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Roundup 3: Siemens nimmt neuen Anlauf zur kompletten Übernahme der VA Tech

Die Siemens AG nimmt einen zweiten Anlauf zur vollständigen Übernahme des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech .

dpa-afx MÜNCHEN/WIEN. Die Siemens AG nimmt einen zweiten Anlauf zur vollständigen Übernahme des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech . Das Unternehmen habe die Österreichische Übernahmekommission davon unterrichtet, ein freiwilliges Übernahmeangebot für die gesamte VA Tech vorzulegen, teilte Siemens am Montag in München mit. Der Elektronikkonzern bietet nach dem am Sonntag bekannt gegeben Einstieg bei VA Tech für die ausstehenden Anteile 55 Euro je Aktie - ein kleiner Aufschlag auf den Schlusskurs vom Freitag. An der Frankfurter Börse gewann die Siemens-Aktie zuletzt 0,12 Prozent auf 60,67 Euro.

Anfang September hatten sich die Münchener bereits um eine vollständige Übernahme ihres österreichischen Wettbewerbers bemüht, waren aber am massiven politischen Widerstand und der Ablehnung des VA-Tech-Vorstands gescheitert. Dies hat sich nach Einschätzung von Vorstandschef Heinrich von Pierer geändert: Nach der Entscheidung im September habe es "positive Signale" der Regierung und der VA-Tech-Führung gegeben, sagte er auf einer Telefonkonferenz. In den kommenden Tagen wolle er mit einer Reihe von Akteuren reden. "Ich glaube schon, dass es klappt." Den Einstieg in Österreich will sich Siemens mehr als 840 Mill. Euro kosten lassen.

Sperre

Die Übernahme würde den Industriestandort Österreich stärken und damit auch den Arbeitnehmern zugute kommen, warb Pierer für seine Pläne. An der geplanten Kapitalerhöhung des Linzer Unternehmens will sich Siemens beteiligen. Zur einjährigen Sperre von Siemens, ausgelöst durch den abgeblasenen ersten Übernahmeversuch im September, sagte Pierer, man werde bei der Kommission den Antrag stellen, die Frist zu verkürzen.

Eine Zerschlagung von VA Tech plant Pierer offenbar nicht. Allerdings schloss er kartellrechtliche Probleme bei dem Geschäftsfeld Wasserkraft (Hydro) nicht aus.

VA-Tech-Vorstandschef Klaus Sernetz zeigte sich vom Siemens-Einstieg und dem angekündigten offiziellen Übernahmeangebot "sehr überrascht". Er wollte auf der Bilanzpressekonferenz am Montag den Siemens-Schritt zunächst nicht näher bewerten. Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel äußerte sich zurückhaltend über die Transaktion. Siemens sei eine sehr geachtete Firma. "Die werden sicher verantwortungsbewusst die Eigentümerrechte wahrnehmen," sagte der Kanzler in Wien.

Kooperation IN Gefahr

Ein Einstieg von Siemens könnte für die VA Tech-Kooperation mit dem mit Siemens direkt konkurrierenden US-Konzern General Electric (GE) fatale Folgen haben, sagte Sernetz. "In der Kooperation mit GE geht es um das Wohl einer Division und um ein Viertel unseres Umsatzes". Die Kooperation werde bei einem Siemens-Einstieg wohl "sofort eingestellt" werden.

Am Sonntag hatte die Siemens AG mit dem Kauf der Victory Industriebeteiligung AG den Einstieg bei VA Tech bekannt gegeben. Die Gesellschaft gehört dem Industriellen Mirko Kovats und kontrolliert direkt und indirekt rund 16 Prozent von VA Tech. Siemens wird damit größter Einzelaktionär vor der österreichischen Privatisierungs-Gesellschaft Öiag, die rund 14 Prozent an VA Tech hält.

In den ersten neun Monaten verbuchte VA Tech beim Umsatz ein Plus von sechs Prozent auf 2,85 Mrd. Euro und einen Fehlbetrag von 59,2 Mill. Euro. Schwerpunkte der Linzer sind die Sparten Energieübertragung, Infrastruktur, Industrieanlagenbau, hydraulische Energieerzeugung und Wassertechnik. Hauptkunden kommen aus den Branchen Heizung/Klima, Haushaltsgeräte, Automobil, öffentliche Verkehrsmittel sowie Energie und Stahl.

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