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Roundup 3: Staatsanwaltschaft legt nach Mannesmann-Freisprüchen Revision ein

(dpa-AFX) Düsseldorf - Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat die Freisprüche im Mannesmann-Prozess nicht hingenommen und schon einen Tag später gegen das Urteil Revision eingelegt. Die umstrittenen Millionenprämien an Manager werden damit den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beschäftigen. Man stimme zwar in weiten Teilen mit der Urteilsbegründung, nicht aber mit dem Ergebnis überein, sagte Behördensprecherin Simone Kämpfer. Die Ankläger hatten bis zu drei Jahre Haft gefordert.

(dpa-AFX) Düsseldorf - Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat die Freisprüche im Mannesmann-Prozess nicht hingenommen und schon einen Tag später gegen das Urteil Revision eingelegt. Die umstrittenen Millionenprämien an Manager werden damit den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beschäftigen. Man stimme zwar in weiten Teilen mit der Urteilsbegründung, nicht aber mit dem Ergebnis überein, sagte Behördensprecherin Simone Kämpfer. Die Ankläger hatten bis zu drei Jahre Haft gefordert.

Unterdessen kündigte die Bundesfinanzaufsicht in Bonn an, die "persönliche Zuverlässigkeit" von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zu überprüfen, sobald das Urteil aus dem Mannesmann-Prozess rechtskräftig ist. Anlass seien die Hinweise des Gerichts auf Aktienrechtsverstöße.

Am Donnerstag waren Deutsche-Bank-Chef < DBK.ETR > Josef Ackermann und alle übrigen Angeklagten nach einem halben Jahr Prozessdauer von den Untreue-Vorwürfen im Zusammenhang mit der Zahlung von 57 Millionen Euro Prämien und Pensionen an Spitzenmanager und deren Angehörige freigesprochen worden.

Neben Ackermann verließen auch Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und der ehemalige IG-Metall-Chef Klaus Zwickel den Gerichtssaal straffrei. Das Urteil hatte eine Welle der Kritik an der Höhe der Managereinkommen in Deutschland ausgelöst.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) kündigte am Freitag die gesetzliche Offenlegung der Managereinkommen an, sollten die Unternehmen sich dazu nicht selbst verpflichten. Auch die Rechte der Aktionäre sollten gestärkt werden, sagte Zypries im "Deutschlandfunk". So sollten auch Aktionärsminderheiten künftig Ansprüche gegen den Aufsichtsrat auf dem Klageweg durchsetzen können.

Der Rechtsstaat habe seine Stärke dadurch bewiesen, dass der Mannesmann-Prozess überhaupt stattgefunden habe, sagte Zypries. "Die Tatsache, dass hier nach Recht und Gesetz geurteilt wird, (...) ist eine Stärke Deutschlands", sagte die Justizministerin. Zypries sprach sich gegen eine Reform des Untreue-Paragrafen im Strafgesetzbuch aus, wie sie von mehreren Verteidigern im Mannesmann-Verfahren gefordert wurde. "Wir sollten ihn so lassen, wie er ist. Die Rechtsprechung arbeitet seit vielen, vielen Jahren damit", sagte sie.

Der ehemalige Präsident des Bundes der Deutschen Industrie, Hans Olaf Henkel, sprach im Westdeutschen Rundfunk von einer bislang nicht da gewesenen Vorverurteilung der Angeklagten des Mannesmann - Verfahrens. Es habe sich auch um eine Neid-Debatte gehandelt, die nur auf die Führungskräfte in der Wirtschaft ziele, nicht aber auf Spitzeneinkommen in Sport oder Kultur.

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