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ROUNDUP 3: Institute und IWF zuversichtlicher für deutsche KonjunkturDPA-Datum: 2004-07-06 17:09:47

BERLIN (dpa-AFX) - Konjunkturexperten zeigen sich angesichts der starken Exportnachfrage zuversichtlicher für das deutsche Wirtschaftswachstum: Mit dem DIW korrigierte am Dienstag bereits das vierte führende Wirtschaftsforschungs -Institut seine Erwartungen für 2004 deutlich nach oben. Auch nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewinnt die deutsche Wirtschaft zunehmend an Fahrt. Für eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt reicht die gestiegen Konjunkturdynamik aber noch nicht aus, sagen Experten.

BERLIN (dpa-AFX) - Konjunkturexperten zeigen sich angesichts der starken Exportnachfrage zuversichtlicher für das deutsche Wirtschaftswachstum: Mit dem DIW korrigierte am Dienstag bereits das vierte führende Wirtschaftsforschungs-Institut seine Erwartungen für 2004 deutlich nach oben. Auch nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewinnt die deutsche Wirtschaft zunehmend an Fahrt. Für eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt reicht die gestiegen Konjunkturdynamik aber noch nicht aus, sagen Experten.

Deutschland steht aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Beginn eines Aufschwungs. "Die Konjunktur hat die Wende zum Besseren geschafft, die hartnäckige Stagnation ist überwunden", teilten die Berliner Forscher am Dienstag mit. Das DIW setzte daher seine Prognose herauf und erwartet nun für dieses Jahr 1,8 Prozent Wachstum und für nächstes Jahr 2,1 Prozent. Bisher waren jeweils 1,4 Prozent Zuwachs vorhergesagt worden. Motor der Belebung sei der Export, die Binnennachfrage sei noch schwach.

Das Ausland sichert etwa den Autoherstellern in Deutschland volle Auftragsbücher. Die Auslandsbestellungen von Personenwagen "Made in Germany" legten im ersten Halbjahr 2004 um fünf Prozent zu, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Der Auftragseingang aus dem Inland stagnierte dagegen auf dem Vorjahresniveau.

ARBEITSMARKT BLEIBT SCHWACH

Vor dem DIW hatten bereits das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) seine Prognose für 2004 auf 1,8 Prozent, das ifo-Institut auf 1,7 Prozent und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) auf 1,8 Prozent angehoben. Das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsinstitut (RWI) will in Kürze ebenfalls seine Prognose noch oben korrigieren. "Wir sind optimistischer als noch im April, als wir von einem Wachstum von 1,5 Prozent für 2004 ausgingen", sagte RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn. Grund sei der "exorbitant gut laufende Export".

Der Internationale Währungsfonds revidierte seine Annahmen vom Frühjahr um 0,2 Prozentpunkte nach oben auf jetzt 1,8 Prozent. Für 2005 erwartet der IWF ein Wachstum von 2,0 Prozent. Im abschließenden IWF-Bericht über die Konsultationen mit Deutschland heißt es, der Aufschwung werde vom Export schrittweise auf die Inlandsnachfrage übergreifen. Außenwirtschaftliche Risiken wie höhere Ölpreise oder eine weitere Euro-Aufwertung könnten aufgefangen werden.

Das Hamburgische Welt-Wirtschaftsarchiv (HWWA) bleibt im Gegensatz zu den anderen Instituten und zum IWF skeptisch: Es bestätigte am Dienstag seine bisherige Prognose von 1,5 Prozent. Wenn es Deutschland nicht gelinge, Wachstum in Beschäftigung umzumünzen, "dann werden wir nicht vom exportgetriebenen Wachstum wegkommen", meinte HWWA-Präsident Thomas Straubhaar.

Auf dem Arbeitsmarkt erwarten aber auch die Konjunkturoptimisten keine durchgreifende Besserung. Das Wachstum reiche dafür noch nicht aus, hieß es einhellig. Das DIW geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2004 nur um 30.000 auf 4,35 Millionen sinken und 2005 noch einmal um 75.000 abnehmen werde.

4,233 MILLIONEN ERWERBSLOSE

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte bei der Vorstellung der Arbeitsmarktdaten, die Arbeitslosigkeit sei im Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung gesunken. Die konjunkturelle Belebung sei noch nicht stark genug, um die Betriebe wieder zu mehr Einstellungen zu bewegen. Nach Angaben der Bundesagentur ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um 59.700 auf 4,233 Millionen zuürckgegangen. Das waren 25.300 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 10,2 Prozent zurück.

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