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Roundup 3: Kapitalerhöhung von Karstadt-Quelle beschlossen - aber Widersprüche

Die außerordentliche Hauptversammlung des Einzelhandelskonzerns Karstadt-Quelle hat die vom Vorstand gewünschte Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro beschlossen. 99,76 Prozent des anwesenden stimmberechtigten Aktienkapitals hätten für die Ausgabe von 93,041 Mill.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die außerordentliche Hauptversammlung des Einzelhandelskonzerns Karstadt-Quelle hat die vom Vorstand gewünschte Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro beschlossen. 99,76 Prozent des anwesenden stimmberechtigten Aktienkapitals hätten für die Ausgabe von 93,041 Mill. neuer Aktien gestimmt, sagte Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff am Montagabend in Düsseldorf. Die Hauptaktionäre Madeleine Schickedanz und die Allianz/Dresdner besitzen die Aktienmehrheit am Konzern. Da es jedoch rund ein halbes Dutzend beglaubigte Widersprüche gegen die Kapitalerhöhung gibt, könnte die Transaktion dennoch scheitern. Die Widersprüche müssen bis spätestens Freitag zurückgezogen werden.

Die 16 Gläubigerbanken wollen bei Aufrechterhaltung der Widersprüche die 500-Millionen-Euro-Transaktion platzen lassen. Dann würden die Institute ein erhebliches Risiko sehen, "anfechtungsinfizierte Aktien" zu platzieren, sagte Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe. Damit die Kapitalerhöhung mit der Ausgabe von 93,041 Mill. Aktien noch in diesem Jahr stattfinden könne, müsse der Verkaufsprospekt bis Ende November von der Börse gebilligt werden. "Die Banken werden mit der Platzierung der Aktien nicht beginnen, wenn es die Möglichkeit von Anfechtungsklagen gibt", sagte Howe.

Widerspruch

Die kritischen Aktionäre könnten die überlebenswichtige Kapitalerhöhung des Konzerns über 500 Mill. Euro noch kippen. Die Geschäftsführerin des Würzburger Vereins zur Förderung der Aktionärsdemokratie, Katharina Steeg, drohte am Montag dem Management mit einer Anfechtungsklage gegen die außerordentliche Hauptversammlung und die geplante Kapitalerhöhung. Sie kritisiert, es gebe mit den Banken geheime Nebenabsprachen über die Ausgabe neuer Aktien, die der Vorstand den Aktionären vorenthalte.

Zuvor hatte der angeschlagene Handelskonzern Karstadt-Quelle angesichts der heftigen Umsatzrückgänge in den Warenhäusern am Montag erneut die Gewinnprognose für das kommende Jahr reduziert. Zwar gehe man weiterhin davon aus, 2005 in die schwarzen Zahlen zu kommen, sagte Vorstandschef Christoph Achenbach auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Dies werde allerdings nur "knapp" gelingen, ergänzte ein Konzernsprecher. Das ursprünglich angestrebte, "deutlich" positive Ergebnis vor Ertagsteuern und Firmenwertabschreibungen (Ebta) werde nun voraussichtlich erst im Geschäftsjahr 2006 erreicht.

Umsatzschwund Hält AN

Der Umsatzschwund bei Karstadt-Quelle hält unterdessen an. Bis zum 15. November sei der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 11,9 Mrd. Euro gesunken, sagte Finanzvorstand Harald Pinger am Montag auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Per Ende September hatte das Minus sechs Prozent betragen. Die Kunden seien wegen der Diskussion über die Zukunft des Unternehmens verunsichert und hielten sich deshalb zurück.

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2005 ein Wert von 245 Mill. Euro erwartet, sagte Finanzvorstand Harald Pinger. Der Jahresüberschuss werde im kommenden Jahr bei Null liegen. 2006 will der Einzelhandelskonzern ein Ebit von 481 Mill. Euro und 2007 von 666 Mill. Euro erreichen. Der Jahresüberschuss soll 2006 bei 241 Mill. und 2007 bei 313 Mill. Euro liegen. Eine Dividende werde der Konzern jedoch erst frühestens 2007 für das Geschäftsjahr 2006 ausschütten können, sagte Achenbach. Voraussetzung sei aber die erfolgreiche Sanierung des Unternehmens.

Er gab zudem Details für die Kapitalerhöhung bekannt, die noch am Montag von den Aktionären abgesegnet werden sollte. Insgesamt sollen rund 93,041 Mill. neue Aktien ausgegeben werden, um 500 Mill. Euro für die Sanierung des Unternehmens zu erlösen. Damit wird das Grundkapital fast verdoppelt. Die Hauptaktionärin Madeleine Schickedanz (Pool/41,55 Prozent) und die Allianz/Dresdner Bank hätten zugesagt, sich mit insgesamt rund 280 Mill. Euro an der Kapitalerhöhung zu beteiligen, sagte Achenbach. Davon entfielen 224 Mill. Euro auf Schickedanz und 58 Mill. auf Dresdner/Allianz.

Die Bezugsfrist für die neuen Aktien von Karstadt-Quelle soll am 30. November beginnen und am 13.Dezember enden. Das sagte Vorstandschef Christoph Achenbach am Montag auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Am 29. November sei der Verkaufsprospekt bei den Banken zu erhalten. Der Bezugsrechtshandel laufe am 9. Dezember aus. Am 14. Dezember würden die neuen Aktien erstmals an der Börse gehandelt, sagte Achenbach.

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