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ROUNDUP 2: WCM strebt 2004 operativ schwarze Zahlen an - Aktionärsschelte

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei schwierigen Jahren mit erheblichenKursverlusten will die Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM 2004 operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Bei der Hauptversammlung inFrankfurt am Mittwoch präzisierte Vorstandschef Roland Flach dieErgebnisprognose.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei schwierigen Jahren mit erheblichenKursverlusten will die Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM 2004 operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Bei der Hauptversammlung inFrankfurt am Mittwoch präzisierte Vorstandschef Roland Flach dieErgebnisprognose.

Für das Gesamtjahr sei mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) "immittleren zweistelligen Millionenbereich" zu rechnen, sagte Flach. Bisher warnur von einem positiven Ergebnis die Rede gewesen. Mehrere Aktionäre übten indesangesichts des Niedergangs der WCM-Aktie im vergangenen Jahr heftige Kritik amVorstand. An der Frankfurter Börse lag das Papier gegen 16.00 Uhr unverändertbei 1,24 Euro.

Die negative Entwicklung an den Kapitalmärkten habe die WCM 2002 und 2003"in eine schwierige Lage gebracht", sagte Flach. Es seien zwei der schwierigstenGeschäftsjahre in der 238-jährigen Unternehmensgeschichte gewesen. Er sehejedoch "eine gute Chance, die WCM wieder auf Erfolgskurs zu bringen". Dies solldurch eine Konzentration auf das Kerngeschäft, einen verstärkten Verkauf vonWohnungen und eine weitere Verringerung der Schulden gelingen.

ZWEI HAUPTSÄULEN

Zu seiner Strategie gehöre es, das Unternehmen auf die beiden HauptsäulenWohnimmobilien und Anlagenbau der Beteiligung Klöckner Werke AG zu stellen.Sämtliche Wohnimmobilien-Aktivitäten würden in einer Gesellschaft unterhalb derWCM gebündelt. Die restlichen Beteiligungen und Immobilien der WCM gehörtennicht zum Kerngeschäft. Sie sollen laut Flach zunächst in einem dritten Bereichzusammengefasst werden. Von diesem Bereich werde sich die WCM - soweit möglich-bis Ende 2005 trennen.

Die Bankschulden seien im vergangenen Jahr von 3,1 Milliarden auf 1,2Milliarden Euro gesenkt worden. Dazu beigetragen hätten der Verkauf von 28Millionen Commerzbank-Aktien, die Rückführung der Kredite derTochtergesellschaft SIRIUS im Zuge des Insolvenzverfahrens und der Verzicht aufeinen Rückkauf des 60-Prozent-Anteils an der Berliner ImmobiliengesellschaftGEHAG GmbH. Nach Darstellung von Branchenexperten besteht indes noch die Gefahr,dass die HSH Nordbank ihre Option zur Rückgabe des erworbenen 60-Prozent-Anteilsan der GEHAG an die WCM ausübt.

Die WCM-Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten stiegen demVorstandschef zufolge wegen der Konsolidierung der Bremischen Gesellschaft fürStadterneuerung inzwischen wieder auf 1,4 Milliarden Euro. Rund 370 Millionendavon seien kurzfristige Verbindlichkeiten. Die WCM-Tochter RSE hatte im Märzeinen weiteren Anteil von 25,1 Prozent an der Bremischen erworben und damitihren durchgerechneten Anteil auf 58,43 Prozent erhöht. Geplant ist laut Flach,diesen Anteil bis Ende 2004 auf 75 Prozent und später auf 100 Prozent zuerweitern.

EIGENKAPITAL MEHR ALS HALBIERT

Nach den Worten Flachs verringerte sich das Eigenkapital im Laufe desvergangenen Jahres von 633 Millionen im Vorjahr auf 304 Millionen Euro. Diesentspreche einer Eigenkapitalquote von 14 Prozent. Aktionäre nannten diese Quote"skandalös". Im Laufe von zwei Jahren sei eine Milliarde Euro an Kapitalvernichtet worden. Die Redner in der Alten Oper in Frankfurt sprachen sich gegendie vom Vorstand vorgeschlagene Kapitalerhöhung von 50 Prozent aus. Das miteinem solchen Schritt verbundene Vertrauen müsse sich Vorstandschef Flach erstwieder erwerben, sagte ein Anteilseigner.

Flach räumte ein, dass der Verfall des Börsenkurses im vergangenen Jahr zueinem Vertrauensverlust gegenüber der WCM bei den Aktionären geführt hat. DieWCM-Aktie hatte 2003 von 2,48 auf 1,05 Euro bis Jahresende nachgegeben. MehrereAktionäre hatten in diesem Zusammenhang beantragt, dem Vorstand die Entlastungzu verweigern.

Laut Flach soll die Privatisierungsquote beim Verkauf von Wohnimmobilien2004 auf 2,5 Prozent steigen und 2005 nochmals zulegen. 2003 wurden von derWCM-Gruppe 1.024 Wohnungen verkauft. Die gewerblichen Immobilienaktivitätensollen bis Ende 2005 veräußert werden, da sie nicht zum Kerngeschäft gehören.Außerdem steht der 56,95-Prozent-Anteil an den MATERNUS-Kliniken AG auf der Verkaufsliste.

SUCHE NACH INVESTOR GEHT WEITER

Die Tochter-Gesellschaft RSE werde auch ihren restlichen 15-Prozent-Anteilan der GEHAG verkaufen, sagte Flach. Ein Käufer sei gefunden. Mit derUnterzeichnung des Vertrages sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Die WCM hältlaut Flach derzeit nur noch 120.000 Aktien der Commerzbank und einen2-Prozent-Anteil an der IVG . Die WCM werde sich in nächster Zeit auch"möglichst kursschonend" von dem restlichen IVG-Anteil trennen.

Unterdessen geht die Suche der WCM nach einem möglichen Investor weiter. Esgebe auch Kontakte zu US-Investmentgesellschaften, sagte Flach. Der Anteil derFamilie des Großaktionärs Karl Ehlerding hat sich von 46 Prozent im April 2002auf derzeit 23,4 Prozent reduziert. Insgesamt 76,6 Prozent der WCM-Aktienbefänden sich im Streubesitz.

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