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Roundup 3 Forster: Gesamtlösung im Frühjahr - Weitere Sparmaßnahmen nötig

Im Konflikt um das Sparpaket beim Autobauer Opel werden sich die Verhandlungen trotz einer sich anbahnenden Teillösung bis weit in das nächste Jahr hinziehen.

dpa-afx FRANKFURT. Im Konflikt um das Sparpaket beim Autobauer Opel werden sich die Verhandlungen trotz einer sich anbahnenden Teillösung bis weit in das nächste Jahr hinziehen. Es werde wegen der Standortentscheidung für die neue Mittelklasse wohl bis zum zweiten Quartal 2005 dauern, um die Gespräche zu beenden und die Maßnahmen von den Gremien absegnen zu lassen, sagte der Europapräsident des Mutterkonzerns General Motors (GM) , Carl-Peter Forster, dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). GM halte daran fest, den Großteil der geplanten Maßnahmen noch im Jahr 2005 zu realisieren, betonte Forster.

Forster hatte am Dienstag auf einer Fachtagung in Frankfurt, die geplanten Einschnitte verteidigt und weitere Sparrunden angekündigt. An der Notwendigkeit des Stellenabbaus könne es keinen Zweifel geben. Auch das bisher genannte Einsparvolumen sei nur ein erster Schritt: "Wir haben gesagt, dass wir mindestens 500 Mill. Euro jährlich einsparen wollen, aber wir wollen eindeutig mehr einsparen", betonte Forster.

Der GM-Verwaltungsrat wollte am Dienstag über eine Teillösung befinden, die die Einrichtung von Beschäftigungsgesellschaften und ein freiwilliges Abfindungsprogramm bei Opel vorsieht. Das Ergebnis der Sitzung in Detroit, die bis in den späten Abend dauern sollte, werde aber nicht offiziell mitgeteilt, hieß es.

GM will nach den ursprünglichen Ankündigungen europaweit bis zu 12 000 der rund 63 000 Stellen streichen, davon 10 000 bei Opel. Am Mittwoch berät der Opel-Gesamtbetriebsrat, am Donnerstag sollen die Beschäftigten über die Entscheidung des Verwaltungsrats informiert werden. Nach Branchenschätzungen müssen mehrere Tausend Beschäftigte in Transfergesellschaften wechseln.

Laut IG-Metall-Vize Berthold Huber ist der Kern der Bemühungen um eine Verhandlungslösung ein europäischer Rahmenvertrag für GM-Standorte. Über jeden einzelnen Standort zu verhandeln, hätten die Arbeitnehmervertreter abgelehnt. Huber bezeichnete das Klima der Gespräche als "vergiftet", seit das GM-Management die Zahl von 12 000 Köpfen gefordert habe. Zu einer weiteren Verschärfung habe die Drohung beigetragen, die nächste Generation des Astra nicht mehr in Rüsselsheim zu entwickeln.

Forster sagte, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat seien in den vergangenen Wochen von der Einsicht geprägt gewesen, dass "sich etwas bewegen muss". GM steckt seit 2000 in Europa in tiefroten Zahlen. Durch die sinkende Nachfrage seien die Kapazitäten der GM-Töchter Opel, Vauxhall und Saab derzeit zu 80 Prozent ausgelastet, sagte der Manager. Um Geld zu verdienen, sei aber eine Auslastung von etwa 85 Prozent notwendig.

Nach Angaben des Managers werde GM nach der "heißen Phase" der Umstrukturierung im kommenden Jahr mit einer weiteren Marktoffensive in Europa starten. Für die kommenden fünf Jahre kündigte Forster über 50 neue Modelle an. Vor allem durch die Umstrukturierung und Zentralisierung seiner Entwicklungszentren bei Saab und Opel wolle GM Ressourcen für die Entwicklung neuer Modelle freisetzen, unter denen auch zahlreiche Nischenmodelle sein sollen. Denn der Trend hin zu Nischenmodellen werde weitergehen, schätzt Forster. Zwar habe GM das Thema Sportliche Geländewagen (SUV) "nicht schnell genug beim Schopf" gepackt, werde dieses aber nun "schnell angehen".

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