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Roundup 3: Bayer mit Ergebnissprung - Prognosen erhöht - Aktie steigt

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat nach einem überraschend starken operativen Ergebnissprung im dritten Quartal seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2004 angehoben.

dpa-afx LEVERKUSEN. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat nach einem überraschend starken operativen Ergebnissprung im dritten Quartal seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2004 angehoben. "Angesichts der erfreulichen Geschäftsbelebung auch im dritten Quartal heben wir die Jahresprognose für den Umsatz und das bereinigte Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) an", sagte Konzernchef Werner Wenning am Donnerstag in Leverkusen bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal. Analysten zeigten sich insbesondere von der Pharma-Geschäftsentwicklung positiv überrascht. Die Aktie legte in einem etwas festeren Marktumfeld um 1,39 Prozent auf 24,00 Euro zu.

Auch für das kommende Jahr zeigte sich Wenning optimistisch. Die Wachstumsdynamik dürfte zwar etwas geringer als in den vergangenen Quartalen ausfallen. Gleichwohl sei weiter ein Wachstum in den wichtigsten Produktgruppen zu erwarten. Derzeit gebe es beim Auftragseingang in den Hauptproduktgruppen keine wesentlichen Änderungen.

Bereinigtes Ebit-Ziel FÜR 2004 Bereits 'Klar Erreicht'

Nach neun Monaten sei die Zielmarke einer Steigerung des bereinigten Ebit um mehr als zehn Prozent 2004 bereits "klar erreicht", sagte Wenning. Für das vierte Quartal sei darüber hinaus trotz der anhaltend hohen Rohstoffkosten ein bereinigtes Ebit deutlich über dem angepassten Vorjahreswert von 42 Mill. Euro zu erwarten.

Beim Umsatz peilt Wenning 2004 nun eine Steigerung in der Größenordnung des Dreivierteljahres an. In diesem Zeitraum legte der Umsatz um 2,6 Prozent auf rund 22 Mrd. Euro zu. Für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird unterdessen weiter eine Steigerung von mehr als zehn Prozent im laufenden Jahr erwartet.

Triebfeder Chemiekonjunktur

Im dritten Quartal profitierte Bayer insbesondere von der Belebung seines klassischen Chemiegeschäfts. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen legte im Vergleich zum Vorjahr überraschend deutlich um 206 Prozent auf 383 Mill. Euro zu. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten lediglich 245 Mill. Euro erwartet.

Insbesondere das zyklische Chemiegeschäft mit hochwertigen Materialien und beim MDax-Aspiranten Lanxess trugen zur Ertragssteigerung bei. Trotz der üblichen saisonalen Schwäche zeigte sich auch das Pflanzenschutzgeschäft mit einem deutlich geringeren Verlust als im Vorjahreszeitraum. Das Gesundheitsgeschäft litt unterdessen unter der wachsenden Konkurrenz beim stärksten Umsatzträger Cipro (Breitband-Antibiotikum).

Analysten Positiv Überrascht

Analysten zeigten sich insgesamt positiv überrascht. Neben dem Anspringen der Chemiekonjunktur seien die Belastungen durch den Patentablauf des Hauptumsatzträgers im Pharmageschäft Cipro geringer als erwartet ausgefallen. "Beim jahrelangen Problemkind Pharma gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer", sagte Analyst Michael Butscher von der Bayerischen Landesbank. Auch Andreas Theisen, Analyst bei der WestLB zeigte sich positiv davon überrascht, dass die stärkere Konkurrenz beim Breitbandantibiotikum Cipro nicht so hart durchgeschlagen hat als erwartet. Andere Produkte glichen den negativen Effekt aus.

"Das Gesundheitsgeschäft ist die positive Überraschung des Quartalsberichts" sagte Theisen. Auch Helabatrust-Analyst Dennis Nacken verweist auf die "sehr erfreuliche" Entwicklung bei Pharma und den Biologischen Produkten. Unterdessen sei die Erhöhung der Umsatz- und operativen Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angesichts des positiven Konjunkturumfeldes für die Chemieindustrie "keine große Überraschung".

Kräftiges Mengenwachstum

Unter dem Strich verbuchte der Konzern im dritten Quartal einen Überschuss von 34 Mill. Euro. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 123 Mill. Euro ausgewiesen. Die befragten Experten hatten im Schnitt einen leichten Verlust von 7,2 Mill. Euro erwartet. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 3,4 Prozent auf 7,065 Mrd. Euro zu. Negative Währungseffekte (-3,8%) konnten dabei durch eine kräftige Mengensteigerung (+5,7%) und Preiserhöhungen (+1,6%) aufgefangen werden. Analysten hatten lediglich 7,027 Mrd. Euro erwartet.

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