck und ein rückläufiger Absatz ließen das operative Ergebnis bei den beiden Volkswagen-Joint-Ventures in China von Januar bis September von 466 auf 268 Mill. Euro schrumpfen.

ABU Dhabi

Eine erneute klare Absage erteilte Pötsch Spekulationen über eine Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Übernahme von 50 Prozent der niederländischen Leasinggesellschaft Leaseplan. VW werde die Kaufsumme von 1 Milliarde Euro aus dem laufenden Geschäft finanzieren, bekräftigte Pötsch. Hierzu solle in den kommenden Wochen im Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden. "Das ist aber eine rein interne Maßnahme."

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